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Lesestoff 2010

Das Internet ist eine ziemlich große Informationsquelle, die ich auch gerne anzapfe und darin lese. Aber häufig ist es auch sinnvoll, sich nicht nur aus dem Internet zu informieren, sondern auch mal ein Buch zu lesen. Nicht nur, weil ich ein Buch dem Bildschirm als Medium zum Lesen vorziehe, sondern weil in einem Buch auch ein Thema anders angegangen wird als in dem oftmals schnellebigen Internet.

Folgende Bücher habe ich dieses Jahr gekauft und auch gelesen: 

Wie man leicht erkennen kann, drehen sich die Bücher mehr oder weniger alle um die Grundrechte, mit Ausnahme des Buches von Wolf Schneider. Zum einen sind da die Bücher, die direkt auf die Privatsphäre abzielen wie das von Peter Schaar, zum anderen eine ganze Reihe von Büchern, die sich mit dem Grundgesetz befassen. Der Grund hierfür ist relativ einfach: 

Durch die Bestrebungen der Sicherheitsfanatiker in Politik und Wirtschaft sind unsere Grundrechte bedroht. Die Grund- und Menschenrechte sind in den ersten Artikeln unserer Verfassung aufgeführt und binden die staatliche Gewalt. Die Geschichte dieser Grundrechte zu kennen, woher sie kommen und wie sie in unser Grundgesetz gekommen sind, ist meiner Meinung nach elementar wichtig, um das Ausmaß der Bedrohung zu erkennen, die seit einigen von den Bestrebungen ausgehen, eben diese Grundrechte in Namen eine obskuren Sicherheitspolitik beschneiden zu wollen.

Auch das Buch von Ralf Dahrendorf geht in diese Richtung. Allerdings ist Dahrendorfs Buch bei weitem keine leichte Lektüre. Er schreibt nicht nur über Intellektuelle, er war selber einer von ihnen und so setzt er auch in seinem Buch eine entsprechende Bildung voraus. Aber er erörtert sehr schön wie sich Intellektuelle im Wandel der Zeit mit den entsprechenden Widrigkeiten auseinander setzen mussten, auch in der Nazi-Zeit, in der ja auch die Grundrechte keine Bedeutung hatten.

Und damit gelange ich auch schon zum nächsten großen Themenkomplex in meinem Bücherreigen: Der Widerstand der weißen Rose im NS-Regime und die Geschichte von Hans und Sophie Scholl. Auch hier ist es interessant zu verstehen, was die Geschwister Scholl erst zu den Nazis hingetrieben hat. Beide halfen am Aufbau der Hitler-Jugend in Ulm maßgeblich mit, doch irgendwann wendete sich das Blatt und sie wandten sich gegen das Regime, womit sie letztendlich mit dem Leben bezahlten.
Die Hintergründe des Wandels werden mitunter sehr eindrücklich in den Biografien beschrieben. Und sie dienen auch dem Verständnis, wieso der Parlamentarische Rat in den Jahren 1948/49 unser Grundgesetz in der Form verfaßt hat, wie es nun war.

Gerade das Buch von Christian Bommarius ist meiner Meinung nach hervorragend geschrieben. Und es endet mit einem Plädoyer für das Grundgesetz, für die Wahrung der darin verbrieften Grundrechte und mit einer klaren Warnung, daß eben diese Gefahr laufen, im Namen der Sicherheit geopfert zu werden.  Aber darauf werde ich in einem gesonderten Artikel nochmal genauer eingehen.

Wer die Geschichte des Grundgesetzes nicht kennt, kann nicht die Gefahr beurteilen, die das Grundgesetz bedroht. Deshalb empfehle ich obige Bücher gerne zur Lektüre.

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