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Juni 2011

Drupalcity Berlin am 17.-18. September

Nachdem wir Rostocker Drupal-User im März erfolgreich unseren DrupalDay MV veranstaltet haben, haben sich natürlich auch Kontakte zu anderen Drupal-Usern aus anderen Städten ergeben. So zum Beispiel nach Berlin. Dort wird gerade die Veranstaltung "drupalcity" vorbereitet und im Rahmen dessen auch nach Sponsoren gesucht. Ich gebe den Aufruf mal hier weiter: 

Hallo,

vom 17.-18. September veranstaltet die Drupal Usergroup Berlin das DrupalCamp Deutschland in Berlin. Mit dem L-4 Institut (http://www.l-4.de/) wurde bereits eine geeignete Location gefunden.

Folgende Themenschwerpunkte sollen den inhaltlichen Rahmen bilden: Drupal Distributionen, Drupal Mobile, Geo Location, Semantic Web, Drupal Search und Mehrsprachigkeit.
Das Camp richtet sich an Drupal Einsteiger, Designer, Site Builder, Entwickler, Entscheider und allen, die an Drupal interessiert sind.

Weitere Informationen findet ihr auf der Camp Website unter
http://www.drupalcity.de

Ohne Unterstützung durch Sponsoren wäre es nicht möglich, das Camp für die Teilnehmer preiswert durchzuführen. Heute fragen wir euch, ob ihr die Idee des Drupalcamps mit einem Sponsoring unterstützen könnt. Im Gegenzug bieten wir euch an, eure Sichtbarkeit in der Drupal Community zu erhöhen.

Im Anhang findet ihr einen Flyer mit den verschiedenen Sponsorpakete.
Wir freuen uns, von euch zu hören und stehen für weitere Fragen gern zur Verfügung.
Ansprechpartner für das Sponsoring ist Jens Scharenberg. Kontaktinformationen sind im Flyer auf der letzten Seite.

Grüße vom Team Drupalcamp Berlin

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Drupalcity - Drupalcamp Deutschland
Berlin, 17.-18. September 2011
http://www.drupalcity.de
http://twitter.com/dcberlin
http://www.facebook.com/drupalcamp.berlin

FsA11 in Not

Vor ein paar Tagen habe ich ja an anderer Stelle schon einmal auf die (eigentlich) am 10. September geplante "Freiheit statt Angst" Demo in Berlin hingewiesen. Ich verfolge die Planungen hierzu auch schon einige Zeit in der entsprechenden Mailing Liste "Buendnis FSA" und ab und zu schaue ich auch mal ins Etherpad beim FoeBuD. Und eben dort auf der Mailing Liste regt sich gerade ein wenig Unmut oder auch Verzweiflung, daß es nicht mit der Planung voran geht.

Gero Nagel hat gestern nun auch einen kurzen Artikel im FsA-Blog geschrieben und das Auf-der-Kippe-stehen der diesjährigen Demo thematisiert: 

Intern gab es die letzten Wochen einige Quereleien. Der AKV scheint nicht mehr 100%ig hinter der FsA zu stehen, die Demo soll(te) am 10.09. stattfinden – damit sind es nicht einmal mehr 3 Monate und es gibt noch nicht einmal eine Neuauflage des Blogs. Überall hakt es und es will einfach nicht weiter gehen. Nicht einmal der Aufruf für die Demo steht (der letztes Jahr Anfang Mai draußen war – und von da an wurde auch effektiv gearbeitet).

Es gibt kaum Aktivitäten um die anstehenden Demo herum und alles. Kaum jemand will eine Aufgabe übernehmen, oder kann es nicht, weil die Zeit nicht reicht. Fest steht: Wenn es keinen massiven Arbeitsschub gibt, dass Arbeiten einfach übernommen werden, dann wird es echt hart. Und bisher zeichnet sich der Arbeitsschub auch nicht ab.

Inwieweit der AK Vorrat sich an der Planung der Demo beteiligt, kann ich nun sicherlich nicht beurteilen, aber auffällig ist es schon, daß auf der Webseite noch kein neuer Aufruf steht und alles dort noch auf die Demo letztes Jahr verweist. Zu allem Unglück hat gestern auf der Mailing Liste dann auch noch eine wichtige, zentrale Persönlichkeit laut darüber nachgedacht, aus dem Projekt wegen verschiedener Gründe auszusteigen, was in meinen Augen äußerst bedauerlich wäre.

