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Aktion "Grundgesetzlesen" in Rostock

Auch wenn die Veranstaltung aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit recht überschaubar war, waren dort immerhin ca. 50% mehr "Aktivisten" als in Chemnitz. Aber auch hier gilt: wichtig ist, daß sich überhaupt Leute zusammengefunden haben. Wenn man zudem die anderen Reaktionen im Mogis-Wiki durchliest, dann muss man sagen, daß die Aktion ein voller Erfolg war. Insbesondere die Veranstaltung in Berlin, wie z.B. das folgende Video exemplarisch zeigt:

Auch wenn man andere Fotos oder Videos aus dem Mogis-Wiki anschaut, sieht man, daß die Teilnehmer nicht nur junge Internet-Freaks waren, sondern ein bunter Querschnitt aus der Bevölkerung. Da sind eben jene jugendlichen, männlichen Internet-User, aber auch Frauen, da sind ältere Herren und Damen und da sind auch Eltern mit ihren Kindern. Da ich eher mit einer homogeneren Teilnehmermenge insgesamt gerechnet habe, hat mich die Vielschichtigkeit dann doch positiv überrascht. Und insofern war das Grundgesetzlesen nicht nur zahlenmäßig ein Erfolg, sondern brachte auch Menschen zusammen, die wohl so nicht ohne weiteres zusammengefunden hätten.

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60 Jahre Grundgesetz

Wie bereits gebloggt fand heute am 60. Jahrestag der Verkündigung des Grundgesetzes auch die vom Rostocker Verein Mogis ins Leben gerufene Aktion "Grundgesetz lesen" statt. Auch in Rostock.

Leider fand sich Rostock erst heute morgen auf der Liste der teilnehmenden Städte. Deswegen fanden sich wohl auch nur 3 wackere Mannen am Brunnen der Lebensfreude (im Lokalslang auch Sexbrunnen genannt) ein und haben aus dem Grundgesetz gelesen. Aber auch wenn es nur eine überschaubare Gruppe war, so ist es trotzdem richtig bzw. umso wichter, Flagge zu zeigen und an diesem Tag auf den Wert des Grundgesetzes hinzuweisen. Bei weiteren Aktionen lassen sich dann sicherlich auch mehr Leute mobilisieren, wenn man ein bißchen mehr Vorlauf hat und die Werbetrommel rühren kann! :-)

P.S.: Fotos in Originalauflösung (12 MP) auf Nachfrage erhältlich. Lizenz der obigen Bilder: CC-BY-SA

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Heute schon gefiltert worden?

Heute vor 60 Jahren wurde das Grundgesetz verkündet. Es definiert und garantiert allen in den Artikeln 1-19 Menschenrechte sowie Bürgerrechte. Ebenso definiert es dort die Organisation des Staates als eine föderale, demokratische und freiheitliche Demokratie mit Gewaltenteilung zwischen Legislative, Exekutive und Judikative.

Eigentlich also durchaus ein Grund, das Grundgesetz am heutigen Tag zu feiern - wenn da nicht seit einigen Jahren Bestrebungen wären, die Grundrechte zugunsten von "Sicherheitsgesetzen" einschränken zu wollen. Deshalb gilt es heute nicht nur zu feiern, sondern auch zukünftig wachsam zu sein, daß das Grundgesetz die nächsten 60 Jahre genauso unbeschadet übersteht wie die letzten! Zum Beispiel indem man sich heute an der in zahlreichen Städten stattfindenden Aktion "Grundgesetzlesen" beteiligt! Oder man macht beim Become a Pirate Day mit.

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Aktion "Grundgesetzlesen" am 23. Mai

Wie Aptgetupdate.de berichtet, gibt es eine (mehr oder weniger) lustige Seite bei jugendschutzprogramm.de, auf der man schauen kann, ob man auf deren Filter steht. Für blog.windfluechter.net sieht das Ergebnis so aus:

JusProg Filter

Da hab ich aber Glück, daß ich im Gegensatz zu AGU nicht total gesperrt bin, sondern daß Jugendliche ab 14 Jahren mein Blog auch lesen dürfen. Wie ich zu der Ehre komme, in irgendeinem Filter gelandet zu sein und was die Bewertungskriterien hierfür sind, geht natürlich nicht so ohne weiteres aus dem Check hervor. Schaut man sich den "Label-Generator" des "Vereins" an, so hat man eine vage Vorstellung von den Kriterien.

Laut Webseite steht das Ganze im Zusammenhang mit Internet Content Rating Association - eine Organisation, die von Bertelsmann Stiftung, MicroSoft, AOL, T-Online und Verizon ins Leben gerufen wurde. Über den Betreiber bzw. den Domain-Inhaber findet man auch nicht so recht auf die Schnelle was heraus: Inter Content KG mit Sitz in Hamburg. Gehostet wird das Angebot von HBV, bzw. dem Bauer-Verlag. Wie man hbv.de entnehmen kann, werden u.a. die Zeitschriften Bravo und TV-Movie vertrieben. Beides Zeitschriften, wo man von Zeit zu Zeit große Augen machen kann. Bravo erfreut seit Jahrzehnten mit dem Dr. Sommer Team die Jugend, TV-Movie hat immer freizügig abgelichtete Frauen auf dem Titel. Dennoch wird die Seite "bravo.de" als unbedenklich von JusProg eingestuft.

Das Ganze erscheint mir höchst fragwürdig und bedenklich. Ein Vorgeschmack auf den Zensursula-Filter?

UPDATE: Fixmbr hat sich ebenfalls des Themas angenommen.

