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Juni 2009

Mahnwache, offene Briefe und Verfassungsklage

Via Twitter kam folgende Leseempfehlung für den Blogartikel von Anke Gröner:

Ich kann es nicht fassen, dass eine Partei, die sich ein soziales Gewissen auf die Fahnen schreibt, sich von einer anderen Partei, die angeblich christliche Werte vertritt, so dermaßen um den Finger wickeln lässt, dass sie ihre eigenen Prinzipien verrät. Prinzipien wie „eine freie (…) Gesellschaft“ und die „Selbstbestimmung aller Menschen“. Ich kann es nicht fassen, dass anscheinend alle Bundesminister ihren Amtseid vergessen haben, in dem es unter anderem heißt: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen (…), das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen (…) werde.“ Ich kann es nicht fassen, dass es anscheinend genügend Abgeordnete gibt, die das Internet als rechtsfreien Raum wahrnehmen, ohne auch nur fünf Minuten damit zuzubringen, diese Sichtweise zu überprüfen. Ich kann es nicht fassen, dass 130.000 Stimmen einfach ignoriert werden. Und ich kann es nicht fassen, dass meine demokratische Regierung aller Voraussicht nach ein Gesetz beschließen wird, das der erste mögliche Schritt in eine Diktatur sein kann – und dass jeder, der diesen Gedanken ausspricht, als hysterischer Angsthase oder wahlweise als krimineller Pädophiler hingestellt wird.

Heute wird der letzte Tag sein, an dem ich an die freiheitliche Grundordnung, mit der ich aufgewachsen bin, glauben kann. Und es gibt weniges, was mich so sehr erschreckt wie dieser Gedanke.

Dem kann ich mich nur anschließen.

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Zensurgesetz und Multiplikatoren

Heute fand ab 9 Uhr vor dem Brandenburger Tor die Sperrwache vom AK-Zensur statt. Nils Hitze berichtet in seinem Blog mit einigen Bildern und Videos von dieser Aktion. Auch auf Flickr gibt es Fotos zu sehen. (UPDATE: Mehr Bilder bei Netzpolitik verlinkt)
Die Piratenpartei ruft außerdem zu bundesweiten Protestaktionen am Samstag, d. 20.06.09 ab 12 Uhr auf:

Aber nicht nur bei den üblichen Verdächtigen der letzten Zeit regt sich Widerstand, also den Netzaktivisten, sondern auch woanders. Dies äußert sich dann in einigen offenen Briefen, etwa von SPD-Mitgliedern wie Torben Friedrich:

Das Gesetz sieht vor, Kinderpornographie im Internet nicht zu entfernen, sondern nur zu verdecken, um es Konsumenten dieses menschenverachtenden Materials zu erschweren, dieses zu betrachten. Dieses Gesetz verlangt perfiderweise, das zu tun, was den Mißbrauch der Kinder zum zweiten Male noch schrecklicher macht: Wegzusehen.

Wegsehen bedeutet in unserer Gesellschaft nichts anderes, als das Geschehene zu tolerieren. Ich jedoch als 22jähriger Bundesbürger sehe bei jeder gesperrten Seite, die mit einem Stoppschild verdeckt wird, das Versagen unseres Rechtsstaates, da er nicht in der Lage war, dieses Verbrechen effektiv zu bekämpfen, sondern auf ein Mittel zur Zensur zurückgreifen mußte.

Aber ich befürchte, daß sich die SPD-Oberen auch von drohenden Parteiaustritten nicht von ihrem Vorhaben abbringen lassen werden, dem Sperrgesetz zuzustimmen. Interessant ist aber auch, daß auch aus einer unerwarteten Richtung Widerstand kommt. Denn selbst die eher dem konservativen Lager, also der CDU/CSU, zuzuordnenden Katholische Junge Gemeinde spricht sich in ihrem offenen Brief (PDF) energisch gegen dieses Gesetzesvorhaben aus. Sehr begrüßenswert, zeigt es doch, daß der Widerstand nun auch langsam in der breiten Bevölkerung ankommt und nicht nur bei einer Hand voll von "Spinnern im Internet"!

Update: Spiegel Online hat einen Offenen Brief von Thorsten Schäfer-Gümbel an seine Partei.