Deshalb reiche ich hier den Aufruf von Gero mal gerne weiter, mit der Bitte, euch doch bei den Planungen und Vorbereitungen einzubringen und euch zu beteiligen, damit es auch dieses Jahr wieder eine "Freiheit statt Angst" Demo in Berlin geben wird. Denn Gründe zum Demonstrieren sind reichlich da! Noch immer ist die Vorratsdatenspeicherung (VDS) ein Thema. Auch das Fluggastdatenabkommen PNR wird auf europäischer Ebene weitergetrieben wie auch die Internetsperren nun wieder über den Umweg Glücksspielstaatsvertrag ein Thema werden. 

Fast erscheint es mir aber auch so, als wenn die Luft raus ist und die Lobbyisten/Politiker insofern gewonnen haben, als daß sie einfach den längeren Atem haben und die Front der Kritiker sich einfach an den vielen Baustellen aufgerieben und abgearbeitet hat. Ralf Bendrath sieht das offensichtlich ganz ähnlich: 

Wenn die Demo 2011 nicht klappt, war das der erste Erfolg der Umarmungsstrategie. Dabei steht soviel an.

Ein erster Einstieg, wo man helfen kann, findet sich unter anderem in den Etherpads: 

Gerade Leute, die vor Ort, also in Berlin, helfen können sind gesucht, aber auch Leute, die mit anderen Kontakt aufnehmen können, denn schließlich gilt es wieder, mehrere Dutzend Organisationen unter einen Hut zu bringen.

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Einladung zum Wettbewerb per Postkarte

Heute lag eine Postkarte bei uns im Briefkasten, also dem richtigen, nicht dem elektronischen, die zu einem Blogwettbewerb einlädt. Und man könnte auch ein iPad2 gewinnen. Oh prima!

Denkt sich zumindest wohl so mancher Hobbyblogger und beteiligt sich gerne an der Aktion, den Pagerank der beworbenen Webseite zum Thema Finanzen hochzutreiben. Aber leider ist die Marketing UG aus Paderborn da bei mir an die falschen Stelle geraten. So einfach bin ich nicht käuflich und schon gar willig, etwaigen Finanzberatern ein Pagerank-Geschenk zu machen. Deshalb nenne ich hier weder Namen noch gibt es einen Link auf diese, in meinen Augen, dämliche und allzu durchsichtige Werbeaktion. Allerdings gibt es den Hinweis und die Bitte an meine werten Bloggerkollegen, sich nicht so einfach zu verkaufen und lieber unabhängig zu bleiben. Hinterfragt lieber einfach mal kurz solche Aktionen und laßt euch nicht einfach durch ein schnödes iPad ködern, bei dem die Gewinnchancen auch recht gering sind.

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PNR-Kommentar in der TAZ

Interessierte Kreise wissen ja schon seit längerem über das Vorhaben der EU Bescheid, ein eigenes Abkommen zu den innereuropaeischen Flugpassierdaten (PNR) nach dem Vorbild der USA zu beschließen und umzusetzen. Ab und zu liest man dann auch mal in allgemeinen Medien, also nicht nur in Blogs und Seiten wie nopnr.org, zu diesem Thema. So nun auch in einem Kommentar von Christian Rath in der Online-Version der TAZ:

An drei zentralen Punkten geht die Fluggastdatenspeicherung weiter als die Telekomvorratsspeicherung: Die Daten sollen fünf Jahre (statt sechs Monate) vorsorglich gespeichert werden. Die Daten sollen zentral beim Staat aufbewahrt werden. Vor allem aber sollen die Fluggastdaten permanent ausgewertet und verknüpft werden, um so überhaupt einen Verdacht gegen bislang unverdächtige Personen zu schöpfen.

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Das ist nicht nur politisch ein qualitativ neuer Schritt zum Überwachungsstaat. Der Fluggastdatenvorschlag verstößt auch ausdrücklich gegen die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts. Dieses hat im März 2010 die Speicherung der Telekomdaten im Prinzip gerade noch akzeptiert. Hier bahnt sich ein ernster Verfassungskonflikt mit der EU an.

Daß das Vorhaben dem juristischen Dienstes des Rates zufolge grundrechtswidrig ist und gegen die EU-Menschenrechtecharta verstößt, wurde ja schon an anderer Stelle erwähnt. Und im Grunde bahnt sich da auch kein ernster Verfassungskonflikt an, sondern ein handfester Verfassungsbruch. Schon jetzt ist die ganz Terrorhysterie ja ohnehin schon völlig absurd! Warum man z.B. Flüssigkeiten im Flieger nur in 100 ml Flaschen mitnehmen kann, aber davon dann eine ganze Handvoll, auf der anderen Seite aber nicht eine 0.5l Flasche Wasser ist nicht rational nachvollziehbar. Und warum die Übermittlung von Essenswünschen und anderen PNR-Daten dem Kampf gegen den Terror dienen soll, entzieht sich auch völlig meinem Verständnis. Das ist lediglich reines Datamining und Profiling unbescholtener Bürger, die ohne konkreten Anlaß unter Generalverdacht gestellt werden. Und damit eben verfassungswidrig.

