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März 2011

Zeit Online: "Schwarzer Sinneswandel"

Die Zeit Online hat netterweise mal einige Aussagen von CDU/CSU-Politikern zur Atompolitik zusammengestellt. So wird Markus Söder von der CSU u.a. hiermit zitiert: 

"Isar-1 erfüllt alle gesetzlichen Sicherheitsanforderungen. Das hat zuletzt im Juli eine Bewertung des TÜV ergeben." (taz, 10.8.2010)

"Wenn die Laufzeitverlängerung ausgesetzt wird, muss Isar-1 in diesem Jahr vom Netz. Ich glaube, es sollte dann abgeschaltet bleiben, weil nach Einschätzung von Experten eine bautechnische Nachrüstung gegen den Absturz eines Verkehrsflugzeugs kaum möglich ist." (Focus, 14.3.2011)

Das veranschaulicht sehr schön, daß dieser Meinungswandel bei der CDU/CSU derzeit wohl eher durch die bevorstehenden Wahlen verursacht wird als durch einen echten Meinungswandel. Davon zeugt im übrigen ja auch das dreimonatige Moratorium, mit dem Merkel nun im Wahlkampf noch schnell die Kartoffeln aus dem Feuer holen möchte, eh es im totalen Wahldesaster endet. Allerdings ist diese Politik, meiner Meinung nach, allzu durchsichtig und offensichtlich nicht ernst gemeint. Was passiert nach den drei Monaten? 

Wenn es die Bundesregierung ernst meinen würde, würde sie unverzüglich ein Laufzeitverlängerungs-Aufhebungsgesetz auf den Weg bringen und damit den Atomausstieg auch rechtsverbindlich machen, wobei auch das wohl problematisch ist.

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GAU in Fukushima eingetreten

Da wacht man mit Mühe und Not morgens auf und bekommt wieder Schreckensnachrichten aus Japan präsentiert: in Reaktorblock 2 kam es auch zu einer Wasserstoffexplosion und in Reaktorblock 4 zu einem Brand. Dabei sind große Mengen an Radioaktivität ausgetreten und die Bevölkerung im Umkreis von 30 km wurde aufgefordert, in den Häusern zu bleiben. Laut Zeit Online Ticker stieg die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk auf über 8200 Mikrosievert/h.

Wie ernst die Lage ist, kann man auch daran sehen, daß laut Spiegel Ticker die Streitkräfte Japans und der USA gebeten wurden, das Feuer in Block 4 zu löschen. Wenn eine Regierung die Streitkräfte eines anderen Staates um Hilfe bittet, dann muss die Situation echt schlimm sein, weil man dann eingesteht, nicht mehr selber damit fertig zu werden.

Zudem wurde der Luftraum über Fukushima gesperrt und der Wind hat gedreht, so daß nun die radioaktive Wolke Richtung Tokyo getrieben wird. Alles sehr übel.

Gestern bei der Mahnwache wurde übrigens auch angekündigt, daß am Samstag in Rostock um 10:30 (wenn ich mich richtig erinnere) eine große Demo gegen Atomkraft stattfinden soll.

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Anti-AKW Mahnwache in Rostock

In den letzten Tagen ging es hier im Blog ja vornehmlich um den DrupalDay in Rostock. Das heißt aber nicht, daß ich nicht die Geschehenisse in Japan verfolgt hätte. Ich glaube, ich brauche nicht viele Worte darüber verlieren, welche schrecklichen Folgen das Erdbeben und der Tsunami hatten. Aber es ist unglaublich, wie unsere Politik auf die Gefährdung durch die Atommeiler in Fukushima reagiert: anstatt nun endlich für den Ausstieg zu sorgen, lamentiert unsere Kanzlerin unsäglich herum und spricht von einem Moratorium und der Aussetzung der Laufzeitverlängerung.

Auch wenn die Laufzeitverlängerung erst einmal (vorübergehend) vom Tisch ist, halte ich diese Herangehensweise für falsch. Die Bundesregierung hat ein Gesetz gemacht, das rechtmäßig verabschiedet und in Kraft gesetzt wurde. Ein einmal beschlossenes Gesetz kann aber nicht einseitig von der Regierung außer Kraft gesetzt werden. Es bedarf eines Aufhebungsgesetzes. Genau das gleiche Herumgeiere gibt es auch beim ZugErschwG. Die Regierung Merkel mißbraucht unsere Demokratie und gefährdet sie dadurch. Populistischer Aktionismus ersetzt planbare und verläßliche Politik. Aber das nur nebenbei.

