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IPv6 enabled WWW certification program

Auch wenn ich mich in der Mail an die Kandidaten etwas im Zeitplan vertan habe (die Wahl findet schon am 7. Juni und nicht im Juli statt), traf vorhin die erste Antwort-Mail ein. Der Kandidat Johann-Georg Jaeger von Bündnis 90 / Die Grünen hat als erster Kandidat geantwortet. Hier nun die Mail im Ganzen (etwas zwecks besserer Formatierung/Lesbarkeit editiert):

Sehr geehrter Herr Jürgensmann,
ich finde es gut, dass Sie sich so konkret einmischen. Deshalb habe ich mir die Zeit genommen, auch wenn ich das nicht für jeden Blog zeitlich hinbekomme. Ich hoffe, Sie können mit den Antworten etwas anfangen?!
Grüße und viel Erfolg mit dem Blog.
Wenn Sie den Text als Worddokument brauchen, so bitte ich um eine kurze Rückmeldung.
Johann-Georg Jaeger

Frage:
Wer ist Ihr ganz persoenliches politisches Vorbild und warum?
Antwort:
Joschka Fischer – auch wenn mich einiges an ihm genervt hat und ich ihm nicht in jedem Punkt zustimme. Aber wenn er sich mit seinen unbequemen Wahrheiten gegen einen ganzen Parteitag (heißt bei den Grünen BDK) gestemmt hat und Menschen mit der Kraft seiner Argumente nicht nur mitgerissen sondern überzeugt hat, dann hatte das schon etwas sehr beeindruckendes.

Frage:
Was sind die drei wichtigsten Punkte im Wahlprogramm?
Antwort:
1. langfristige und nachhaltige Haushaltskonsolidierung = Verschuldungsursachen beseitigen und nicht nur eine kurzes Durchamten mit einer Sofortentschuldung und dann hinein in die nächste Schuldenspirale.
2. Investieren in Klima (Energieeinsparung durch Gebäudesanierung und Öffentlichkeitsarbeit für 10% des Stromverbrauchs aus Photovoltaikanlagen auf Rostocks Dächern)
3. Bildung (weiterhin 10-12 Mio. pro Jahr für Kita- und Schulsanierung) und Kultur (erhalt des Angebotes in Rostock, keine weitere Kürzung bei den freien Kulturträgern, Unterstützung der Sanierung der Frieda 23 über Städtebaufördermittel usw.)

Frage:
Welche drei grossen Probleme sehen Sie derzeit, die es zu loesen gilt?
Antwort:
Klimawandel, Finanzkrise, soziale Gerechtigkeit

Frage:
Die grossen Volksparteien verlieren seit laengerem Mitglieder. Offenbar sehen sich die Buerger nicht mehr von diesen vertreten. Auch die Wahlbeteiligung ist nicht gerade umwerfend. Was koennte man tun, um die Politikverdrossenheit zu mindern und das Interesse der Menschen an der Politik zu steigern?
Antwort:
Bürgerbeteiligung stärken / Volksabstimmungen, die auch die Folgen der Entscheidung mit zur Abstimmung stellen / Wahlverweigerung ist keine Form von Engagement sondern bedeutet sich fremd bestimmen zu lassen

Frage:
In der letzten Zeit wurden viele Gesetze verabschiedet, die spaeter vom Bundesverfassungsgericht eingeschraenkt oder kassiert wurden. Ist das Grundgesetz nicht mehr zeitgemaess oder schiessen die Politiker mit der Gesetzgebung ueber das Ziel hinaus?
Antwort:
Tatsächlich ist unsere Gesellschaft extrem verletzlich durch Terroranschläge. Diese Gefahr hat das Grundgesetz noch nicht so gesehen. Wir können jetzt die grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechte zum Wohle der Allgemeinheit immer mehr abbauen oder – das halte ich für richtig – unsere Gesellschaft so organisieren, dass sie weniger verletzlich ist (z. B. Abschaltung von Atomkraftwerken und eine möglichst dezentrale Energieversorgung mit regenerativen Energien)