Und es ist eine eklatante Mißachtung der Verfassungen der europäischen Staaten und der Grundrechtecharta der EU unserer Politiker, wenn sie dieses Vorhaben weiter vorantreiben. Wohlgemerkt scheint sich Widerstand im direkt gewählten EU-Parlament zu regen, aber die EU-Kommission, die sich aus Gesandten der EU-Mitgliedsländern, also mithin der Regierungen, zusammensetzt, agiert offen gegen diese Grundrechte. Letztendlich klüngeln also die Regierungen der einzelnen Mitgliedsstaaten im Rahmen ihrer Richtlinienkompetenz Grundrechtsverstöße gegen ihre eigenen Bevölkerungen aus.

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Samoa in Warnemünde wird zum Resort

Wer schon einmal in den letzten 10 Jahren in Warnemünde war und die Promenade entlangschlenderte, wird das Samoa kennen: eine Subventionsruine. Also eigentlich ist es schon ein Schwimmbad. In unmittelbarer Strandnähe. So richtig mit Saune und schwimmen konnte man dort wohl auch nie so richtig, weil es halt eher ein Spaßbad war. Und recht teuer im Eintritt. Außerdem gab es noch ein großes Spaßbad in Wismar. Und in Güstrow. Und in Graal-Müritz.

Wer also nicht unbedingt durch das Land reist und als Hobby Spaßbadbesuchen hat, dürfte kaum nach Warnemünde gekommen sein. Deshalb schloß das Samoa auch noch wenigen Jahren, weil zu wenig Besucher kamen. Oder halt, weil mit mehr Besuchern kalkuliert wurde. Aber das ist halt immer so, daß die voraussichtlichen Besucherzahlen bei Bauprojekten, die eine Förderung beantragen, etwas geschönt wird. Hätten die Förderstellen ja eigentlich auch wissen sollen, daß ein Spaßbad in Strandnähe im Sommer vielleicht nicht so der Besuchermagnet werden wird. Und im Winter sind halt kaum Touristen da.

Nach also ca. 10 Jahren Leerstand wurde das Samoa nun irgendwann verkauft. An die Deutsche Immobilien AG, die daraus nun mit Arosa ein entsprechendes Resort draus machen will. Somit ist die Wellness-Umgebung schon vorhanden. Was fehlt, ist ein Hotel. Nun könnte man ja meinen, daß das Neptun gleich daneben genügend Betten bietet und bereits existiert. Allerdings hat das Neptun auch einen eigenen Wellness-Bereich. Also muss ein eigenes Hotel her, wie das Stadtnachrichten-Portal das-ist-rostock.de berichtet: 

Wahrlich ein Koloss, das Bettenhaus, das im Ensemble mit dem neuen Bade- und Wellnessbereich im ehemaligen "Samoa"-Spaßbad entstehen soll. Und an dem sich auf seiner jüngsten Sitzung die Gemüter des Ortsbeirats entzündeten, der dem Vorhaben noch im März zugestimmt hatte. Allerdings befindet sich der geplante Neubau im Rahmen des Bebauungsplans, der vor vier Jahren öffentlich ausgelegt und von allen zu befragenden Gremien vom Ortsbeirat bis zur Bürgerschaft abgesegnet wurde.

"Wir haben alle Vorgaben eingehalten", sagt Hans-Joachim Hasse, Vorstand der Deutschen Immobilien AG, die das Arosa-Resort an der Strandpromenade neben dem Hotel Neptun bauen will. Die im B-Plan zugelassene Höhe von 42 Metern ist den Plänen zufolge um 1,50 Meter unterschritten. Die obersten beiden Stockwerke sind zurückgesetzt und von einer umlaufenden Terrassse umgeben. Die Zufahrt wurde im Vergleich zum B-Plan verkürzt: Anreisende Gäste fahren über die Straße "Zur Promenade" in den (heutigen Fußgänger-)Weg, der sie mit der Schillerstraße verbindet und dort vor bis zu einem Rondell vorm Eingang an der Westseite des Gebäudes. "Der Stephan-Jantzen-Park wird nicht angerührt", weist Hasse auf einen Punkt hin, der den Warnemündern stets wichtig war.