Im übrigen berichten auch die Medien in den letzten Tagen wieder verstärkt über das Sperrgesetz bzw. über den Protest. So kam vorhin auf NDR2 in den verlängerten Nachrichten ein Beitrag von NDR Info: http://www1.ndr.de/mediathek/index.html?media=zensur110

Doch auch damit nicht genug! DerFreitag bringt ein Interview mit Franziska Heine, in dem sie eine Verfassungsklage ankündigt:

Und was tun Sie, wenn das Gesetz trotzdem so wie geplant das Parlament passiert?

Wir bereiten uns auf eine Verfassungsklage vor.

Wo kann man sich an der Verassungsklage beteiligen?

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Dammbruch - Reaktionen in der Presse

Mir schwirrt eh schon seit Tagen etwas im Kopf herum, was ich verbloggen wollte. Allerdings hat nun die Erklärung des Online-Beirats der SPD (via Netzpolitik) ebenfalls, wenn auch beiläufig, das entsprechende Thema aufgegriffen, weshalb ich es jetzt aktuell dazu verblogge. Der Online-Beirat schreibt:

3. Die SPD ist dabei, sich für die Digitale Generation unwählbar zu machen.
Das wird sich bereits bei Bundestagswahl niederschlagen, weil mit der Entscheidung für die Netzsperren jeder Internet-Wahlkampf ad absurdum geführt wird - erst recht, weil der Online-Wahlkampf 2009 unter der besonderen Aufmerksamkeit aller Medien steht. Eben die Klientel, die Barack Obama zum mächtigsten Mann der Welt gemacht hat, die Multiplikatoren im Netz nämlich, sehen in den Netzsperren einen Verrat an allen Werten, die die SPD ausmachen: Demokratie, Fortschritt, Teilhabe. Es gibt eine handvoll lauter Stellvertreter dieser Generation; hinter ihnen stehen die 130.000 Mitzeichner der erfolgreichsten Petition aller Zeiten - aber auch die vielen Millionen jungen Menschen, die zum Teil schon wählen können und für die das Netz nicht einfach ein weiterer Medienkanal ist. Sondern der Ort, wo die Gesellschaft, ihre Gesellschaft stattfindet. Unwählbarkeit bedeutet hier für eine Partei also, sich jede Zukunftschance zu vernichten.

Mulitplikatoren!

Ich weiß nun nicht 100%ig genau, wie es bei anderen Bloggern, IT-Fachleuten und/oder Geeks ausschaut, aber ich nehme mal an, daß es ähnlich ist wie bei mir: aufgrund der Tatsache, daß ich mich mehr oder weniger gut mit dem Thema Computer und Internet auskenne, werde ich von anderen durchaus häufiger zu diesem Themenbereich gefragt. Sei es von Familienmitgliedern, Freunden, Arbeitskollegen oder gar Bekannten (Freunde von Freunden, etc). Das kann von trivialen und eher lästigen Sachen gehen wie "Mein Rechner tut nicht mehr!" bis hin zu Anfragen von Anwälten, die mal eben einen ITler brauchen, um eine entsprechende Frage beantworten haben möchten.

Wenn nun also die großen Volksparteien (SPD, CDU) oder die Bundesregierung denkt, daß es bei den "Verrückten", die sich nun über das Zensurgesetz echauffieren, bloß um eine kleine Wählerschicht handelt, dann könnte das etwas zu kurz gedacht sein. Vielleicht waren es nur 230.000, also 0.9%, die bei der EU-Wahl die Piratenpartei gewählt haben. Vielleicht waren auch bloß 134.014, die die Petition gegen Internetsperren unterzeichnet haben, aber es ist meiner Auffassung nach falsch, diese Gruppe zu unterschätzen, denn bei vielen dieser Wähler oder Petenten handelt es sich um gut informierte und gut vernetzte Bürger, die in vielerlei Hinsicht Einfluß auf andere nehmen können. Es sind vielfach eben diese Multiplikatoren, die zuerst gegen Zensursulas Pläne aufbegehrt haben. Bislang passierte viel noch im Netz, aber wenn sich diese Multiplikatoren entscheiden, ihre Meinung nicht nur im Netz kundzutun, sondern auch verstärkter in ihrem privaten und sonstigem Umfeld auf andere Einfluß zu nehmen beginnen, dürfte es bald mehr als bloß 0.9% der Wähler erreichen.
Sicherlich hängt es auch vom Willen der Multiplikatoren ab, wie sehr sie sich engagieren, auf ihr Umfeld informierend einzuwirken und wie dauerhaft dieses Engagement ist. Aber es hat ja gerade einmal begonnen, daß sich Teile diese Leute nicht nur passiv für Politik mehr oder weniger interessieren, sondern auch aktiv Einfluß nehmen wollen, weil sie merken, daß die bisherige Politik noch nicht im Heute angekommen ist.