Frage:
Die Haushaltssituation in Rostock ist seit Jahren bedenklich. Wie laesst sich die Situation verbessern, ohne bei sozialen Einrichtungen zu kuerzen?
Antwort:
Wenn wir nicht allen Alles versprechen und Prioritäten setzen. Wir brauchen für einen Übergangszeitraum einen Haustarifvertrag, in dem die Beschäftigen der Stadt auf Einkommen gegen Freizeitausgleich verzichten und dafür einen Kündigungsschutz erhalten. Und es gehört auch dazu, den Menschen klar zu sagen, dass ein Theaterneubau in den nächsten 5 Jahren aus Eigenmitteln der Stadt unbezahlbar ist.

Frage:
Wenn man die umliegenden Seebaeder im Vergleich mit Warnemuende betrachtet, macht letzteres einen armseligen Eindruck: die Muehlenstrasse ist ein Flickenteppich und mit Schlagloechern uebersaet, die Buergersteige und Gehwege sind eher mit Stolperfallen vergleichbar. Ist eine Verbesserung der Infrastruktur absehbar oder wird den Touristen dieser Zustand weiterhin zugemutet werden?
Antwort:
In Warnemünde wurde und wird sehr viel Geld investiert – das es nicht ausreichend ist, ist angesichts der Haushaltslage vielleicht nachvollziehbar.
Konkret wird mit der Planung und Sanierung der Mühlenstraße noch 2009 begonnen. In der Alexandrinenstraße werden die Bürgersteige in Ordnung gebracht und beim Umbau des Bahnübergangs eine Umgehungsstraße mit Brücke gebaut und die Bewohner der Rostocker Straße und der Alten Bahnhofsstraße deutlich entlastet

Frage:
Ein grosses Problem ist die Abwanderung von jungen Leuten aus Mecklenburg-Vorpommern. Welche Ursachen sind ihrer Meinung nach dafuer verantwortlich und wie koennte man die Migration stoppen?
Antwort:
Der zentrale Grund ist der Mangel an attraktiven und gut bezahlten Jobs. Wer den Wegzug stoppen will, muss genau daran etwas ändern. Die Grünen setzen in Rostock auf das Thema Windenergiekompetenzzentrum. Inzwischen arbeiten in diesem Bereich über 1.500 Menschen und die Nachfrage wächst weltweit rasant. In Zukunft muss die Universität mit ihrem Potential stärker auch bei diesem Thema eingebunden werden. Wir brauchen hier den Studiengang „Windenergie“, um Fachkräfte auszubilden und die Synergieeffekte mit den angesiedelten Unternehmen zu nutzen.

Frage:
Ob Kraftwerk am Greiswalder Bodden oder Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide - was ist wichtiger: wirtschaftliche Interessen oder der Naturschutz?
Antwort:
Die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen geht klar vor und ist auch wichtige Voraussetzung unseres wirtschaftlichen Erfolges – und das bezieht sich nicht nur auf den Tourismus.

Frage:
Was verstehen Sie konkret unter den Begriffen "soziale Gerechtigkeit", "soziale Marktwirschaft", "Informationsfreiheit" und "Netzneutralitaet" und wie bewerten Sie diese?
Antwort:
„Soziale Gerechtigkeit“ und „soziale Marktwirtschaft“ müssen verbunden werden. Bei der Markwirtschaft wird nach Knappheit bezahlt – dies ist ein wichtiger Innovationsmotor, von dem die Gesamtgesellschaft profitiert, weil er Menschen zu Höchstleistungen anspornt. „Sozial“ macht den Anspruch deutlich, nicht alles einem freien und entfesselten Markt zu überlassen. Wir werden damit leben müssen, dass der Anspruch von Gerechtigkeit und von Freiheit nie in Übereinstimmung zu bringen ist. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen droht eine Gesellschaft stärker auseinander zu driften. Das Leistungsstärkere in einer solchen Situation stärker zum Tragen der gesamtgesellschaftlichen Lasten herangezogen werden ist richtig und notwendig. So fordern die Grünen in ihrem Bundestagswahlprogramm die maßvolle Anhebung des Spitzensteuersatzes. Diese stärkere Beteiligung sollte aus Verantwortung, aber nicht aus Neid eingefordert werden und die Anerkennung der Leistung auch herausstellen.

