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10 Tage...

Ein kleines Fundstück, bei Youtube gefunden, paßt gerade ganz gut in die Thematik um Zensur und Überwachung:

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Cooles Quoting

Wikileaks ist ein Wikipedia-Clone, der sich um darum kümmert, das an das Licht der Öffentlichkeit zu zerren, was andere normalerweise lieber verborgen wissen wollen. Via Twitter und Fefe erfährt man nun aber Erschreckendes:

"Gefahr im Verzug"-Hausdurchsuchung bei Wikileaks.de Domaininhaber wegen Internet-Zensurlisten - stay tuned

Die deutsche Polizei durchsucht also die Wohnungen des Domain-Inhabers von wikileaks.de, weil dort Listen von zensierten URLs aus anderen Ländern wie Australien oder Dänemark aufgetaucht sind. Daß diese Sperrlisten, die auch unsere Leyen-Richterin, pardon, Familienministerin v.d. Leyen entgegen aller Bedenken mit aller Macht in Deutschland durchsetzen will, völlig sinnlos sind, ficht die Verfechter solcher Zensurmaßnahmen nicht an. Diese scheinen nach dem Mantra vorzugehen "Was man nicht sieht, existiert auch nicht", was natürlich irrwitzig ist. Denn nur durch solche Sperrlisten, werden Kinderpornos nicht aus dem Netz verschwinden. Stattdessen wird die Wahrscheinlichkeit sinken, solche Seiten zu finden und melden zu können, damit die Server, auf denen sowas betrieben wird geschlossen und die Betreiber zur Verantwortung gezogen werden können. Es wird also wieder einmal nur an den Symptomen herumgedoktort, anstatt die Probleme zu lösen.

Aber statt die Probleme zu lösen, erschafft man eine Möglichkeit zur breitangelegten Zensur im Internet. Denn wer glaubt den Politikern noch, daß eine solche Maßnahme nur für den Zweck gegen die Kinderpornographie eingesetzt werden wird? Auch bei der LKW-Maut hieß es, daß die Mautbrücken nur für die Erfassung der LKW-Maut genutzt werden dürften - die Begehrlichkeiten nach PKW-Maut und Kennzeichen-Screening für die Fahndung sind aber immer noch vorhanden. Bei der Online-Durchsuchung hieß es, daß das Verfahren so kompliziert sei, daß man nur mit einer Handvoll Online-Durchsuchungen pro Jahr zu rechnen habe - tatsächlich hat der BND bereits über 2500 Online-Durchsuchungen (im Ausland) durchgeführt. Von einem schwierigen Verfahren kann also wirklich nicht die Rede sein. Und es gibt noch mehr solcher "Versprechungen"...
Warum sollte man also den Politikern trauen, wenn sie behaupten, daß eine solche Sperrliste doch nur für den Kampf gegen die Kinderpornographie verwendet werden würde? Sie ist vielmehr der Beginn einer großen Firewall ähnlich wie in China zum Zwecke der Zensur.

Oder um das ganze mit Fefes Worten zu schliessen:

Krasse Scheisse. Zu blöd zum KACKEN aber das Internet zensieren wollen. Und dabei sind das nicht mal unsere Zensurlisten, die unsere Junta als Verschlußsache deklarieren könnte, sondern die aus dem Ausland! Unfaßbar. Das mit dem Auswandern wird langsam dringend.

Das sind die gleichen Spezialexperten, die bei Konflikten mit Wikipedia dann den deutschen Verein abmahnen oder anderweitig verfolgen. Diese Leute sind einfach zu inkompetent für diese Welt. Und von sowas werden wir regiert! Vor allem: was ist denn bitte Gefahr im Verzug an Wikileaks? Ist ja nicht so als ob die da regelmäßig Daten verschwinden lassen, wenn sie sich unter Beschuß wähnen. Eher im Gegenteil. Aber so eine Offenheit verstehen unsere Politiker halt nicht, die ja auch im Zweifelsfall alles erst mal nur für den Dienstgebrauch oder Verschlußsache labeln und beim Regierungswechsel alle ihre Unterlagen shreddern.

Auswandern? Bloß wohin?