Also kommt nun noch ein 40stöckiger Koloss, oder wie es Sybille Bachmann beschreibt, eine "Bettenburg mit Planschbecken" in unmittelbarer Nähe zum Hochhaus Neptun hinzu. Damit dürfte sich die Charakteristik und die Silhouette Warnemündes am Strand nachhaltig ändern. Ein richtiges Schwimmbad wird das Samoa auch nach dem Umbau nicht sein. Mit einem Becken von 25x14 Metern ist es zwar recht groß, aber dafür nur 1,35m tief. Das soll zwar für das von den Warnemündern gewünschte Schulschwimmen ausreichend sein, aber Schwimmabzeichen kann man dort nicht machen, da hierzu das Tauchen in 2m tiefem Wasser dazugehört, wie sich jeder selber erinnern kann, der in seiner Kindheit ein Schwimmabzeichen erworben hat.

Einen weiteren Nebeneffekt hat die Wassertiefe von 1.35m natürlich auch noch: man braucht keinen Schwimm- bzw. Bademeister, denn der ist wohl erst ab einer Tiefe von 1.40m Pflicht.

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Harald Welte über GMail & Co.

Ja, ich komme mal wieder kaum hinterher mit all den interessanten Links, auf die ich verweisen möchte. So befindet sich auch der Link zu Harald Weltes Rant über die Benutzung von GMail & Co seit ein paar Tagen im Browser und wartet auch Beachtung. Harald stellt sich darin die Frage, warum gerade Hacker häufig Dienste von Google oder anderen Größen des Netzes verwenden?

Yesterday morning I was reading through the logs of my exim-based mailserver and noticed _how_ many messages were delivered to Google/Gmail. This is mostly related to the various mailing lists that I'm hosting at lists.{gnumonks,osmocom}.org.

Now if those lists were general-purpose mailing lists for let's say a group of environmentalists or a local model train club, I wouldn't be surprised. But almost all of those lists are about very technical projects, where the only subscriber base should be people from either the IT security community, or the Free Software community. The former is typically extremely security and privacy aware, whereas the latter is at least to some extent in favor of what I would describe as 'being a producer rather than just a consumer of technology.

Das wundert mich in der Tat auch, daß viele Leute, die es eigentlich besser wissen müssten, wie selbstverständlich Dienste von Google benutzen. Auch in meinem erweitertem Bekanntenkreis musste ich schon häufiger die Erfahrung machen, daß dann einfach ein Vorschlag kam, etwas bei Google abzulegen, wenn der Bedarf an einer technischen Infrastruktur-Lösung zwecks Kollaboration aufkam. Sei es, um Dokumente zu bearbeiten oder einfach nur abzulegen.

Harald nennt auch gleich drei gute Gründe gegen die Benutzung von Google& Co: 

So why is there such a high degree of Gmail usage among those groups? I really don't get it. Let me illustrate why this is a surprise:

  • you give away control over your personal data

    Control over your own data means you own it, you have it on your hard disk, it is not on somebody else's storage medium. Control over your data also means that somebody needs a search warrant to your home in order to get to it. It also means that you decide when or how to shut it down, not a large corporation in a foreign country.

  • you put your personal data within the U.S. jurisdiction

    Depending on where you are, this may or may not be an improvement. I don't want to start a political debate here, but you have to be aware what this means specifically, especially in terms of government authorities or private companies getting access to your mails. I myself would not even say that I understand enough about the US legal system to determine the full outcome of this. Also, in case there was a subpoena or other legal action in the US, how would I defend myself? That's so much easier in my home country, where I know the laws and regulations.

  • you give Google not only the social web information who mails whom, but also the full content of that communication

    Now Google may have privacy policies and other rules that this data is not to be mined for whatever purposes they deem fit. But first of all, what guarantees do you have on it? Definitely less than if you ran your own mail server on your own hardware. Secondly, whatever Google promises is always within the scope of the US jurisdiction. In the 10-year aftermath of 9/11 there have been a number of alarming developments including wiretaps to phone lines without court review/order, etc.

Das sind in der Tat Punkte, die für mich einzeln genommen schon ausreichend genug sind, um mich eben nicht in die Fänge von Google, Facebook, Web.de und wie sie nicht alle heißen zu begeben, sondern mich auf meine eigene Infrastruktur zu stützen, soweit dies möglich ist. Ich bin ja deshalb sowieso ein großer Freund des Self-Hostings, wobei der Server schon noch bei einem Hoster steht, aber halt unter meiner administrativen Kontrolle steht.