Und für all die noch offen Fragen: www.rostock-gruene.de

Ich danke Herrn Jäger für die ausführliche Beantwortung der Fragen. Als erster Kandidat hat nicht nur er es schwerer gehabt, weil er hier im Blog nicht schauen konnte, was die anderen antworteten, sondern ich muss sagen, daß ich es auch etwas schwer habe, die Antworten zu kommentieren. Im Großen und Ganzen bin ich mit den Antworten aber sehr zufrieden. Dennoch möchte ich nicht mit ein paar Kommentaren hinter dem Berg halten. ;-)

  • Die Haushaltskonsolidierung sehe ich ähnlich wichtig. Vielfach kommen bei dem Thema Ideen auf wie "Verkauf der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften" oder "Verkauf von kommunalen Liegenschaften und Miete dieser im Nachhinein". Diese Sofortentschuldung greift zu kurz und ist meiner Meinung nach völlig irrwitzig. Die Idee mit den Photovoltaikanlagen halte ich auch für gut und sinnvoll.
  • Die Politikverdrossenheit mit Hilfe von mehr Bürgerbeteiligung wie z.B. Volksabstimmungen zu kontern, ist ein zweischneidiges Schwert. Prinzipiell fände ich es schon gut, wenn bei wichtigen Entscheidungen der eigentliche Souverän befragt werden würde, z.B. bei Grundgesetzänderungen. Aber darf die Möglichkeit einer Volksabstimmung nicht dazu führen, daß diese Möglichkeit mißbraucht wird.
  • Die Gefährdungsgefahr sehe ich etwas anders. Ich denke, daß durch das Innenministerium ein riesiges Gefährdungspotential künstlich aufgebauscht wird, um fragwürdige Sicherheitsgesetze durchsetzen zu können. Daß die gesellschaftliche Infrastruktur teilweise dahingehend gefährdet ist, daß diese relativ zentralistisch ist, sei unbenommen. Eine Dezentralisierung z.B. der Strom- und Wärmeversorgung sehe ich aber auch als erstrebenswert an, ebenso daß die vom Grundgesetz garantierten Grundrechte bewahrt werden müssen.
  • Einen Theaterneubau halte ich auch in 15 Jahren noch für unwahrscheinlich. Daß man nicht allen immer Alles versprechen sollte, ist eigentlich auch klar. ;)
  • Daß in Warnemünde so viel Geld investiert worden sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Als Einwohner von Warnemünde hat man eher das Gefühl, daß das Geld, das die Touristen nach Warnemünde bringen, nach Rostock abfließt und nicht in Warnemünde reinvestiert wird. Seltsam mutet es dann z.B. an, wenn man in Warnemünde die Bürgersteige selber von Laub befreien muss, während man in Rostock auf der Straße einen Kommunalservice den Laub von der Straße fegen sieht. Da fragt man sich: Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?
    Daß mit der Planung zur Sanierung der Mühlenstraße in diesem Jahr begonnen werden soll, ist sicherlich löblich, aber auch mehr als überfällig. Allerdings wird der Status Quo dann auch noch die nächsten Jahre bestehen bleiben, wenn erst jetzt geplant wird. Das mit der Brücke über die Bahnstrecke ist sehr begrüßenswert, aber als Bewohner der Parkstraße würde ich mich natürlich auch über eine Umgehungsstraße zwischen Stadtautobahn und Diedrichshagen freuen. Wenn hier LKWs und Busse vorbeifahren wackelt immer das gesamte Haus aufgrund des moorigen Bodens. Zumindest eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre als Sofortmaßnahme sinnvoll, speziell wenn im Sommer viele Leute die Straße queren und die Autofahrer teilweise mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fahren. Tempo 100 ist abends häufiger mal zu sehen. Mich wundert, daß da noch nie was passiert ist.
  • Die Windenergie ist durchaus ein wichtiger Industriezweig in Rostock. Daß hier niedrige Löhne gezahlt werden und die Fachkräfte deswegen in den Westen bzw. Süden abwandern bzw. aufgrund des Gehaltsgefälles nicht für Rostock gewonnen werden können, sehe ich genauso, denn das Problem betrifft mich auch. In Berlin hab ich € 1000.- mehr verdient. Als ich mich letztes Jahr zurück nach Rostock beworben habe, wurden mir teilweise Angebote gemacht, die völlig indiskutabel waren und wo man denken könnte, daß es eher der Wochenverdienst sein sollte. Da muß die Rostocker Wirtschaft noch viel dazulernen. Leider kann die Politik da aber wohl kaum etwas tun.
  • Den Begriff der sozialen Marktwirtschaft stärken zu wollen, ist löblich, nur befürchte ich, daß dies bald wieder in Vergessenheit gerät, sobald sich die Krise wieder abgeschwächt hat.
    • Soweit also die Antwort von Herrn Jaeger und mein Kommentar dazu. Ich bin gespannt, wann und was der nächste Kandidat antwortet. :-)