P.S.:
Auch der Artikel im Rheinischen Merkur ist lesenswert, der sich mit der Aktion von Hanno Zulla befaßt.

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Tauss, Böhning, Richel

Nachdem gestern um Mitternacht die Petition gegen Internetsperren ausgelaufen ist, wollen die Damen und Herren Volksvertreter morgen das Gesetz in 2. und 3. Lesung trotz aller Proteste von Fachleuten beschließen und feiern das auch noch als großartige Leistung. Die Betroffenen sehen das naturgemäß anders. Und sogar die Presse scheint (bis auf einige Ausnahmen) allmählich zu begreifen, daß es eben doch nur vordergründig um Kinderpornografie zu gehen scheint und eine geschaffene und etablierte Zensurinfrastruktur auch nicht vorteilhaft für ihren eigenen Berufsstand ist.

So schreibt Thomas Knüwer z.B. im Handesblatt:

Für jene, die sich nicht mit dem Thema beschäftigt haben, ist es schwer zu glauben: Morgen wird der Bundestag mit den Stimmen von CDU und SPD ein Gesetz verabschieden, das die Gewaltenteilung zwischen Judikative, Exekutive und Legislative aufhebt. Jene Gewaltenteilung, die in Art. 20 des Grundgesetzes festgeschrieben ist.

[...]

Es ist ein Dammbruch für die Demokratie und ein zynischer Missbrauch des Leides vergewaltigter Kinder. Wer Kinderpornos bekämpfen will, hat dafür ausreichende rechtliche Mittel - auch im Internet. Was fehlt, sind Kapazitäten für die Ermittler. Wer aber glaubt, dass jene Sperren, die sich in Sekunden von jedermann umgehen lassen, Kinderschänder vor Gericht bringen, darf als naiv bezeichnet werden. Dies haben zahlreiche Experten erläutert, doch weder Familienministerin Ursula von der Leyen noch Innenminister Wolfgang Schäuble mochten zuhören. Die Antworten auf eine Bundestagsanfrage der FDP zeigten: Die Bundesregierung hat sich weder mit den Sperrlisten anderer Länder befasst, noch hat sie Wissen über den Kinderporno-Markt. Das aber hatte sie zuvor behauptet.

Ein wesentliches Merkmal von Demokratie ist eben die Gewaltenteilung - und auch parallel dazu die Kontrolle durch die unabhängige Presse. Wenn nun aber die Gewaltenteilung teilweise aufgehoben wird, kann die Presse auch nicht mehr ihre Kontrollfunktion ausüben, da aufgrund fehlender Transparenz entscheidene Dinge im Verborgenen nicht nachvollziehbar geschehen.

Jörg Michel schreibt in der Berliner Zeitung:

Mit ihrem blinden Aktionismus nimmt die Koalition aber in Kauf, dass das freie Internet immer mehr in Gefahr gerät - und zwar besonders für unerfahrene und unbescholtene Bürger. Zwar wird das Gesetz zunächst befristet. Der Dammbruch aber ist da: Die Regierung baut jetzt eine Zensurinfrastruktur auf, die man jederzeit ausweiten kann. Die mögliche Liste ist lang: Warum nicht auch gewalttätige Filme verbieten? Oder sonstiges angeblich anstößiges Material? Längst wird in der Politik schon darüber diskutiert, wie man sich das neue System sonst noch zu Nutze machen könnte. Oft nur hinter vorgehaltener Hand. Immer öfter aber auch ganz ungeniert. Bildungsministerin Annette Schavan etwa hat Gewaltseiten im Visier. Die hessische Landesregierung Glücksspiele. Der CDU-Abgeordnete Thomas Strobl Killerspiele.