Nicht, daß ich nicht auch am Anfang mich der Dienste einer Firma bedient hätte. Aber angefangen habe ich damals 1994 mit Fido.de bzw. ein Jahr später bereits mit der Mitgliedschaft bei einem Verein im Individual Network e.V., namentlich bei westfalen.de. Beruflich bedingt folgten dann bei Umzügen auch noch cologne.de (heute CNEV.de) in Köln und in-berlin.de als ich in Babelsberg war. Lediglich die in-berlin.de Mitgliedschaft habe ich beim Wegzug aus Berlin gekündigt. Die beiden anderen Dienste nutze ich auch heute noch, was sich aber inzwischen auf den Empfang von Spam-Mails reduziert hat.

Aber die Idee einer dezentralisierten Infrastruktur und kleiner Bürgervereine, die sich um Internetzugänge für alle bemühen, finde ich einfach gut und vor allem sinnvoll. Und so läuft bei mir auf dem Server auch ein Gateway als Virtual Machine für die Opennet-Initiative aus Rostock, die hier wie Freifunk in Berlin ein WLAN-Netz in Rostock und umgebenen Dörfern aufgebaut haben.

Deshalb verwundert es natürlich auch nicht, daß ich Haralds Ratschlag am Ende schon beherzige und auch umsetze: 

Now hosting your own mailserver on your own machine might be a bit too much effort in terms of money or work for some people. I understand that. But then, there are several other options:

  • You team up with some friends, people you know and trust, and you share the administrative and financial effort
  • You look out for NGOs, societies, cooperatives or other non-for-profit groups that offer email and other services to their members. At least in Germany we traditionally have many of these.
  • You use a local, small Internet service company rather than one of the big entities.

While you still give up some control with those alternatives, you keep your data within your jurisdiction, and you still keep the spirit of de-centralization rather than those large concentrated single point of failures.

Bis auf den letzten Punkt kann ich also Vollzug melden. Da ich entsprechende Bandbreite brauche (Backup zwischen mehreren Standorten), bin ich auf VDSL angewiesen, wenn ich nicht dabei arm werden will. Aber ich biete durchaus Freunden und Bekannten Hosting, Mail und andere Dienste wie Jabber oder VPN an. Insofern kann ich Haralds Forderungen nach mehr Self-Hosting, dezentralisierten Strukturen und der Vermeidung von Google & Co nur unterstützen und dazu auffordern, mehr eigene Strukturen zu nutzen und die eigenen Daten wieder in die eigene Hoheit zurückzuführen!

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Friedrich Kellner: "Ein Volk, das seine Grundrechte aufgibt, ist ein Scheißhaufen"

Die Nazi-Zeit ist den meisten heutzutage ja nur noch aus dem Geschichtsunterricht bekannt und für die meisten dürften auch die gängisten Widerständler gegen den Nationalsozialismus wie Dietrich Bonhoeffer, Graf Stauffenberg oder Hans und Sophie Scholl ein Begriff sein. Aber meistens hört es schon bei der zweiten Riege wie Martin Niemöller, Graf von Galen oder Alexander Schmorell auf. Ein Friedrich Kellner dürfte den allermeisten jedoch noch nie untergekommen sein. Und streng genommen zählt Kellner auch eigentlich gar nicht zu denen, die Widerstand im Nationalsozialismus leisteten, wie wir allgemein üblich Widerstand definieren. Vielmehr besteht sein Kampf gegen den Nationalsozialismus darin, daß er die Greueltaten der Nazis dokumentiert hat. Und darüber gab es heute bei der Sueddeutschen einen Artikel, in dem am Ende ein bemerkenswerter Satz steht (Hervorhebung von mir): 

Das Hauptmotiv Friedrich Kellners war seine demokratische Grundüberzeugung: "Die Zivilisation hängt von der Achtung des Rechtes ab." Aus ihr bezog er die innere Stärke für seine Art des verzweifelten individuellen Widerstands. Er wusste: "Ein Volk, das seine Grundrechte aufgibt, ist ein Scheißhaufen." Er hatte das unstillbare Bedürfnis, das Geschehen aus seiner eingeengten Sicht für die Nachwelt zu archivieren, und die Absicht, heimlich Material für die Bestrafung von Tätern und ihren Gehilfen zu sammeln.