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Eurovision Desaster

The IPv6 Forum offers a free WWW certification program and logo for IPv6 enabled sites. You can find there a ISP certification program as well.

Well, it's not a big deal. No rocket science. But I think it might somewhat help to raise awareness level for IPv6. When people see some IPv6 ready logos all around the web, they will probably start to wonder what this is all about and want to have that stuff as well. Ok, not the average Planet Debian reader, but others... ;)

There's just some caveats:

  1. At least when you use Serendipity and the HTML Nugget plugin you have to turn of "Perform Markup Transformations". Otherwise the plugin will insert some newlines in the script code that make it fail.
  2. Currently the script doesn't work with HTTPS, but that's being worked on and should be fixed in the next version.
  3. The script displays a rather wide (>200 px) logo with statistics of IPv6 visitors. The width may break your theming. But I was told by some gently IPv6 Forum staff that this can be changed.

So, please support IPv6 and participate in that certification program. It doesn't hurt you, but might help spreading IPv6!

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Aktion: Frag deine Politiker - 10 Fragen an die Kandidaten

Gestern war ja mal wieder der Eurovision Song Contest. Gewonnen hat ein fidelnder Norweger während die deutsche Combo auf Platz 20 von 25 gelandet ist. Aber kaum war die Show vorbei, ging natürlich wieder das Gezeter los. Deutschland hat erstaunlich wenig Punkte bekommen, obwohl ich den Song nun nicht so schlecht fand, wie es die Platzierung Glauben macht. Da gab es deutlich schwächere Teilnehmer. Zum Beispiel fand ich den norwegischen Beitrag nun nicht so umwerfend. Nett gemacht, aber halt auch nicht bedeutend besser als den deutschen Beitrag.
Was aber meiner Meinung deutlich wurde, war, daß entweder der deutsche Geschmack vom Rest Europas völlig unterschiedlich ist oder daß die anderen teilnehmenden Staaten - egal was aus Deutschland für Songs kommen - nicht dafür stimmen mögen. Warum auch immer. Natürlich spielen auch Nachbar-Votes eine große Rolle. Das wird man nie verhindern können und es war auch dieses mal anders - sonst hätte Norwegen nicht so hohe Punktzahlen bekommen, wenn die Oststaaten alle sich gegenseitig gevotet hätten.

Was also bleibt?
Meiner Meinung nach hat sich der Eurovision Song Contest längst selber überlebt. Auch wenn dieses Jahr mit Patricia Kaas und Dita von Teese ein paar große Namen dabei waren, ist die Veranstaltung eigentlich nur ein riesiges aufgeblähtes Sammelsurium von unbekannten Gruppen und Sängern. Quasi ein DSDS im europäischen Rahmen. Aber zu hören bekommt man nur Pop-Einerlei. Die Zeiten, in denen der Song Contest Klassiker wie Abbas Waterloo hervorbrachte, sind längst vorbei. Und bei der Größe ist halt auch meiner Meinung kein Platz für Klasse, sondern nur für Masse.