UPDATE:

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Cooles Quoting

Ich bin ja schon länger im Netz unterwegs und ärgere mich über so manches, was die "Neuen" anders machen als diejenigen, die schon seit längerem dabei sind. Und beim Quoten gibt es normalerweise reichlich zum drueber ärgern, aber heute hab ich nicht schlecht gestaunt als ich nach der Beantwortung einer Mail folgendes Feedback bekam:

deine art zu antworten ist übersichtlich und cool;-) bist der erste der so schreibt, wollte dir das mal sagen:)

Also ich weiß ja, daß das Inline-Quoting meiner Meinung übersichtlicher ist als TOFU, aber bisher hat mir noch niemand gesagt, daß es "cool" sei. ;) Aber anscheinend gehöre ich zu einer aussterbenden Art, wenn ich der Erste bin, den der andere mit Inline-Quoting gesehen hat.

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Liebe Personalvermittler,

ich freue mich natürlich über etwaiges Interesse an meiner Person und meinen Kenntnissen bzw. Fähigkeiten! Auch wenn ich derzeit keinen neuen Job suche, trudeln hier in unregelmäßigem Abstand Stellenangebote von Personalvermittlern, Zeitarbeitsfirmen oder Headhuntern ein. Ich freue mich auch wirklich über jeden Kontakt bzw. jede Anfrage, aber bitte geht doch nicht so plump vor wie bei diesem Beispiel:

Sehr geehrter Herr Jürgensmann, schön dass es XING gibt ! Ansonsten hätte ich Sie sicher nicht so einfach entdeckt.

Ja, supi! Xing ist schon praktisch. Das gebe ich auch offen zu, aber wer mich finden will, muss nun wirklich nicht erst zu Xing gehen, sondern kann mich auch einfach per Google suchen. Mit meinen bescheidenen 1.85m Körpergröße bin ich nun zwar kein Leuchtturm, aber auch nicht sooo schwierig zu entdecken.

Wir sind eine Personalberatung, die seit Jahren fokussiert ist auf die Themen „Management- und IT-Beratung, IT-Technologien sowie Outsourcing. Wenn Sie kurz auf unsere Homepage schauen http:// www.xxxxxxxxx.de , sehen Sie unsere weiteren Schwerpunkte.

Hmmm, ich bezweifle, daß ich bei den Schwerpunkten "Deutsche Sprache" finden werde. Also lasse ich es mal lieber. Ich gebe mir ja auch bei Anschreiben an potentielle Arbeitgeber Mühe, ein gutes Deutsch im Anschreiben abzuliefern, weshalb ich das eigentlich auch von einer Personalagentur mir gegenüber erwarte.

Aktuell suchen wir den „Network Engineer (m/w) “ bei einem der größten Internet-Service-Provider der Welt.

Ja, ne... is' klar... *den* Network Engineer... und natürlich bei einem der größten ISPs der Welt. Fehlt nur noch das "weltweit führend"... Warum müssen das immer die größten, tollsten, führendsten Arbeitgeber sein? Sowas nimmt doch eh niemand mehr ernst, oder?

Die Informationen, die wir in XING über Ihre Person lesen konnten, sehen viel versprechend aus. Wir möchten gerne direkt mir Ihnen Kontakt aufnehmen. Unabhängig ob die o.g. Position für Sie interessant ist, vielleicht gibt es ja auch andere Positionen/Themen in der Zukunft, die wir austauschen können.

Wie? Noch direkter Kontakt aufnehmen? Und dann noch Positionen austauschen, wo ich doch keine zu vergeben habe? Naja, Textbaustein halt... auch hier gilt: wenn ich mich schon bemühen soll, in einem Anschreiben an einen Arbeitgeber eine persönliche Note zu bringen, dann würde ich mich auch darüber freuen, wenn Personalvermittler das bei mir auch täten. Also z.B. sagen, an welchen Kenntnissen von mir sie wirklich interessiert sind oder ob sie generell eher "hire the skill" oder "hire the person" suchen.

Wie kann man Sie denn am besten erreichen? Oder senden Sie uns bei Interesse einfach Ihre Unterlagen an folgende Email-Adresse – gxxxxxxx.schxxxxxx@xxxxxxxxx.de - , Herr G. Sch. ist Ihr zuständiger Managing Partner, er meldet sich dann anschließend bei Ihnen.