Die letzten Tage in Fukushima zeigen einmal mehr sehr deutlich, daß die Atomenergie nicht beherrschbar ist. Aus diesem Grund gehören alle Atomkraftwerke abgeschafft. Je früher desto besser. Zumal die Endlagerung des strahlenden Mülls ganz einfach nicht sicher möglich ist.

Es sind noch ca. 2 Wochen bis zur Wahl in Baden-Württemberg. Der dortige Ministerpräsident Mappus ist nicht nur ein Verfechter von tiefergelegten Bahnhöfen, sondern auch von Atomkraft. Somit gibt es nun noch mehr Gründe, für einen Wechsel im "Ländle" zu sorgen. Aber nicht nur dort, sondern bundesweit.

Heute fanden im gesamten Bundesgebiet Mahnwachen und Demonstrationen statt. Unter dem Motto "Fukushima ist überall!" versammelten sich laut ausgestrahlt.de über 110.000 Menschen in mehr als 450 Orten und forderten den endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie. Auch in Rostock, wie via Twitter erfahren habe:

Die Mahnwache begann um 18 Uhr auf dem Universitätplatz in Rostock. Nachdem von einigen Gruppierungen ein paar Reden gehalten wurden, ging es zu einer spontanen Demo zum Laden von e.on in der Langen Straße. Da es schon nach 18 Uhr war, schien dort aber niemand mehr zu sein. Die Anzahl der Teilnehmer auf der Demo würde ich auf ca. 200 schätzen.

Ich halte es für wichtig, gerade jetzt auf die Straße zu gehen und Flagge zu zeigen. Aber genauso wichtig ist es natürlich auch, selber die Konsequenzen zu ziehen und den Stromanbieter zu wechseln. Idealerweise zu einem reinen Ökostromanbieter. Außerdem kann man noch bis zum 16. März eine Petition mitzeichnen, um mehr Strom aus Wasserkraft aus Norwegen per Seekabel nach Deutschland zu importieren (via KrisK).

 

Nachgefragt: ein Jahr nach der ELENA-Verweigerung

Vor ein paar Tagen habe ich im Presseschauer über ELENA und den Hessischen Rundfunk berichtet - und über die Münchner Zahnärztin Kristiane Zickenheiner, die sich seit Anfang Januar 2010 weigert, die Daten ihrer Mitarbeiter an ELENA zu übermitteln. Ich habe die Presseerklärung vom Hessischen Rundfunk zum Anlaß genommen, mal nachzufragen. Hier also das E-Mail Interview mit Fr. Dr. Zickenheiner: 

Sehr geehrte Frau Dr. Zickenheiner,

nun ist es schon über ein Jahr her, dass Sie sich dagegen entschieden haben, die Daten ihrer Angestellten im Rahmen von ELENA zu übermitteln. Da nun auch der Hessische Rundfunk sich gegen ELENA gewandt hat, wollte ich mal bei ihnen nachfragen, welche Reaktionen sie daraufhin bekommen haben? Vielleicht finden Sie ja Zeit, um ein paar Fragen fuer mein Blog zu beantworten?

Nach ihrer Weigerung, im Rahmen von ELENA Daten zu uebermitteln, welche Reaktionen gab es da in ihrem Umfeld?

das private Umfeld, das sicherlich eher zur informierten Gesellschaftsschicht gehört, hatte größtenteils nie etwas von ELENA gehört. Die Reaktionen auf ELENA und auch auf unsere Verweigerung war zu 95% gleichgültig... schon erstaunlich...
das berufliche Umfeld, also meine Mitarbeiter waren sehr sensibel und irritiert, daß tatsächlich solche Daten gesammelt werden sollen...
ich sprach das Thema im Kollegenkreis auf einer Fortbildung an... vollkommene Gleichgültigkeit...Desinteresse
ich sprach das Thema vor jeder Behandlung mit jedem Patienten durch... Erstaunen, Verwunderung aber keinerlei Besorgnis

Gab es Reaktionen seitens der Behoerden? Speziell nachdem Sie auch mit dem Thema in den Medien waren. Gab es Androhungen von Bussgeldern oder blieb es ruhig?