Ich persönlich wäre nicht böse, wenn Deutschland aus dieser Veranstaltung aussteigen und sich die GEZ-Gelder hierfür als einer der größten Zahler sparen würde. Stattdessen würde ich es vorziehen, wenn man das ganze wieder etwas kleiner macht. Bei vielleicht nur 10 Teilnehmern hat man vielleicht auch wieder Zeit, um sich wieder etwas mehr der Klasse widmen zu können. Und auch wenn ich nicht unbedingt der große Chanson-Fan bin, würde ich es befürworten, wenn man sich auf die Wurzeln besinnen und aus der Veranstaltung wieder einen Grand Prix de la Chanson machen würde. Ich glaube jedenfalls nicht, daß Ditas Auftritt dem deutschen Beitrag punkte gekostet hat, sondern daß dadurch ein paar Zusatzpunkte vergeben wurde. Allerdings hätte ich auch mit mehr gerechnet, wie bereits gesagt.

Naja, ob ich mir das Drama nächstes Jahr nochmal antun werde, ist fraglich.

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"Verblueffend beratungsresistent" und "Internet-inkompetent"

Der regelmäßige Leser meines Blogs wird es bereits mitbekommen haben, daß es in letzter Zeit in der Politik so einiges gibt, was meiner Meinung nach falsch läuft, und daß bald diverse Wahlen anstehen. In diesem Fall die Bürgerschaftswahlen in Rostock und die Europaparlamentswahlen. Deshalb hab ich mir ein paar Fragen überlegt, die ich verschiedenen Kandidaten der Parteien per Email oder Kontaktinterface auf der Homepage gestellt und um Beantwortung bis zum 15. Juni gebeten habe.

Hier der Fragenkatalog, der sicherlich nicht die hochpolitischen Fragen enthält, aber es ist auch nicht so einfach, sich entsprechende Fragen auszudenken:

- Wer ist Ihr ganz persoenliches politisches Vorbild und warum?

- Was sind die drei wichtigsten Punkte im Wahlprogramm?

- Welche drei grossen Probleme sehen Sie derzeit, die es zu loesen gilt?

- Die grossen Volksparteien verlieren seit laengerem Mitglieder. Offenbar sehen sich die Buerger nicht mehr von diesen vertreten. Auch die Wahlbeteiligung ist nicht gerade umwerfend. Was koennte man tun, um die Politikverdrossenheit zu mindern und das Interesse der Menschen an der Politik zu steigern?

- In der letzten Zeit wurden viele Gesetze verabschiedet, die spaeter vom Bundesverfassungsgericht eingeschraenkt oder kassiert wurden. Ist das Grundgesetz nicht mehr zeitgemaess oder schiessen die Politiker mit der Gesetzgebung ueber das Ziel hinaus?

- Die Haushaltssituation in Rostock ist seit Jahren bedenklich. Wie laesst sich die Situation verbessern, ohne bei sozialen Einrichtungen zu kuerzen?

- Wenn man die umliegenden Seebaeder im Vergleich mit Warnemuende betrachtet, macht letzteres einen armseligen Eindruck: die Muehlenstrasse ist ein Flickenteppich und mit Schlagloechern uebersaet, die Buergersteige und Gehwege sind eher mit Stolperfallen vergleichbar. Ist eine Verbesserung der Infrastruktur absehbar oder wird den Touristen dieser Zustand weiterhin zugemutet werden?

- Ein grosses Problem ist die Abwanderung von jungen Leuten aus Mecklenburg-Vorpommern. Welche Ursachen sind ihrer Meinung nach dafuer verantwortlich und wie koennte man die Migration stoppen?

- Ob Kraftwerk am Greiswalder Bodden oder Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide - was ist wichtiger: wirtschaftliche Interessen oder der Naturschutz?

- Was verstehen Sie konkret unter den Begriffen "soziale Gerechtigkeit", "soziale Marktwirschaft", "Informationsfreiheit" und "Netzneutralitaet" und wie bewerten Sie diese?