Oh prima! Da ist ja ein völlig anderer für mich zuständig! Wieso muss ich mich dann mit der anderen Person abgeben? Bin ich als potentieller Kandidat nicht wichtig genug, daß sich die für mich zuständige Person selber um mich kümmert? Also das können andere Personalvermittler aber besser... Noch deutlicher kann man eigentlich fast nicht ausdrücken, daß man sich nicht ausgiebig mit meinem Profil beschäftigt hat, sondern lediglich Kontakte zu suchen scheint. So kommt es zumindest im Text rüber, auch wenn dem nicht so war, weil ich bei Xing gesehen habe, daß sich ingesamt drei Personen dieser Agentur mein Profil angeschaut haben. Inklusive Herr G. Sch.

Für nähere Informationen steht er Ihnen auch gerne unter +49 17x 932xxx zur Verfügung. Wir freuen uns auf ein Feedback von Ihnen. Viele Grüße S. E.

Feedback? Bitte, gern geschehen! :-) Aber wie gesagt: ich suche derzeit aktuell keine Stelle und freue mich trotzdem über Kontakte in dieser Richtung. Aber selten war ein Personalvermittler so ungelenk im Anschreiben. Daß die angebotene Stelle für mich eh nicht in Betracht kam, ist dann nur noch eine Nebensächlichkeit.

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Unser täglich Brötchen...

Langsam scheint es wohl Frühling werden zu wollen. Jedenfalls sind schon die ersten Frühblüher zu sehen:

Frühlingsboten

Jetzt fehlt nur noch, daß auch die Bäume und Sträucher grün werden und die Temperaturen über 15°C steigen... ;-)

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Tolle Erkenntnis

Ab und zu gönne ich mir ja dann doch mal ein Brötchen zum Frühstück. Für gewöhnlich ist das natürlich am Wochenende der Fall, aber manchmal auch in der Woche wie heute. Nachdem ich aber schon vor längerer Zeit mal meinen Unmut über die Bäckerzunft geäußert hatte, sah ich mich vor ein paar Wochen gezwungen zu meinem Verdruß auch noch den Bäcker wechseln zu müssen. Der Grund war ein ganz banaler: der bisherige Bäcker hat meine Lieblingsbrötchen (Kaiserbrötchen) aus dem Programm genommen. Die Alternative war nicht nur ein paar Cent teuerer, sondern schmeckte zum Überfluß auch noch nach nichts. Das kann natürlich daran gelegen haben, daß der Inhalt des Brötchens vornehmlich aus nichts bestand: Luft.

Da ich ungerne für etwas bezahle, was nach nichts schmeckt, hab ich also den Bäcker gewechselt. Die Brötchen dort schmecken zwar im Prinzip, sind mir aber dann deutlich zu lange im Ofen gewesen:

Zu knusprige Brötchen

Natürlich kann es durchaus mal vorkommen, daß die Brötchen etwas zu lange im Ofen verbleiben, aber bei Bäckerei Sp. in der Mühlenstraße scheint das leider die Regel zu sein. Also werde ich wohl ab morgen einen weiteren Bäcker ausprobieren. Der einzige Vorteil dabei ist, daß ich dadurch etwas mehr Bewegung habe, weil jeder neue Bäcker wieder etwas weiter weg ist und ich für gewöhnlich zu Fuß die Brötchen hole. Naja, wenigstens etwas Positives hat die ganze Sache damit...

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Foxmarks

Wie man heute einem Artikel bei Spiegel Online entnehmen kann, setzt sich allmählich auch in den Führungsschichten der Politik durch, daß in den letzten Jahren vielleicht doch etwas schiefgelaufen sein könnte:

Auch US-Präsident Barack Obama zeigte kein Verständnis für die Millionenboni: "Ich denke, die Leute sind zu Recht verärgert - ich bin es auch", sagte er während einer Reise durch Kalifornien. Diese Boni, so empörend sie auch seien, seien allerdings Symptome eines viel größeren Problems - einer Unternehmenskultur, in der Manager enorme Summen aus Geschäften mit unverantwortlichen Risiken gemacht hätten, die nun die gesamte Wirtschaft an den Abgrund gebracht hätten.