Keinerlei Reaktion...

Sind ihnen andere Unternehmen bekannt, die ihrem Beispiel gefolgt sind?

Ja, eines

Hat Sie das Thema ELENA auch fuer andere Datenschutzthema sensibilisiert, z.B. Vorratsdatenspeicherung? Oder gar generell politisiert, wie es bei mir und vielen anderen der Fall war?

Ja, ich war sehr irritiert, daß "meine" FDP diese Themen nicht stärker aufgreift. Daß die individuelle Freiheit, der freie Geist, die freie Persönlichkeit kein zentraleres Thema ist. Dabei ist es DAS liberale Thema überhaupt. Ich mache mir Sorgen, daß es keine kreativen Köpfe in unserer Gesellschaft mehr geben wird...und alle zu Duckmäusern und chronischen Ja-Sagern werden. Weil die Menschen Angst haben werden ihre Meinung zu sagen.

Waren Sie von den Reaktionen auf ihren Blogartikel zu Elena ueberrascht?

Nein... denn die Kultur im Internet ist zu einem demokratischen Instrument geworden. Das ist genial! Hätte ich nicht in den letzten Monaten privat und auch beruflich soviel zu tun gehabt, würde ich mich wesentlich mehr engagieren.

Ich jedenfalls danke ihnen nochmal auf diesem Weg fuer ihren Mut, sich nicht an ELENA zu beteiligen!

Habe mich nie mutig gefühlt und zu keinem Zeitpunkt Angst gehabt ;-) Kein Mensch wird mich je zwingen etwas zu tun, was mir so sehr widerstrebt.

:-)

An dieser Stelle noch einmal vielen Dank für das Interview!

Erstaunlich, aber auch symptomatisch erscheint mir die Schilderung der Gleichgültigkeit, mit der die Leute auf ELENA reagieren. Da gibt es noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Wenn man das mit dem Widerstand gegen die Volkszählung in den 80ern vergleicht, dann ergibt das ein sehr trauriges Bild von den Deutschen in Sachen Datenschutz und persönlicher Freiheit. Denn wenn der Staat alles über seinen Bürger weiß, dann lebt man nicht mehr in Freiheit, sondern in einem totalitären Überwachungsstaat.

Bezeichnend ist auch die Kritik an der FDP. Wenn man sich die Ursprünge der FDP mal anschaut, dann war der freiheitliche Gedanke einer der Grundpfeiler für diese Partei. Ralf Dahrendorf und Gerhart Baum sind hierfür ein gutes Beispiel. Doch bis auf wenige Ausnahmen, herrscht in der FDP wohl heutzutage eher ein steuerpolitischer Freigeist, nicht jedoch ein gesellschaftlicher Liberalismus.

Wer sich hingegen heute mit Politik befaßt, kommt natürlich um das Internet nicht herum, wie auch Kristiane Zickenheiner feststellt. Und das ist gut für unsere Demokratie! Je mehr Leute das Internet politisieren kann, um so besser!

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DrupalDay MV 2011

Nachdem heute Mittag um ca. 13:45 der Social Event Brunch beendet war, war damit auch der DrupalDay MV 2011 beendet. Und den ersten Reaktionen nach, war es zwar der erste DrupalDay MV, aber vermutlich nicht der letzte! Doch eins nach dem anderen!

Nachdem wir die Räumlichkeiten bereits am Freitag vorbereitet und schon den ersten Social Event im Stadthafen hatten, ging es für uns vom Orga-Team am Samstag früh aus dem Bett. Bereits um 7:30 waren die ersten von uns in der Uni und haben die letzten Vorbereitungen getroffen. Um ca. 9 Uhr kamen dann die ersten Teilnehmer und pünktlich um 10 Uhr ging es dann mit der Eröffnungsrede von Jan-Henrik Hempel von der Drupal User Group Rostock/MV und Dr. Holger Meyer vom Lehrstuhl für Datenbanken und Informationssysteme los!

Danach fingen dann die einzelnen Vorträge an. Leider waren Anja Schirwinski vom Gold-Sponsor undpaul und Tom Freudenberg vom Silber-Sponsor 4commerce kruzfristig verhindert und konnten nicht teilnehmen. Somit fielen auch die eingereichten Vorträge aus. Zum Glück fand sich aber umgehend Ersatz, so daß wir dennoch ein volles und vor allem interessantes Vortragsprogramm anbieten konnten!