Die Fragen habe ich folgenden Kandidaten gestellt:

  • SPD: Chrisitan Kleiminger (MdB), Prof. Ralf Friedrich, Claudia Nujoks
  • CDU: Dieter Schörken, Dieter Neßelmann (Mail bounced), Jörn-Christoph Jansen
  • Grüne: Harald Terpe (MdB), Johann-Georg Jäger, Anja Munser
  • DieLinke: Peter Ritter, Steffen Bockhahn, Carola Heine
  • UPDATE 25.5.:FDP: Dr. Ulrich Seidel, Natalie-Cäcilie Plate, Thomas Asendorf

Bereits beim Abschicken der Fragen stellten sich Unterschiede heraus: Während es bei der SPD zwar eine Seite mit der Kandidatenvorstellung gibt, findet man dort eigentlich nicht so recht eine direkte Kontaktmöglichkeit. Löbliche Ausnahme war Claudia Naujoks, die alleine schon durch ihre Wahlwerbung über Plakete mit einem aufgesprayten "18eins19.de" auf sich aufmerksam (und neugierig) machte, auf der dann auch eine Email-Adresse steht. Die beiden anderen konnte ich per Kontaktformular (hoffentlich!) kontaktieren.
Bei der CDU hatten eigentlich alle Kandidaten eine Email-Adresse angegeben - bis auf Dieter Neßelmann. Ich hatte dann meine Glaskugel bemüht und das Schema Vorname.Nachname@cdunet.de angewendet. Aber leider kam prompt einer MDN zurück, daß es diesen User nicht geben würde.
Die Grünen enttäuschten ähnlich wie Die Linke: bei beiden kann man die Kandidaten nicht direkt (außer per Telefon) kontaktieren. Ein Unding in der heutigen Zeit. Lediglich Harald Terpe verfügte über eine leicht auffindbare eigene Homepage mit eigenen Kontaktmöglichkeiten.

Da ich allen Angeschriebenen mitgeteilt habe, daß ich ihre Antworten hier veröffentlichen möchte, bin ich natürlich umso mehr auf die Reaktionen gespannt: werde ich als Bürger ignoriert, antworten die Kandidaten (insbesondere die Mitglieder des Bundestages, die als Regionalvorsitzender der Partei kontaktiert wurden) persönlich oder bekomme ich nur vorgefertigte Antworten, also Politiker-Blabla?

Ich bin jedenfalls auf die Reaktionen gespannt und eventuell werde ich demnächst auch noch die anderen, kleineren Parteien anschreiben. Antworten werde ich natürlich hier veröffentlichen und kommentieren.

UPDATE Antworten:

  1. Johann-Georg Jaeger, Bündnis 90/Die Grünen
  2. Prof. Ralf Friedrich, SPD
  3. Dr. Ulrich Seidel & Thomas Asendorf, beide FDP
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Nikon SB-600 Blitzgerät

Vielfach kennt man von Politikern nur eins: weichgespültes und nichtsagendes Gesülze. Daß nun aber ein Politiker durchaus auch mal Tacheles redet, passiert leider meistens erst dann, wenn er im Tagesgeschäft abgemeldet ist. So auch bei dem unter Kinderpornografie-Verdacht stehenden Jörg Tauss, der sich bei Abgeordnetenwatch.de zu folgenden Antwort hinreissen liess:

Sehr geehrter Herr Hoffmann,

natuerlich liegen die Faelle etwas anders. Ich halte auch wenig von der Strafanzeige gegen Frau von der Leyen. Die Dame ist ja nur ein Instrument des BKA und verblueffend beratungsresistent. Mit ihr und unserem unsaeglich internet- inkompetenten Wirtschaftsminister Herrn von und zu Guttenberg muss man sich also politisch auseinandersetzen. Die denken, vor der Wahl das richtige Stammtisch-Thema im Land gefunden zu haben und missbrauchen so den Missbrauch der Kinder.