Irgendwann sind auch missliebige Meinungsäußerungen dran. Der Weg zur Diktatur ist dann nicht mehr allzu weit. Nicht zufällig sehen die Regierenden in Ländern wie China oder - ganz aktuell - auch im Iran im Netz die größte Gefahr für ihren Machtanspruch. Auch für selbst ernannte Moralapostel oder sonstige religiöse oder ideologische Eiferer ist das Web ein Graus. Denn es schafft eine bislang beispiellose Vielfalt, Transparenz und Nähe zwischen Menschen, die sonst nicht zueinander gefunden hätten. Das Internet eröffnet eine neue Dimension der Freiheit, die es so noch nicht gegeben hat.

Wie Michel sehr richtig schreibt, ist die Bundesregierung immer vorne mit dabei, wenn es darum geht, die Zensur in anderen Ländern wie China und auch aktuell im Iran zu verurteilen, baut aber gleichzeitig im eigenen Land eine entsprechende Infrastruktur auf, von der es zunächst nur heißt, daß sie gegen die Mißbrauchsdokumentation von Kindern eingesetzt werden soll. Aber noch bevor das Gesetz verabschiedet ist, werden schon Begehrlichkeiten laut.

Nunja, das Gesetz ist wohl so gut wie durch, das Thema aber noch längst nicht!

UPDATE:
Auch Marc Heckert schreibt in einem Artikel und Kommentar in der Aachener Zeitung:

Für ganze Generationen ist heute ein frei zugängliches Internet selbstverständlicher Teil ihrer Lebenswelt. Sie sehen diesen wesentlichen Pfeiler einer demokratischen Informationsgesellschaft bedroht durch undurchschaubare staatliche Filtermechanismen.

Bedenken, die nur zu berechtigt sind: Spätestens beim nächsten Schul-Amoklauf wird der hilflose Ruf nach dem Sperren angeblich gewalttätiger Seiten wieder ertönen. Wie lange werden künftige Regierungen der Verlockung widerstehen, mit dem Zensieren missliebiger Webseiten ein billiges Zeichen von Aktionismus zu setzen?

Dabei wäre es leicht, Kinderpornografie komplett zu löschen, statt nur Stoppschilder davorzustellen. Europäischen und amerikanischen Providern genügt oft nur ein Hinweis, um illegale Inhalte auf ihren Rechnern umgehend zu entfernen. Warum deutsche Behörden dazu oft mehr als vier Wochen brauchen, ist nicht nachvollziehbar. Hier sollte angesetzt werden.

Dass die große Koalition sich just an dem Abend auf den Gesetzentwurf verständigte, an dem die Online-Petition dagegen zur meistunterzeichneten aller Zeiten wurde, hat Symbolwert. Die Enttäuschung der Internet-Gemeinde ist gewaltig, insbesondere das Einwilligen der SPD sorgt für Verbitterung.

Politikverdrossenheit hat viele Ursachen. Wenn der Bundestag das Sperrlistengesetz morgen abnickt, gibt es eine mehr.

Eigentlich gibt es da nicht mehr viel mehr zu zu sagen...

UPDATE2:
Auch ein sehr guter Artikel: Wie die SPD ihre Online-Gefolgschaft verprellt von Klas Roggenkamp in der Welt

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Verhandlungen abgebrochen

Man kann ja derzeit viel über die SPD wettern, aber es gibt dort auch noch vereinzelt Leute, die bei klarem Verstand sind: Jörg Tauss, Björn Böhning und Mathias Richel. Tauss schreibt in seinem offenen Brief an die Parteikollegen zum Beispiel folgendes:

Doch die Denkweise wird damit offenbart: Es geht der Union allein darum, mit Hilfe der SPD die „Büchse der Pandora“ zu öffnen und eine Zensur- Infrastruktur zu schaffen, die nicht nur technisch im Iran oder in China auf Interesse stösst, sondern später ebenfalls auch für alle möglichen anderen Zwecke eingesetzt werden kann. Wenn die Infrastruktur einmal steht, dann bedarf es dazu nur noch einer Erweiterung des Gesetzes durch einfache Mehrheit oder durch absehbare Gerichtsurteile.

Den gesamten offenen Brief gibt es dort auch als PDF.