Eigentlich muss man diesen einen Satz nochmal für sich betrachten: 

Ein Volk, das seine Grundrechte aufgibt, ist ein Scheißhaufen.

Und damit hat er nicht nur Recht, sondern schlägt im Prinzip auch in die gleiche Kerbe wie das Zitat, das Benjamin Franklin zugeschrieben wird: "Wer Freiheit für Sicherheit aufgibt, wird beides verlieren.

Während Freiheit zweifelslos zu den Grundrechten gehört, ist Sicherheit nur ein Zustand, aber an sich kein Grundrecht. Den Wert der Grundrechte hat auch der Sozialdemokrat Kellner gekannt und das wunderbar verkürzt auf diesen einen prägnanten Satz konzentriert.

Dem Unrecht der Nazis setzte er die Dokumentation desselben entgegen, in der Hoffnung, daß nachfolgende Generationen daraus lernen würden, wie auch bei Wikipedia zu lesen ist: 

Ich konnte die Nazis damals nicht in der Gegenwart bekämpfen. Also entschloss ich mich, sie in der Zukunft zu bekämpfen. Ich wollte kommenden Generationen eine Waffe gegen jedes Wiederaufleben solchen Unrechts geben. Meine Augenzeugenberichte sollten die barbarischen Akte aufzeichnen und auch zeigen, wie man sie beenden konnte.

Leider sind auch heute wieder die Grundrechte durch Politiker in Gefahr, die lieber zugunstern einer ominösen und nicht nachgewiesenen effektiven Sicherheitspolitik lieber die Grundrechte beschränken wollen, wie zum Beispiel beim PNR-Abkommen mit den USA.

Übrigens: am 10. September soll in Berlin wieder die "Freiheit statt Angst" Demo stattinden! Zeit und Gelegenheit, für Grund- und Bürgerrechte zu protestieren!

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Zeit Online: "Liebe Marie..."

Letzte Woche hat Zeit Online einen Artikel eines Journalisten in Form eines Briefes an seine Tochter veröffentlicht. Zumindest bei Twitter gab es daraufhin jede Menge Leseempfehlungen, die ich auch an dieser Stelle nochmal wiederholen möchte. Na, jedenfalls geht es darum, daß im Zuge der Schulreformen die Schüler inzwischen fast mehr arbeiten als die Erwachsenen. Henning Sußebach in "Liebe Marie," zum Beispiel: 

Du hast jeden Tag sieben Stunden Schule und weißt nicht, dass ich als Kind niemals täglich sieben Stunden hatte, in keinem einzigen Schuljahr. Dass ich nachmittags allenfalls vor dem Abitur so viel gelernt habe wie Du jetzt in der fünften Klasse, und niemals auf dem Weg ins Kino. Und dass ich heute manchmal so tue, als müsste ich noch arbeiten, wenn ich abends nach Hause komme und sehe, wie Du über Grammatik-Arbeitsblättern sitzt: \[...\] Ich hefte dann Rechnungen ab, schreibe EMails und sortiere Zeugs. Ich will nicht freihaben, solange Du noch arbeitest. Ist das nicht verrückt? Irgendjemand hat die Welt verdreht! Nur wer?

Weißt Du: Das alles ist nicht einfach so passiert. Die freie Zeit ist nicht einfach so verschwunden. Wir Erwachsenen haben Euch ein Jahr Eurer Kindheit gestohlen. Aus Eile und Angst.

Oder auch dies hier: 

Schon 1993 (als uns die Chinesen noch egal waren und es keine Schulvergleiche gab) passierte es: Da empfahlen die Finanzminister aller deutschen Bundesländer, Euch ein Schuljahr wegzunehmen. Nicht die Kultusminister, die sich um die Schulen kümmern! Sondern die Politiker, die aufs Geld aufpassen, die Zahlen statt Menschen sehen und deshalb wissen: Jeder Gymnasiast kostet 5000 Euro im Jahr. Geld für die Lehrer, den Hausmeister, die Tafeln und Turnmatten. Allein an Dir und Deinen 27 Klassenkameraden konnten sie also 140.000 Euro sparen.

Deshalb wurde Euch ein Jahr aus der Schulzeit gestrichen – aus dem Lernstoff aber strich man nur wenig. Ihr sollt auf dem Gymnasium in acht Jahren begreifen, wofür Eure Eltern noch neun Jahre Zeit hatten. Unseren Mangel an Zeit – wir haben ihn zu Eurem gemacht.

