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Osama Bin laden tot

Osama Bin Laden ist tot. Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge in New York auf das World Trade Center wurde von einer US-Spezialeinheit in Pakistan getötet. Tagesschau.de berichtet: 

Der Chef des Terrornetzwerks Al Kaida, Osama bin Laden, ist tot. Amerikanische Spezialkräfte hätten bin Laden in einer Kommandooperation in Pakistan getötet, sagte US-Präsident Barack Obama in einer Fernsehansprache. "Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan", sagte Obama.

Vielleicht wurde aus der Sicht der USA der Gerechtigkeit Genüge getan, aber sicherlich nicht dem Recht und Gesetz. Einen Menschen zu töten, ist immer falsch. Wenn dies dann auch noch ohne ordentliches Gerichtsverfahren gemacht wird, ist es ein Verbrechen, daß die Grundsätze rechtsstaatlichen Handelns mißachtet.

Spiegel Online hat noch mehr Informationen zu diesem Vorgang: 

Auf diese Nachricht haben die USA fast zehn Jahre gewartet: Qaida-Chef Osama Bin Laden ist tot. Die USA sind im Besitz seiner Leiche, seine Identität wurde durch eine DNA-Analyse zweifelsfrei bestätigt. [...]

Die Aktion sei in Zusammenarbeit mit Pakistan durchgeführt worden. Er habe den pakistanischen Präsidenten über die Lage informiert. Beide seien sich einig gewesen, dass es eine gute Gelegenheit zum Zugriff sei. Bin Laden hatte sich nach Aussage Obamas in einem dreistöckigen Haus versteckt, in einer Gegend, in der viele pakistanische Generäle leben. Das Gebäude war durch große Mauern gesichert. Erste TV-Bilder eines pakistanischen Nachrichtensenders zeigen das brennende Gebäude, riesige Flammen steigen in den nächtlichen Himmel.

Bedenklich finde ich auch, daß die USA im Besitz der Leiche Bin Ladens sind. Die Frage, die sich mir stellt, ist: Wieso wurde Bin Laden nicht festgenommen, sondern "gezielt getötet" wurde, wie vorhin im Radio gesagt wurde? Damit hat man Bin Laden zweifelslos in einigen Kreisen zu einem Märtyrer gemacht. Weitere Terroranschläge sind nun sicherlich vorprogrammiert.

Mit dieser Aktion haben sich die USA keinen Gefallen getan. Wieder einmal haben sie gezeigt, daß es ihnen nicht um Recht und Gesetz geht, sondern um Lynchjustiz in übelster Westernmanier. Die USA als selbstgerechter Sheriff der Welt, der sich herausnimmt, sein eigenes Gesetz immer und überall mit Waffengewalt durchzusetzen. Dieses Bild der USA wird neue Anschläge provozieren und leider nicht zur Deeskalation beitragen. Die Kommentare, die nun aus Washington verlautbaren, sind übrigens wenig geeignet, die Lage zu beruhigen, sondern zeigen vielmehr dieses Selbstverständnis der USA, mit der sie sich in anderen Ländern unbeliebt machen: 

Der frühere US-Präsident Bill Clinton sagte in einer Stellungnahme: "Dies ist ein sehr wichtiger Moment, nicht nur für die Familien derer, die am 11.September ihr Leben verloren, sondern für alle, die für eine gute Zukunft für unsere Kinder arbeiten. Für eine Zukunft in Frieden, Freiheit und Zusammenhalt. Ich gratuliere dem Präsidenten, dem Nationalen Sicherheitsrat und unserem Militär."

Expräsident George W. Bush gratulierte seinem Nachfolger. Obama habe ihn angerufen und gesagt, dass US-Truppen Bin Laden getötet hätten, teilte Bush mit. "Dieser bedeutsame Erfolg markiert einen Sieg für Amerika, für die Menschen, die nach Frieden auf der Welt streben, und für all diejenigen, die Angehörige am 11. September 2001 verloren haben", so Bush. Die USA "haben eine unmissverständliche Botschaft gesandt: Egal wie lange es dauert, der Gerechtigkeit wird Genüge getan", sagte der frühere Präsident.

Richtiger wäre gewesen, Bin Laden festzunehmen und vor ein Gericht zu stellen, vielleicht sogar vor dem Internationalem Strafgerichtshof in Den Haag. Dummerweise erkennen die USA den IStGH nicht an, weil sie selber damit rechnen müssten, selber dort angeklagt zu werden. Allerdings finde ich, daß dies der eigentlich korrekte Weg gewesen wäre, Bin Laden verurteilen. Die Vorgehensweise der USA jedoch ist selber kriminell und nicht eines Staates würdig, der für sich reklamiert, rechtsstaatlich zu sein.