Ach? </Loriot>

Diese umwerfende Erkenntnis hat sich aber noch nicht bei denen durchgesetzt, die u.a. auch betrifft:

New York - Dokumente bei der New Yorker Baubehörde belegen, dass der US-Finanzkonzern Citigroup mindestens 3,2 Millionen Dollar für Handwerksarbeiten im Büro von Vorstandschef Vikram Pandit und in den Räumen seiner Mitarbeiter ausgeben will. Dazu gehöre die Entfernung einer Wand, Klempnerarbeiten und die Arbeiten am Feuerschutz, berichtet die Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg.
Zähle man noch die Kosten für Architekten, Berater für Akustik, Licht und Telekommunikation sowie die Kosten für Möbel dazu, erreichten die Ausgaben das Dreifache, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Person, die mit dem Bauprojekt vertraut sei.

Da fragt man sich sowieso, ob diese Leute noch irgendwelche Bodenhaftung oder einen Bezug zur Realität haben? Daß manche Leute immer noch nicht mitbekommen haben, daß ihre Ideen beim normalen Bürger nicht unbedingt Begeisterungsstürme entfachen, kann man in einem weiteren Artikel bei Spiegel lesen:

Mattern: "Wir sollten froh sein um jede Bank, der es am Ende gelingt, den Steuerzahler nicht in Anspruch zu nehmen." Deutlich spricht sich der Finanzexperte für die Gründung sogenannter Bad Banks aus, die den Banken ihre faulen Wertpapiere abnehmen: "Die brauchen wir mit Sicherheit."

Sicherlich hat der Herr Mattern Recht, daß man froh sein, wenn der Steuerzahler nicht noch mehr in Anspruch genommen wird, aber wer soll denn bitte diese faulen Wertpapiere bezahlen bzw. die Risiken dieser Bad Bank übernehmen? Das wird doch wohl wieder der Steuerzahler sein. Oder wollen die Banken selber eine Bad Bank gründen? Aber auch dann zahlt das wieder der gemeine Bürger. Irgendwann.

Daß sich am System nichts wesentliches ändern wird, kann man übrigens aus u.a. daraus ersehen, daß die tollen Unternehmensberater auf zwei Hochzeiten (oder mehr) tanzen:

Auf wessen Seite steht eigentlich der Unternehmensberater Roland Berger? Er soll, einerseits, der Bundesregierung bei der Rettung von Opel helfen. Andererseits berät seine Firma den Mutterkonzern General Motors. Zudem sitzt er auch noch in einem Führungsgremium des Opel-Konkurrenten Fiat.

Wie bitte soll dabei eine vernünftige Entscheidung getroffen werden, wenn der Interessenkonflikt so offensichtlich ist? Generell kann man den Eindruck bekommen, daß es nicht mehr die gewählten Volksvertreter sind, die die eigentliche Politik machen, sondern die Wirtschaft selber. So liest man bei LobbyControl wie z.B. der Lenkungsrat besetzt ist, der über die Millarden aus den Rettungsfonds entscheiden soll, oder wie sich die Banken das mit der Bad Bank bzw. den Rettungsfonds vorstellt:

Genaue Zahlen über den Umfang der nötigen staatlichen Garantien existieren nicht – ein dreistelliger Milliardenbetrag wird veranschlagt. Als Gegenleistung verspricht der Bankenverband, dass der SoFFin für den (etwaigen) Fehlbetrag nach der Endabrechnung einen Anteil an den künftigen Gewinnen der Institute verlangen kann. “Die Gesamthöhe wird im gegenseitigen Einvernehmen im Sinne einer fairen Lastenteilung festgelegt”, heißt es in dem Papier.

Das ist taktisch geschickt aus Sicht der Banken: Sie bekommen die finanzielle Entlastung sofort, aber die Rückzahlung wird erst später geklärt, wenn sich die Verhandlungsposition der Banken wieder verbessert hat. Dem Staat werden dann die Druckmittel fehlen, um die Banken zur Rückzahlung zu bringen. Laut dem Gesetzentwurf kann dies nur “im Einvernehmen” geschehen. Der Bankenverband warnt bereits heute, dass die Rückzahlungs-Konditionen die Banken nicht über Gebühr belasten dürften. Keine Rede davon, dass die Steuerzahler über Gebühr für die Spekulationsverluste und faulen Kredite der Banken zahlen müssen.