Ob Tauss nun selbstverschuldet und berechtigt unter Verdacht steht, im Besitz von Kinderpornografie gewesen zu sein, oder ob das Teil einer Verschwörungstheorie war, um ihn im Vorfeld der Internetsperren mundtot zu machen, überlasse ich jedem selber zu beurteilen.

Fakt ist jedoch, daß die Innenpolitik derzeit äußerst interessant ist und unser aller Aufmerksamkeit verdient - gerade im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen dieses Jahr. Holzauge, sei wachsam!

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Netzneutralität

Nach der Anschaffung eines lichtstarken Objektivs stand ja noch die Anschaffung eines Blitzgeräts aus. Heute kam dann das neue Spielzeug:

Nikon SB-600 Blitz

Ich muss sagen, daß es schon ein ganz schöner Klopper ist und die D90 nicht unbedingt leichter macht. Aber dafür bin ich mir nun sicher, daß wir nun auch Bilder machen können, wo kein harter Schatten von der Sonne mehr zu sehen ist. Außerdem ist der Blitz nicht nur vertikal schwenkbar, sondern auch horizontal, was auch den wesentlichen Ausschlag für das SB-600 gegenüber dem kleineren und leichteren SB-400 gegeben hat.

Ich denke aber mal, daß auf Parties doch eher das lichtstarke Objektiv zum Einsatz kommen wird. Trotzdem ist es gut und richtig, auch ein ordentliches Blitzgerät zu haben. :-)

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Die falsche Argumentation für Internetsperren

Dem unbekümmerten Surfvergnügen im Netz steht zukünftig nicht nur die Internetsperre entgegegn, sondern auch eine ungleiche Behandlung des Traffics. Warum das so ist und wo da die Zusammenhänge mit den Internetsperren sind, erklärt sehr schön der Elektrische Reporter:

http://www.elektrischer-reporter.de/elr/video/124/
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Warum die Politik Ängste schürt

Ebenso interessant wie das Interview mit dem Verfassungsrichter a.D. Hassemer ist der Artikel von Lutz Donnerhacke, in dem er sich damit auseinandersetzt, auf welche Weise die Familienminsterin versucht, die Internetsperren schmackhaft zu machen:

Auch die immer wieder zitierten Zahlen zu den Straftaten sind Unsinn. Während die Bundesregierung unter Berufung auf das Bundeskriminalamt erklärt, dass sich im Jahr 2007 die Vorfälle mehr als verdoppelt hätten, offenbart ein Blick in die Kriminalstatistik (PDF) das Gegenteil. Die zeigt, dass die Zahl schwerer Misshandlungen zwischen 1999 bis 2007 bei konstant 1200 Fällen pro Jahr lag. Dabei wurde in mehr als 99 Prozent der Taten kein Bildmaterial erzeugt. Die als Hauptargument ins Feld geführten Kindesmisshandlungen zur Erstellung von Kinderpornografie umfassen damit rund 100 Verdachtsfälle pro Jahr, mit rückläufiger Tendenz.

Der Anstieg bei der Zahl der sogenannten Verschaffungsdelikte erklärt sich anders. Er ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es inzwischen viel mehr Ermittlungen in dem Bereich gibt. Beispielsweise wurden bei der Aktion "Himmel" Verfahren gegen 12.000 Verdächtigte eingeleitet, jedes davon war für die Statistik relevant. Übrig blieben allerdings vor allem eingestellte Ermittlungen wegen fehlender Verdachtsmomente. Auch bei der Aktion "Mikado", wo Millionen von Kreditkartenkunden gerastert wurden, gab es zwar 322 Ermittlungsverfahren, aber nur "einige Strafbefehle mit Geldbußen", sagte die zuständige Justizministerin Angela Kolb auf dem Medientreffpunkt in Leipzig.

Logisch. Wenn man bei einer großen Aktion 12.000 Verdächtige hat und diese als Kinderpornografie-Fälle in der Kriminalstatistik zählt, dann kommt man natürlich wie die Ministerin auf einen Anstieg der Kinderpornografie von 111%. Aber lest ruhig selber den ausgezeichneten Artikel von Lutz bei der Zeit oder den weitaus ausführlicheren Artikel von ihm im Odem-Blog. Prädikat: besonders empfehlenswert!