Ich glaube nicht, daß damit der "internationale Terrorismus" gestoppt ist, sondern nun erst wieder entfacht wird. Wenn Bin Laden jedoch tatsächlich unmittelbar hinter all den Anschlägen gesteckt haben sollte, dann wäre ja nun ein guter Zeitpunkt, alle diese unsäglichen Anti-Terror-Gesetze zurückzunehmen.

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Comments

Genau das Gleiche habe ich auch gedacht. "Positiv" daran ist, dass jetzt die USA und die US-Amerikaner wieder das primäre Ziel von Anschlägen werden und Europa wieder etwas aus der Schusslinie ist.

Erst heute wird mir klar, was für eine Schamlosigkeit geschehen ist, was für Ungeheuerlichkeiten im Gange sind. – In den USA tanzt der Mopp auf der Straße, weil ein alter Mann erschossen wurde. Wie im Mittelalter wird tatsächlich das Böse personifiziert und möglichst verbrannt. Eine gestandene Frau sagte: Nun ist unser Feind tot und unser Wirtschaft kann wieder loslegen. Wie blöd darf man eigentlich sein? Ab einem bestimmten Grad wird Dummheit gemeingefährlich und die Zivilisation rutscht ab in die Barbarei. Denen von der Straße reden die Machthaber und ihr Medienapparat nach dem Mund. Einzig der Vatikan und ein evangelischer deutscher Theologieprofessor sagen öffentlich, daß der Tod eines Menschen kein Grund zu Freude sei. Der Hergang der Erschießung bleibt dunkel: Kampf oder Exekution? CNN berichtet, es habe sich um eine „Kill Mission“ gehandelt. Ekelhaft wird der medial veröffentlichte Sprachgebrauch: Bin Ladins Frau sei als „Schutzschild“ benutzt und deshalb auch erschossen worden. Wahrscheinlich hat sich uraltem Brauch gemäß die Frau, im Vertrauen auf menschliche Reflexe der Killertruppe angesichts Schwacher, vor ihren Mann gestellt, um ihn vorm Erschossen werden zu bewahren und lieber als lebenden Gefangen zu sehen. Warum hat man ihn nicht verhaftet? Offenbar sollten alle erschossen werden, keine Zeugen, keine Erklärungen. Die Aktion wurde gefilmt und zeitgleich ins Weiße Haus übertragen. Gewiß ist das kein zur Veröffentlichung bestimmter Streifen, aber irgendwann werden wir gezeigt bekommen, wie der Alte samt Frau, Sohn, Personal chancenlos & brutal abgeknallt wurden. Westliche Zivilisation: das hieß doch einst zumindest formale Rechtmäßigkeit, Aufklärung, vor Gericht stellen sowie Hintergründe, Motive, Mittäter offenlegen. Das war doch einst unser und unserer Väter Stolz! Auf jeden Fall unterschieden wir uns durch rechtmäßiges Vorgehen von unseren Feinden. Daran scheint keinem mehr gelegen zu sein, abknallen und verschwinden lassen ist die neue Maxime. Der Zweck heiligt wiedereinmal die Mittel. Solcher Schlag geht unfehlbar ins eigene Fleisch. Und es ist kein Einzellfall, vom Beispiel Israel hat man offenbar gelernt, Feinde ohne Gerichtsurteil und Vorwarnung samt Frauen Kindern Nachbarn umzubringen; staatlich verordneter Mord oder Totschlag? Liquidation, Verflüssigung, heißt dafür das neutrale Word der Technokraten. Kriegsrecht?! Und auch in Libyen schießt die NATO, was sie bestreitet, mit Raketen auf Wohnhäuser, tötet einen politisch belanglosen Sohn des Tyrannen und dessen drei Enkelkinder. Das nennt man asymmetrische Kriegsführung.

Dienstag, 3. Mai 2011

Ich finde das alles immer sehr fraglich, was erzählt wird. Bin jetzt niemand der auf der Suche nach Verschwörungen ist, aber wir sollten uns vielleicht immer mal die Frage stellen ob das was erzählt wird auch wahr ist.

Meiner Meinung nach kann es auch möglich sein, dass der Tod vorgetäuscht ist um die aktuelle Situation in Amerika zu beruhigen und Obama besser darstehen zu lassen. Als der Präsident der es geschafft hat, gegen Al Qaida vorzugehen.

Jedenfalls denke ich, dass wenn die Regierung uns weiß machen möchte, dass es so ist, dann könnte sie es auch. Ich denke da an den feinen Film "Wag the dog".

Was meint ihr?

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