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Stuttgart21 eskaliert

In Stuttgart wird ja seit Wochen bzw. sogar Monaten gegen das Bauvorhaben Stuttgart21 äußerst friedlich demonstriert. Nun sollen nach dem Willen der Bauherren etliche Bäume im Stuttgarter Park gefällt werden. Teils uralte Bäume. Natürlich regt sich dagegen Widerstand. Neu ist aber die durchaus brutale Härte, die die Polizei gegenüber den Demonstrierenden anwendet. So heißt es bei der TAZ

Ulrich Maurer, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion, forderte indes den Rücktritt des Innenministers Heribert Rech (CDU): "Wer versucht, angemeldete Schülerdemos mit Schlagstöcken, Reizgas und Wasserwerfern aufzulösen, hat mit der Demokratie gebrochen und muss als Innenminister seinen Hut nehmen.

Wohlgemerkt: eine angemeldete Demonstration von Schülern und die Polizei taucht mit Schlagstöcken, Reizgas und Wasserwerfern auf! Auch auf Twitter gibt es entsprechende Berichte. Frank Rieger schreibt: 

#S21 Reizgas gegen Kinder, Leute die aus Augen bluten. Das soll mir bitte mal ein ein Befürworter verargumentieren. http://grin.to/WMsrk

Der User Tarzun schreibt: 

1989 hat keiner sein Augenlicht verloren und da wurde eine Diktatur gestürzt. Heute werden für neue Bahnhöfe friedliche Bürger geblendet.

Zu diesem Vorfall twittert die Organisation Robin Wood

Leider Bestätigt: Der Mann auf dem bekannten Foto hat tatsächlich sein Augenlicht verloren. Das macht uns traurig und wütend. :( #S21
Präzisierung: Nach unserem Wissen geht es um das rechte Auge des Mannes. Volle Erblindung können wir nicht bestätigen. #S21

Nikki Britz bringt es bei Twitter eigentlich ganz gut auf den Punkt: 

Es geht nicht mehr nur um den Bahnhof. Es geht um die Arroganz der Machthaber und dass das Volk die Faxen dicke hat. #21

Was ist bloß aus diesem Staat geworden, der so rücksichtslos gegenüber seinen Bürgern vorgeht, die ihr gutes Recht auf Demonstration wahrnehmen? Dyfa (Nikki) hat hinsichtlich der Arroganz der Machthaber Recht - und auch, daß das Volk diese mehr als satt hat. Insofern ist es auch nur folgerichtig, daß sich die Proteste nun nicht mehr auf Stuttgart beschränken, sondern inzwischen wohl auch in Berlin und Regensburg gegen Stuttgart21 protestiert wird.

Es ist wünschenswert, daß sich die friedlichen Proteste bundesweit ausdehnen würden. Nicht nur gegen Stuttgart21, sondern auch gegen die Art und Weise, wie der Wille der Bevölkerung ignoriert und niedergeknüppelt wird. Das Vorgehen der Polizei in Stuttgart heute war jedenfalls einer Demokratie unwürdig und beschämend. Über 100 Verletzte.

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