Böhning und Richel schreiben:

3. Die Vorschläge zum Sperren von Internetseiten täuschen eine Sicherheit vor, die es nicht gibt. Das Löschen von Seiten ist eine effizientere Variante, um kinderpornografische Inhalte sofort unsichtbar zu machen! Die Server dazu stehen zum Großteil in Europa, USA/ Kanada oder Russland. Die Befürchtung also, dass man durch Server in Kleinstländern keinen Zugriff auf das Löschen bekäme, ist (auch technisch) unbegründet. Vielmehr sind entsprechende Lösch-Vereinbarungen auch in anderen Bereichen Gang und Gebe sowie effizient und schnell einsetzbar.

Zugleich möchte ich Euch grundsätzlich bitten, effizientere und radikalere Schritte gegen ekelhafte kinderpornografische Inhalte im Netz einzuleiten! Dies sind insbesondere:

… s.o.: Sofortiges Löschen der Inhalte ohne den Aufbau einer Zensurinfrastruktur
… Ausstattung der Behörden mit dem neuesten technischen Ausstattungen zur Strafverfolgung
… Koordinierte europäische Zusammenarbeit der Behörden, um die Netzwerke von Tätern zu enttarnen
… Bildung- und Ausbildung von Spezialisten zur Strafverfolgung

Liebe Genossinnen und Genossen,

die SPD muss ein neues Verhältnis zum Netz und zur Netzpolitik entwickeln. Ich bitte Euch, dieses Verhältnis mit den Gremien der Partei und der Netz-Community ausführlich z.B. auf dem ordentlichen Bundesparteitag in Dresden zu diskutieren, und nicht durch Schnellschüsse in dieser Woche Tatsachen zu schaffen, die uns nachher – auch in der öffentlichen Kommunikation – schweren Schaden zufügen!

Während Tauss leider nicht mehr für den Bundestag im September kandidieren wird, böte sich mit Böhning und Richel zumindest die Möglichkeit, per Direktmandat (1. Stimme) ein bißchen dafür Sorge zu tragen, daß im nächsten Bundestag auch wieder ein paar Leute mit Verstand sitzen. Nur leider sieht es derzeit eher danach aus, daß sich die SPD mit Projekt 18 beschäftigt.

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Geschafft!

Was erst klingt wie die gescheiterten Tarifverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, ist jedoch vielmehr die Absage der von der SPD kontaktierten Community-Vertretern zu einem Gespräch. Bei AK-Zensur heißt es:

Sie planen, am Donnerstag die Büchse der Pandora zu öffnen. Daher sehen wir, die Internet-Community, keinen Grund mehr um weiter mit Ihnen zu reden. Alle weiteren Gespräche zu diesem Thema sagen wir hiermit ab. Dies gilt auch für Ihre Einladung für Mittwoch Nachmittag ins Paul-Löbe-Haus.

Ähnliches gilt für den CCC, wie Fefe meldet:

Übrigens, kleine Meldung am Rande: die ehemalige Volks- und jetzt nur noch Verräterpartei SPD hat den CCC zu Gesprächen zum Internetzensurgesetz eingeladen. Wir haben abgelehnt. Begründung (und ja, das haben wir denen so geschrieben): unsere Antragskommission hat den Antrag für erledigt erklärt, weil die Diskussion medial unerwünscht ist.

Das hätten die wohl gerne, dass wir uns jetzt noch medial verwursten lassen.

Natürlich sind die Befürchtungen berechtigt, daß das nur eine Alibi-Veranstaltung ist, um die SPD gut aussehen zu lassen. Frei nach dem Motto "... aber wir haben doch mit der Community gesprochen...". Allerdings bestünde natürlich auch die Möglichkeit, doch noch in letzter Minute auf die SPD im Allgemeinen bzw. auf einzelne Abgeordnete im Speziellen eventuell am Vortrag der Abstimmung Einfluß nehmen zu können.

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Petition gegen Internetsperren - 130.000 machbar?

Wie man auf leyenhaft.de lesen kann, wurde der bisherige Rekord bei Online-Petitionen heute nacht gebrochen:

Der Rekord von 128193 Mitschriften wurde am 16.06. um 02:22 Uhr gebrochen.

Doch leider scheint das die Herren und Damen von SPD und CDU nicht zu interessieren, denn wie Heise gestern abend noch gemeldet hat, haben sich die zuständigen Personen auf ein Gesetz geeinigt:

Wirtschaftspolitiker der großen Koalition haben sich am heutigen Montagabend auf eine gemeinsame Linie beim Gesetzentwurf "zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen" geeinigt. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis", erklärte Martina Krogmann, parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Fraktion, gegenüber heise online. Nun müssten am Dienstag nur noch die Arbeitsgruppen für Kultur und Medien der beiden Regierungsfraktionen zustimmen. Dann könne das Vorhaben – wie geplant – bereits am Donnerstag im Plenum des Bundestags verabschiedet werden.