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IPv6-fähige Proxies: Squid und Polipo

Heute bin ich bei Spiegel-Online über einen durchaus interessantes Interview bei Spiegel Online mit dem ehemaligen Richter am Bundesverfassungsgericht Winfried Hassemer. Darin geht es im zweiten Teil unter anderem um Prävention von möglichen Straftaten:

SPIEGEL ONLINE: Einige Rechtspolitiker überlegen, auch Strafen anzudrohen, bevor ein Vergehen begangen wurde. So gibt es Bestrebungen, schon den bloßen Besuch eines Terrorcamps in Afghanistan zu bestrafen.

Hassemer: Das ist eine Entwicklung, die aus einer überbordenden Präventionsmentalität kommt. Diese Prävention ist gefährlich, solange man sie nicht mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zusammenbringt. Denn Prävention kann man nie genug haben. Prävention trifft heutzutage auf ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis und ein gewachsenes Risikobewusstsein.

SPIEGEL ONLINE: Wenn Prävention bedeutet, alles zu versuchen, um Terroranschläge oder andere Verbrechen zu verhindern - was ist so falsch daran?

Hassemer: Man darf nicht "alles versuchen". Die Präventionstheorie hat ein Problem, und das ist ihre Grenze. Je mehr der Eindruck vermittelt wird, dass wir Sicherheit brauchen und keine Sicherheit haben, dass die armen Leute vor dem Verbrechen kapitulieren, dass die Migration uns kaputt macht und dass stets Terroranschläge drohen - je mehr Sicherheitsbedürfnisse aufgebaut werden, desto eher sind wir bereit, unserer Angst nachzugeben, also Kontrolle, Eingriffe, Datenschutzverletzungen und Strafen zuzulassen. Das ist das Problem der Prävention.

Genau darauf bauen ja die "Sicherheits"-Gesetze der letzten Jahre seit dem 11. September auf: Angst in der Bevölkerung zu schüren, damit dieses es hinnimmt, wenn man ihre Rechte einschränkt. Ob es sich dabei um eine reale Bedrohung oder nur eine künstlich aufgebauschte handelt, ist dabei unwichtig. Und je häufiger man dieses Bedrohungsszenario repitiert, desto mehr lassen sich die Rechte der Menschen einschränkt. Dabei wird sogar nicht vor geplanten Grundgesetzänderungen zurückgeschreckt.

Eine ähnliche Vorgehensweise kann man auch bei der geplanten Internetsperre gegen Kinderpornografie ausmachen: um eine entsprechende Infrastruktur etablieren zu können, wird ein Schreckgespenst künstlich aufgebauscht.

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Eltern gegen Internetsperren - Unterzeichner gesucht

Da ich seit geraumer Zeit IPv6 einsetze, aber auch meinen lokalen Proxy nicht missen möchte, hab ich derzeit ein Problem: der bisherige Squid 2.7 kann mit IPv6 genauso wenig anfangen wie Squid3.

Also benutze ich derzeit Polipo, der sowohl mit IPv4 als auch mit IPv6 funktioniert und auch zwischen beiden übersetzen kann. Das heißt, daß ein IPv4 Client eine Anfrage an den Proxy stellt und der dann via IPv6 auf die Webseite zugreift. Und umgekehrt. Soweit so gut. Dummerweise scheint Polipo ein Problem nach einiger Zeit zu haben, daß es Verbindungen nicht mehr per IPv6 herstellen kann. In einem solchen Fall kommen die Anfragen beim Webserver über IPv4 an. Nach einem Neustart von Polipo funktioniert wieder alles wie erwartet, d.h. die Anfragen kommen dann auch wieder über IPv6 an.

Da ich zudem einen Forward-Proxy haben möchte, kann ich z.B. mit varnish nichts anfangen. Aber über andere Tipps, speziell wenn sie in Debian Unstable sind, würde ich mich freuen! :-)

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