Wie üblich und schon so häufig erwähnt: Die Gewinne werden privatisiert, die Verluste der Allgemeinheit aufgebürdet. Wer also glaubt noch ernsthaft, daß sich irgendetwas nachhaltig ändern wird? Dieses Jahr ist "Super-Wahljahr", aber egal wen man wählt, es wird sich wohl eh nichts grundlegendes ändern. Ob Deutschland einen eigenen Obama braucht? Schaden kann es sicherlich nicht, aber auch in den USA merkt man ja bereits, dass Obama ausgebremst wird. Naja, mal schauen, was noch so alles kommen wird...

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Zeitungen und die Demokratie

Eigentlich ist es ein alter Hut, aber ich finde Foxmarks immer noch fast die beste Erfindung seit geschnittenem Brot!
Ok, ich kaufe dennoch meistens meine Brote am Stück und schneide sie dann selber, aber Foxmarks erleichtert mir schon enorm das Leben mit meinen zahlreichen Rechnern. Warum Foxmarks allerdings die Passwörter nicht mitsynchronisieren will und bei Eingabe einer PIN ewig hängen bleibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber allein schon das Synchen der Bookmarks ist toll.
Vielleicht liegt es ja an der Verwendung eines eigenen Servers? Wer weiss...

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42 Tage

Wie ich bereits letztens geschrieben habe, bin ich mit der Versorgung mit Zeitungen hier im Nordosten nicht ganz zufrieden. Deswegen begrüße ich auch solche Medienblogs wie das Ostsee-Zeitung-Blog. Daß aber der Zeitungsmarkt nicht nur hier im Nordosten im Argen liegt, berichten sowohl Heise.de als auch Spiegel.de. Spiegel Online schreibt:

Der "Chronicle", Auflage 339.000, ist die größte Zeitung der acht Millionen Einwohner umfassenden Metropolregion. Er ist nach der "L.A. Times" die zweitgrößte Tageszeitung an der Westküste und die zwölftgrößte Amerikas. 2008 hat der "Chronicle" jeden Monat mehr als eine Million Dollar verloren. Der Hearst-Verlag, dem die Zeitung gehört, erklärte, falls es keinen Ausweg aus dem Kostenstrudel gebe, "werden wir keine andere Wahl haben, als schnell einen Käufer für den 'Chronicle' zu finden oder ihn ganz einzustellen".

Allein die Zahlen sind schon bemerkenswert: in einem Gebiet mit 8 Mio. Einwohnern hat die größte Zeitung gerade einmal eine Auflage von 339.000 Exemplaren. Das allein ist schon nicht gerade üppig, wie ich finde. Und diese Zeitung ist nun von der Schließung bedroht. Warum das schlecht für die Demokratie ist, erklärt Spiegel mit Hilfe von Michael Stoll, dem Betreiber von der Online-Zeitung "Public Press":

"Der Tod des 'Chronicle' wäre eine Katastrophe", sagt "Public Press"-Chef Stoll. Die tiefgreifenden Kontakte der Journalisten in die Machtzentren der Stadt, die Aufdeckung von Skandalen und Betrug, die umfassende Berichterstattung über die Region - das alles würde Vergangenheit sein. "Es wäre ein demokratisches Desaster."
Ein anderes Presseorgan könnte diese Lücke auf die Schnelle nicht füllen, denn die Gratiszeitung "Examiner" hat dazu nicht die Manpower. Auch, dass die Blogosphäre das publizistische Vakuum füllen könnte, glaubt Stoll nicht. "Es ist schwer, ohne eine publizistische Marke mit Autorität die Machtzentren der Stadt zu durchdringen", sagt er.

Gerade die Kontrolle der Politiker durch die Journalisten ist eine der wichtigsten Aufgaben der Presse in einer Demokratie und genau diese Kontrolle droht nun wegzubrechen - sofern dies nicht schon geschehen ist. Wie es z.B. der Fall ist, wenn der Inhalt einer Regionalzeitung nicht vor Ort geschrieben wird, sondern in einer Zentralredaktion. Doch wie Michael Stoll schon ausführt, dürften Blogs und andere Online-Medien kaum in der Lage sein, die Kontrolle anstelle der etablierten Presse auszuüben.
Welche Auswirkungen das letztendlich auf die Demokratie hat, ist meiner Meinung nach noch gar nicht abzusehen. Ich befürchte aber, daß es keine positiven sein werden...

P.S.: Public Press läuft übrigens auf Drupal. ;-)

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