Man muss Frau Krogmann aber vermutlich trotzdem danken, denn unpolitik.de mutmaßte gestern:

Nicht gänzlich unbegründet, hatte Bild doch der SPD einen Warnschuss vor den Bug gesetzt, indem Bjoern Boehning kurzerhand und mit hahnebüchener Begründung zum Verlierer des Tages erklärt wurde. Für einen Initiativantrag, der das Machwerk von Martin Dörmann und Martina Krogmann in Frage stellte.

Ach ja und der Ehegatte von Dr. Martina Krogmann ist übrigens Alfred Draxler, stellvertretender Chefredakteur der Bildzeitung.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Mit dieser Aktion hat die Bild aber wohl eher dazu beigetragen, daß noch mehr Leute die Petition mitgezeichnet haben. Aber wie man an der Ignoranz vieler Politiker sehen kann, kümmern die sich lieber um die Meinung der Bild als um die der über 128.000 Mitzeichner der Petition, weil der Antrag auf dem außerordentlichen Parteitag der SPD am letzten Sonntag "medial unerwünscht" sei und deshalb abgelehnt wurde. Aber auch für Fakten sind die Politiker im Wahlkampf nicht empfänglich. Denn die Kriminalstatistik meldet einen Rückgang bei Kinderpornografie, wohingegen v.d.Leyen ja immer von einem Wachstum von 111% ausgeht. Aber zu den Fakten wurde ja auch schon reichlich geschrieben.

Wie wichtig eine freie und unzensierte Informationsversorgung ist, sieht man im übrigen gerade im Iran (Spiegel Online).

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Piratenpartei - Gründung Landesverband MV

So wie es ausschaut wird in wohl wenigen Stunden der bisherige Rekord bei den Online-Petitionen des Bundestags gebrochen werden. Franziska Heines Petition gegen Internetsperren bewegt sich mit riesen Schritten auf die magische Marke von 128193 Mitzeichnern (Petition zur Halbierung der Mineralölsteuer) zu.

Leider hält der Petitionsserver dem Ansturm nicht stand und dafür immer mal wieder aus, wie man u.a. bei Netzpolitik lesen kann:

Connection Problems
Sorry, SMF was unable to connect to the database. This may be caused by the server being busy. Please try again later.

Ebenso leider haben aber weder CDU noch SPD aus der bisherigen Diskussion gelernt und verharren stumpf auf der ursprünglichen Linie von Ursula v.d.Leyen. Völlig unverständlich.

Und nochmal leider passieren derzeit so viele Dinge, über die man schreiben müsste, daß ich ganz einfach nicht hinterher. Aber die einschlägigen Seiten hab ich ja schon desöfteren verlinkt.

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Fundstück: Fledermaus

Wie ich soeben erfahren habe, möchten die bisherigen Piraten in Mecklenburg-Vorpommern nun auch einen eigenen Landesverband gründen. Und zwar am nächsten Sonntag um 14 Uhr am Strand von Warnemünde/Rostock.
Genauere Informationen finden sich auf der eigens eingerichteten Wiki-Seite:

https://wiki.piratenpartei.de/MV:Gruendung

Interessenten sind natürlich herzlich eingeladen, sich über die Partei zu informieren oder auch an der politischen Arbeit zu beteiligen!

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Erkenntnisse von Politikern

Ja, das hat man davon, wenn man mit einer Informatikerin zusammen lebt: man hat nicht nur selber reichlich technisches Zeugs, sondern ab und an findet auch die Frau dann mal was in den hintersten Ecken. Zum Beispiel dieses Fundstück:

"Computerspiel: Fledermaus"

Die älteren *hust* werden solche Art Spiele noch aus den 80ern kennen. Es waren/sind recht einfache Dinger, die kein Matrix-Display hatten, sondern wo die Gegner immer an der gleichen Stelle auftauchten. Trotzdem hatten die Dinger damals schon für einige Stunden Unterhaltung gesorgt. ;-)

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