Deshalb hast Du jetzt eine 40-Stunden-Woche voller Unterricht und Hausaufgaben. Deshalb hast Du vor wenigen Monaten das Gitarrespielen aufgegeben. Deshalb telefonierst Du die halbe Klassenliste rauf und runter, bis Du jemanden zum Spielen findest. Alle sind beschäftigt.

Nunja, selbst zu meiner Mittelstufenzeit gab es schon einen "Ausschuß über die Belastungen der Schüler", in dem ich mit einem Mitschüler saß und zusammen mit den Eltern und Lehrern darüber diskutierte, wie stressig der Schulalltag für die Schüler schon geworden ist. Wir hatten allerdings damals 6 Stunden, maximal einmal die Woche 7 Stunden, fingen um 7:55 mit dem Unterricht an und hatten um 13:10 Unterrichtsschluß. Der Samstag als regulärer Schultag war schon einige Zeit vorher gestrichen worden. Dennoch kam es aufgrund von Hausaufgaben, bei denen jeder Lehrer meinte, daß sein Fach natürlich das wichtigste wäre und die anderen Lehrer keine Hausaufgaben mit auf den Weg gaben, und auch anderen bzw. außerschulischen Aktivitäten wie Schulchor oder -orchester, diversen AGs, Sportvereinen und Reitstunden zu Beschwerden nicht nur von Schülern, sondern auch von Eltern.

Im Nachhinein betrachtet kann man aber wohl sagen, daß wir damals noch eine ruhige Schulzeit genossen haben. Wenn ich daran denke, daß hier in Rostock die Schule wohl um 7:30 losgeht, habe ich dafür eigentlich kein Verständnis, da ich aus eigener Erfahrung weiß und inzwischen diverser Studien, die so durch die Medien geisterten, erfahren habe, daß Kinder eigentlich vor 8:30 bis 9 Uhr eigentlich sich gedanklich eher noch im Bett befinden und nicht großartig aufnahmebereit sind.

Aber auch die Verkürzung auf G8, also die achtjährige gymnasiale Schulzeit, halte ich für unsinnig, auch wenn gerade hier im Osten immer Stimmen laut sind, daß das ja früher auch schon so war und man ja auch nicht dümmer sei als die im Westen. Die Welt wird immer komplexer und schnellebiger, aber bei der Verkürzung der Schulzeit wurde nicht im gleichen Maße der zu bewältigende Lernstoff gekürzt. Auch den Wegfall der Orientierungsstufe in Niedersachsen vor ein paar Jahren halte ich für selten dämlich, da vielfach gefordert wird, die Schüler länger zusammen zu lassen. Eine Selektion nach der 4. Klasse ist einfach zu früh.

Sußebach schreibt: "Die freie Zeit ist nicht einfach so verschwunden. Wir Erwachsenen haben Euch ein Jahr Eurer Kindheit gestohlen. Aus Eile und Angst." Wer Michael Endes Buch "Momo" gelesen hat: das waren die Grauen Männer. Ein sehr empfehlenswertes Buch übrigens, gerade für Erwachsene. Einfach sich mal wieder die Zeit nehmen und etwas entschleunigen, sich nicht unter Druck setzen lassen, sondern sich seinen eigenen Takt suchen.

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Italien sagt Nein zu Berlusconis Plänen

Auch wenn mir das Referendum in Italien bis heute abend unbekannt war, ist das Ergebnis umso interessanter. Denn die Italiener sollten heute über die Wiedereinführung der Atomenergie, die Privatisierung der Wasserwerke und über eine Immunitätsregelung für Regierungsmitglieder (i.e. Lex Berlusconi). Und die Italiener stimmten mit "Nein" ab!

Damit sind die Italiener nun weiterhin auf einem strikten Anti-Atom-Kurs, den sie schon seit Tschernobyl eingeschlagen hatten, den Berlusconi aber zu Gunsten der Atomenergie verlassen wollte. Auch bei der Privatisierung der Wasserwerke wollen die Italiener offenbar keine Privatisierung und man sich so die Ergebnisse anderer Privatisierungen anschaut, sind die Italiener zu Recht mißtrauisch und skeptisch.
Naja, und das Lex Berlusconi, also dem Gesetz, das Berlusconi weitreichende Straffreiheit zusichern soll, ist ja schon längere Zeit ein Thema.

