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World IPv6 Day

Heute ist World IPv6 Day. Punkt.

Das ist eine Aussage, die man erstmal langsam verarbeiten muss, denn den meisten Leuten dürfte das herzlich egal sein. Und eigentlich kann Otto Normal User mit dem Begriff an sich noch nicht einmal etwas anfangen. Aber der Tag ist dennoch wichtig, weil es keine neuen IP Adressen der bisherigen Art (IPv4) gibt. Die Einführung der nächsten Generation des Internet Protokolls (IP) läuft aber seit Jahren schleppend: die Provider bieten vielfach kein natives IPv6 an, weil die Kunden es nicht nachfragen. Die Kunden fragen es nicht nach, weil die Webseiten kein IPv6 anbieten. Die Webseitenbetreiber stellen nicht auf IPv6 um, weil niemand es benutzt. Und dazwischen hängen noch die Hersteller von Router-Hardware, die vielfach auch lange Zeit kein IPv6 unterstützten. Somit blieb die neue Version der IP-Adressierung bislang vielfach nur den interessierten Freaks vorbehalten, die sich irgendwelcher Tunnelmechanismen bedienten. Aber langsam wendet sich das Blatt ja.

Heise und Spiegel berichten auch über den World IPv6 Day. Spiegel schreibt zum Beispiel: 

Telekom-Sprecher Lichtenthäler betonte, dass von dieser "stillen Umstellung" kein Nutzer etwas merken werde: "Bestandskunden müssen gar nichts tun, weil sie auch in den nächsten Jahren weiterhin mit ihren IPv4-Protokollen online sein können." Provider wie die Telekom bauten dafür derzeit einen Parallelbetrieb auf. Die Telekom will die einzelnen Datenpakete von Anfang 2012 an durchgehend sowohl via IPv4 als auch via IPv6 durch ihre Leitungen jagen können. "Es gibt keine Pläne, IPv4 abzuschalten", betonte Lichtenthäler.

Noch völlig offen ist Lichtenthäler zufolge die Frage, ob künftig alle Geräte dauerhaft identifiziert werden könnten. Technisch sei es zwar möglich, eine von zwei Bestandteilen der IPv6-Adressen bei der Einwahl der Geräte ins Netz stets per Zufallsgenerator zu erneuern und so für eine Anonymisierung zu sorgen. "Dabei gilt es aber, die Bequemlichkeit der Nutzer mit der Privatsphäre abzuwägen", sagte der Telekom-Sprecher.

Der Telekom-Sprecher spricht hierbei zwei Punkte an: zum einen geht es bei diesem World IPv6 Day darum, daß die Anbieter ihr Angebot sowohl über IPv4 als nun auch über IPv6 erreichbar machen und zum anderen soll dies dann eventuelle Probleme im Netzwerk aufdecken. Dabei ist natürlich fraglich, wie praxisnah dieser Test-Tag sein wird, wenn die Provider keine IPv6 Adressen an die eigenen Kunden verteilen. Insofern dürften in der Tat die normalen Kunden nichts von diesem Tag mitbekommen. Aber es ist immerhin schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.

Zum anderen gibt es bei IPv6 auch ein paar Schattenseiten. Dadurch, daß nun durch den größeren Adressraum so dermaßen viele IP-Adressen zur Verfügung stehen, wird nicht nur die IP-Adresse länger und schwieriger zu merken, sondern jedes Gerät kann eine eigene IP-Adresse bekommen, die sich unter anderem von ihrer MAC-Adresse ableitet. Dadurch wird der Rechner oder das Gerät eigentlich permanent identifizierbar, allein durch die IP-Adresse. Vom Datenschutz-Standpunkt betrachtet ist dies natürlich unschön. Aber es gibt durchaus Methoden, wie man dies verhindern kann. Heise hat hierzu, zu den sogenannten Privacy Extensions, eine Anleitung auf ihren Seiten, wie man das in den verschiedenen Betriebssystemen konfigurieren kann.

P.S.: Das Blog und fast alle anderen Seiten auf diesem Server laufen ja schon seit längerem im Dual-Stack Modus und sind somit sowohl über IPv4 als auch IPv6 erreichbar und bisher habe ich keine Probleme damit feststellen können.

UPDATE: Heise hat einen neuen Artikel, in dem auch auf einige Statistiken und Graphen verlinkt wird.

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