Den Anfang machten Niko Wenselowski und Ronald Krentz. Während Nico in "Hyperlokale Plattformen mit Drupal" das Projekt frankfurt-gestalten.de und die Umsetzung mit Drupal vorstellte, widmete sich Ronald dem Thema "Node References - Tausend und eine Macht".

Danach folgten die Vorträge "Drupal@Work - D6 im Intranet" von Florian Adler und "Drupal 7 Theming Basics" von Sandra Schröpfer im Raum undpaul, während Ralf Hendel im Raum dbis einen Doppel-Vortrag bzw. Workshop zum Thema "Panels-Training" hielt. Zwischen den Vorträgen von ca. 30 Minuten und 15 Minuten Fragen hatten wir auch noch 15 Minuten Zeit für den Wechsel zwischen den Räumen, Diskussionen und für das Catering eingeplant. Das Catering war überaus üppig und umfangreich. Vielen Dank auch nochmal hierfür an Christiane und Britta!

Eigentlich hätten wir dank des Caterings gar nicht zum Mittagessen in die Mensa gehen brauchen, aber da schon alles organisiert war und auch ein bißchen Bewegung an der frischen Luft und bei schönstem Sonnenschein nicht schaden kann, stellten wir uns in der Mensa in die völlig überraschend große Schlange von Studenten an. Zeit genug hatten wir mit 90 Minuten Mittagspause eingeplant.

Nach der Mittagspause wurde die Zeit dann auch für Diskussionen und Erfahrungsaustausch genutzt. Um 14:30 ging es dann mit dem Vortrag vom 1. Vorsitzenden der Drupal-Initiative, dem offiziellen Veranstalter des DrupalDays, Stephan Luckow weiter, der die Arbeit der Drupal-Initiative vorstellte. Die Drupal-Initiative freut sich übrigens über neue Mitglieder!

Um 15 Uhr starteten dann die Vorträge von Dirk Rüdiger (Silber-Sponsor Partmaster und Drupal User Group MV Mitglied) zum Thema "Drush - Website-Administration leicht gemacht" und von ebenfalls Silber-Sponsor Jan-Henrik Hempel von j2h.de zum Thema "Frontend Performance Optimierung", gefolgt von "Semantic Web & Drupal" von Stephan Luckow und "Dreck & Drop - Was uns Schmerzen bereitet" von Ronald Krentz, in dem es auch mal um die Themen geht, die Probleme bereiten. Den Abschluß bildeten dann die Vorträge "Erfolgsmessung einer Webseite mit Webtracking" von Jan-Henrik Hempel und "Drupal Backend Performance" von Leon Bayer.

Nach den Vorträgen gab es dann noch als krönenden Abschluß eine Verlosung von Büchern, die einige unserer Sponsoren gestiftet haben. Außerdem gab es auch DrupalDay MV T-Shirts zu gewinnen. Stephan Luckow hatte das besondere Losglück, als erster gezogen zu werden und volle Auswahl zu haben.

Am Abend ging es dann noch ins nahegehelegene Klock 8, wo natürlich auch bei Speis' und Trank viel Erfahrungsaustausch und Social Networking betrieben wurde.

Vielen Dank an alle Besucher, Speaker und Sponsoren, die diesen Tag möglich gemacht haben! Leider wurde dieser ansonsten schöne Tag natürlich aber auch von den Nachrichten aus Japan überschattet.

Die Slides zu den Vorträgen gibt es übrigens auf der Sessions-Seite auf drupal-mv.de, sobald wir die Slides haben.

P.S.: Weitere Berichte gibt es: 

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DrupalDay MV 2011 Gruppenfoto

Heute morgen um Punkt 10 Uhr ging es mit der Eröffnungsrede los: der DrupalDay MV 2011 führte viele Drupal Interessierte, Anwender und Experten nach Rostock, um Meinunge, Erfahrungen, aber auch Kritikpunkte an Drupal miteinander auszutauschen.

Das Orga-Team bedankt sich bei allen Besuchern und allen Sponsoren, die diesen Tag überhaupt erst möglich gemacht haben! Derzeit sitzen wir noch fast alle beim Social Event im Klock 8 in Rostock. Deshalb auch nur dieser kleine Bericht. Einen ausführlichen Bericht gibt es natürlich später und auch auf Drupal-MV.de!