Interessant ist auch der Aspekt der Referendums an sich, denn zum ersten Mal seit 16 Jahren hat ein Referendum in Italien wieder eine ausreichend hohe Wahlbeteiligung, daß es gültig ist. Spiegel Online schreibt hierzu: 

Allein, dass die Volksabstimmung nicht am erforderlichen Quorum von mehr als 50 Prozent aller Wahlberechtigten scheiterte, freute sich Berlusconi-Vorgänger Romano Prodi, sei "ein politisches Signal". Und in der Tat, die Volksentscheide der vergangenen Jahre waren regelmäßig an zu geringer Beteiligung gescheitert. Die Italiener gingen an den Sonntagen - anders als etwa in den achtziger Jahren - lieber "al mare", "ans Meer", als zur Wahlurne. Damit hatte die Regierung auch jetzt gerechnet.

Aber das war dieses Mal ganz anders. Zwar war die Zeit zur Mobilisierung der Stimmberechtigten kurz wie selten. Und auf Geheiß des regierenden Medienzaren war im wichtigsten Informationsmedium des Landes so gut wie nichts vom Referendum zu sehen. Berlusconi gehören die drei führenden privaten Fernsehstationen und qua Amt hat er großen Einfluss auf die staatlichen TV-Programme.

Aber überall im Land engagierten sich Studenten und Bürger, Liedermacher und Priester. Am römischen Kolosseum, an den Türmen von Bologna, den Brücken in Venedig hingen Plakate. Neun Stunden musizierten und aktivierten populäre Musiker Tausende zumeist junger Menschen auf der römischen "Piazza del Popolo" ebenso wie in Bologna und Mailand. Pizzabäcker boten ihre Produkte denen gratis an, die mit einem "Ich habe abgestimmt"-Beleg vorbei kamen. Kleinstadtprediger und Kardinäle, selbst der Papst, meldeten sich mehr oder weniger dezent zu Wort. Das alles gab es in Italien lange nicht.

Offenbar haben die Italiener auch die bisherige Politik als solche satt und wollen wieder mehr selber mitbestimmen und engagieren sich wieder selber mehr. Das ist ein gutes Zeichen, insbesondere auch im Hinblick darauf, daß Berlusconi wohl alles versucht hat, die Wahlbeteiligung niedrig zu halten. Fragt sich nun noch, wie lange Berlusconi noch an seinem Amt kleben bleiben wird oder ob er den Wink mit dem Zaunpfahl versteht?

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Festspiele MV: Daniel Hope & Orchester l'arte del mondo in Samow

Überraschenderweise bekamen wir gestern zwei Karten für ein Konzert im Rahmen der Festspiele MV, da unsere Nachbarn, die sie eigentlich hatten, krankheitsbedingt ausfielen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön und gute Besserung! Also begaben wir uns heute Nachmittag zum Herrenhaus Samow, wo das Konzert mit Daniel Hope und dem Orchester l'arte del mondo stattfand.

Mal davon abgesehen, daß uns unser Navi mal wieder seltsam dorthin geführt hat (es ging über Wirtschaftswege in schönster DDR-Plattenwegs-Manier), kamen wir pünktlich und ausreichend frühzeitig an, daß wir noch einen Kuchen bzw. ein Eis essen konnten, eh wir in die Festscheune gingen, einem ehemaligen Kuhstall. Die Scheune war recht hübsch hergemacht und zeigte nicht mehr viel von ihrer ursprünglichen Verwendung.

Das Konzert selber ging ca. 2x 45 Minuten mit nochmal einer guten Pause von ca. 45 min, in der man auch das durchaus hübsche Anwesen bewundern konnte. Sehr schöne Parkanlage mit wunderbar altem Baumbestand. Auf dem Programm stand:

  • J. S. Bach:Konzert d-Moll für zwei Violinen und Orchester BWV 1043
  • W. A. Mozart:Divertimento D-Dur für Streicher KV 136,
  • Konzert Nr. 3 G-Dur für Violine und Orchester KV 216 
  • J. Haydn:Sinfonie Nr. 83 g-MollHob. I:83 „La Poule”

Genauere Infos stehen zwar wohl im Programmheftchen, aber das hab ich grad nicht zur Hand.

Danach ging es wieder zurück nach Warnemünde, wo wir dann noch im Aqua & Sol in der Mühlenstraße essen waren. Das Essen dort ist gut und lecker zu einem fairen Preis, auch wenn für mich die Portion ein klitze kleines bißchen größer sein können. Die Bedienung war auch nett und freundlich, hätte aber ein bißchen flinker sein können, zumindest was den Erstkontakt angeht (Getränk+Karten), aber vielleicht waren wir da auch ein wenig ungeduldig, weil wir nur einfach was essen und dann wieder nach Hause wollten. Wer genügend Zeit mitbringt, findet dort ein nettes Ambiente vor.

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