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DrupalDay MV - Vorbereitung am Freitag

Gestern nachmittag startete das Orga-Team mit den Vorbereitungen für den heutigen DrupalDay MV im alten Informatik-Gebäude der Uni Rostock

Nachdem die Badges und die Sponsorenwand prominent über dem Büffet aufgebaut war, ging es auch schon zum Social Event ins Al Porto im Rostocker Stadthafen.

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World Day Against Cyber-Censorship

Die Aufstände in Tunesien, Ägypten und vielen weiteren arabischen Ländern haben gezeigt, daß ein unzensiertes Internet für die Demokratie unverzichtbar ist. Meiner Meinung nach ist das Maß an Demokratie in einem Land sogar direkt daran ablesbar, wie stark das Internet in einem Land zensiert oder regelmentiert wird, sondern ob überhaupt Einfluß auf das Internet genommen wird.

Für den morgigen Samstag hat deshalb die Organisation "Reporter ohne Grenzen" den World Day Against Cyber-Censorship ausgerufen: 


(via JPBarlow)

Gespannt bin ich unter anderem darauf, ob die von "Reporter ohne Grenzen" herausgegebene Liste der Feinde des Internets auch die EU-Kommission enthalten wird. Denn auch in der EU gibt es immer stärkere Bestrebungen, das Internet zu zensieren, so daß auch letztendlich unsere eigene Demokratie gefährdet ist. Demokratie bedeutet auch, daß sich jeder frei äußern und auch frei informieren kann, darf und sogar soll, damit er sich ein entsprechendes Meinungsbild machen und seine demokratischen Rechte und Pflichten wie Wahlen selbstbestimmt ausüben kann.

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Presseschau: ELENA, SWIFT und Datenschutz

Aufgrund der Vorbereitung zum DrupalDay MV am Samstag fehlt mir mal wieder die Zeit, ausführlich zu ein paar Themen zu bloggen. Deshalb gibt es heute mal wieder nur ein paar Links zu den Themen ELENA, SWIFT und Datenschutz inklusive den dazugehörigen Kommentaren von mir.

Jan Philipp Albrecht berichtete über das SWIFT-Abkommen. Die USA ziehen einfach massenweise Daten ab, indem sie gemäß des neuen Abkommens mit der EU Anfragen an Europol schicken, über die Europol entscheiden sollte. Stattdessen nickt Europol die Anfragen wohl offensichtlich einfach nur ab. Dadurch ist das SWIFT-Abkommen nicht das Papier wert, auf dem es unterschrieben wurde, wie auch Futurezone berichtet

Europol kommt in dem Abkommen eigentlich die Schlüsselposition zu: Die europäische Polizeibehörde soll als Datenschleuse fungieren, durch den die Ersuchen der amerikanischen Sicherheitbehörden müssen. Im November 2010 untersuchte ein Kontrollteam der „Gemeinsamen Kontrollinstanz“ für Europol die Umsetzung des Abkommens bei Europol und musste feststellen: Das Schleusentor steht weit offen und der Schleusenwärter verrichtet seinen Dienst nicht. Sämtliche Datenschutzanforderungen wurden ignoriert.

Konsequent wäre es, so Albrecht, das Abkommen zu kündigen. Ich kann Albrechts Meinung dahingehend nur unterstützen und habe das ja schon beim Abschluß des Abkommens befürchtet, daß es so kommen wird.

Letztes Jahr habe ich ja über eine Zahnärztin berichtet, die die Übermittlung der ELENA-Daten verweigert. Nun nimmt sich der Hessische Rundfunk ein Beispiel daran und stoppt die weitere Übermittlung der Arbeitnehmerdaten, wie der Sender berichtet:

"Es ist für uns nicht nachvollziehbar, dass die Daten trotz der beschlossenen Aussetzung des Verfahrens von den Arbeitgebern verlangt und zentral gespeichert werden", heißt es in dem Protest-Brief des hr, der sowohl vom Intendanten Helmut Reitze unterzeichnet wurde als auch von den Vertretern des Gesamtpersonalrats und der Gewerkschaften.

Sie weisen gemeinsam darauf hin, dass die Behörden für das Erstellen von Bescheinigungen ausschließlich Elena-Daten verwenden dürfen, die ab Ausstellungstermin maximal zwei Jahre zurückliegen. Mit Blick auf den Behörden-Start von Elena im Jahr 2014 ist nach hr-Auffassung deshalb "die Erhebung und Speicherung sämtlicher Daten aus 2010 und 2011 eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung und damit grundgesetzwidrig"

Es wäre wünschenswert, wenn weitere Arbeitgeber sich ein Beispiel daran nehmen würden.

Konträr zu diesen Datenschutzthemen äußert sich auf Spiegel Julia Schramm zum Thema Post-Privacy: 

Schramm: Keine Macht den Datenschützern. Wir finden, dass die aktuelle Diskussion um den Schutz von Daten an der Realität vorbeigeht. Wir leben in einer vernetzten Welt, wo Privatsphäre durch das Internet nicht mehr möglich ist. Nun müssen wir sehen, wie wir damit umgehen.

SPIEGEL ONLINE: Der Grundsatz "Meine Daten gehören mir" gilt nicht mehr?

Schramm: Das ist zwar ein schöner Anspruch, aber meine Daten können mir nicht mehr gehören. Wir haben längst die Kontrolle darüber verloren. Ob wir es nun gut finden oder nicht: Privatsphäre ist sowas von Eighties. (lacht)

Julia Schramm äußert sich als Mitbegründerin der "datenschutzkritische Spackeria". Dies spielt auf die Bemerkung von Constanze Kurz auf dem letztjährigen Chaos Communication Congress an, wo sie das Wort von den "Postprivacyspacken" prägte. Wer häufiger dieses Blog liest, wird wissen, daß ich eher den Standpunkt von Constanze Kurz vertrete als den von Julia Schramm. Ich halte nichts von dieser Post-Privacy Mär und finde, daß Datenschutz heute noch wichtiger ist als in den 80er Jahren, als das Bundesverfassungsgericht im Volkszählungsurteil das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung geschaffen hat. Im Grund kann man nicht gegen solche Vorhaben wie Vorratsdatenspeicherung und Zensurgesetz sein, aber gleichzeitig das Zeitalter der Post-Privacy herbeisehen. Das geht nicht.

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Programm für den DrupalDay MV 2011 in Rostock steht!

Gestern abend gab es in den Räumen von Silber-Sponsor Partmaster das Vorbereitungstreffen zum DrupalDay MV 2011 in Rostock am 12. März. Geplant war eigentlich, daß wir uns im Alten Fritz im Stadthafen treffen, aber da gestern aufgrund des Internationalen Frauentags irgendwie alle Restaurants und Kneipen ausgebucht waren, blieb uns nichts anders übrig, als tatsächlich in produktiver Umgebung am Programm für den DrupalDay MV zu arbeiten. Und es ist in der Tat gelungen, ein interessantes Programm zusammenzustellen: 

Freitag 20:00 Social Event im Al Porto
Samstag 10:00 Eröffnung des DrupalDay MV 2011
10:15 Hyperlokale Plattformen mit Drupal Node Reference - Tausend und eine Macht
11:15 Drupal @ Work - D6 als Intranet
Panels-Training
12:15 Drupal7 Theming-Basics
13:00 Mittagspause
15:00 Drupal7 Commerce
Frontend Performance Optimierung
16:00 Semantic Web & Drupal Dreck & Drop - Was uns Schmerzen bereitet
17:00 Drush - Website-Administration leicht gemacht
18:00 Abschlußrunde mit Verlosung
19:00 Social Event im Klock 8
Sonntag 10:00 Drupal Brunch im Alex

Die offiziellen Sessions findet man natürlich auf Drupal-MV.de. Vielen Dank auch an die zahlreichen Sponsoren, die nicht nur mit finanzieller Hilfe dafür sorgen, daß wir überhaupt den Tag veranstalten können, sondern auch mit Sachspenden dazu beigetragen haben, daß wir etwas zum Verlosen haben!

Wie ihr seht, gibt es also gute Gründe, am Wochenende in das (alte) Gebäude der Informatik in der Uni Rostock zu kommen! Wenn es geht, meldet euch bitte auch noch vorher im Shop der Drupal-Initiative oder auf Drupal-MV.de an, damit wir besser planen können. Insbesondere für das Catering und die Social Events!

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