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Using Google via IPv6

Anläßlich des 60. Jahrestags des Grundgesetzes und der immer größeren Bedrohung der darin verbürgten Grundrechte durch die Sicherheitspolitik der letzten Jahre und der Diskussion um die Internetsperren, ruft der Verein Mogis (Mißbrauchsopfer gegen Internetsperren) im gesamten Geltungsbereichs des Grundgesetzes zur Aktion "Grundgesetzlesen" auf. Denn scheinbar haben viele vergessen, welche Rechte vom Grundgesetz verbürgt werden. Die Aktion soll dabei wie folgt ablaufen:

Tag & Uhrzeit

Samstag, 23. Mai 2009 um 14:00 Uhr in vielen Städten

Ausnahme & Planänderung:
Berlin beginnt bereits um 13:00 Uhr!
Choreographie

· 14:00 Schmökern
(Jeder holt sein GG hervor, blättert darin und schmökert. Wer möchte, kann dabei „Die Gedanken sind frei“ singen/summen/pfeifen. Bietet auch die Gelegenheit, auf großen Plätzen auf die anderen Teilnehmer zuzuschlendern)
· 14:02 Lese-Pose
(Versteinerte Position halten, spannende Stilleben für die Presse schaffen)
· 14:03 lautes Vorlesen von Artikeln 1, 5, 8, 10, 19 GG

Wer kein Grundgesetz hat, findet die entsprechenden Artikel hier.

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Übersicht deutscher Sicherheits- und Überwachungsgesetze

As some may know Google is reachable via IPv6 by choosing http://ipv6.google.com/ in your browser. But this might have the disadvantage that you will end rather quick on IPv4 addresses again. Another possible way to use Googles services is to use a nameserver that is allowed to query Google for AAAA records.
For Sixxs.net users you can use the nameservers of Sixxs.net as forwarders, but when you put these forwarders into main section of your bind config, all queries will be forwarded to Sixxs.net nameservers. You might prefer to choose the forwarder just when asking for google.com or other domains of the Googleversum. Example is like this:

[code]
zone "google.com" {
type forward;
forwarders {
2001:b18:0:1000:2e0:81ff:fe61:ae0d;
2001:1418:10:2::2;
};
forward first;
};

zone "google.de" {
type forward;
forwarders {
2001:b18:0:1000:2e0:81ff:fe61:ae0d;
2001:1418:10:2::2;
};
forward first;
};
[/code]

That way you have (IMHO) better control about your DNS queries, but have to take care for each domain you want to forward to those nameservers. Of course, if you don't have concerns about using those forwarders for all of your queries, you can use them in your main section. The above IPv6 addresses are part of nscache.eu.sixxs.net. Some more detail can be found at Sixxs.net forum.

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Aktion: Frag deine Politiker - 10 Antworten von Johann-Georg Jaeger, Bündnis 90 / Die Grünen

Auf der Aktiven-Mailingliste der Piratenpartei kam heute ein interessanter Hinweis: Patrick Breyer, Anwalt und Netzaktivist beim AK Vorrat, hat bereits letztes Jahr eine Übersicht über die Sicherheits- und Überwachungsgesetze in Deutschland inklusive dem Abstimmverhalten der Parteien veröffentlicht und hält sie aktuell:

http://www.daten-speicherung.de/index.php/ueberwachungsgesetze/

Unbedingt empfehlenswert zu lesen. Dabei ist es vor allem interessant zu sehen, daß (natürlich!) immer die an der Regierung beteiligten Parteien für solche Gesetze gestimmt haben, auch wenn sie jetzt dagegen sind. Das betrifft vor allem die kleineren Koalitionspartner wie FDP und die Grünen, die sich ja jetzt heftig gegen die neuen Sicherheitsgesetze aussprechen.
Besonders interessant dabei ist aber, daß die Mehrzahl an Zustimmungen zu den Sicherheitsgesetzen nicht von der CDU kam, sondern von der SPD - und das sogar dann, wenn die SPD in der Opposition war.

Vielleicht ist diese Liste ja für den einen oder anderen eine Entscheidungshilfe bei den diesjährigen Wahlen...

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IPv6 enabled WWW certification program

Auch wenn ich mich in der Mail an die Kandidaten etwas im Zeitplan vertan habe (die Wahl findet schon am 7. Juni und nicht im Juli statt), traf vorhin die erste Antwort-Mail ein. Der Kandidat Johann-Georg Jaeger von Bündnis 90 / Die Grünen hat als erster Kandidat geantwortet. Hier nun die Mail im Ganzen (etwas zwecks besserer Formatierung/Lesbarkeit editiert):

Sehr geehrter Herr Jürgensmann,
ich finde es gut, dass Sie sich so konkret einmischen. Deshalb habe ich mir die Zeit genommen, auch wenn ich das nicht für jeden Blog zeitlich hinbekomme. Ich hoffe, Sie können mit den Antworten etwas anfangen?!
Grüße und viel Erfolg mit dem Blog.
Wenn Sie den Text als Worddokument brauchen, so bitte ich um eine kurze Rückmeldung.
Johann-Georg Jaeger

Frage:
Wer ist Ihr ganz persoenliches politisches Vorbild und warum?
Antwort:
Joschka Fischer – auch wenn mich einiges an ihm genervt hat und ich ihm nicht in jedem Punkt zustimme. Aber wenn er sich mit seinen unbequemen Wahrheiten gegen einen ganzen Parteitag (heißt bei den Grünen BDK) gestemmt hat und Menschen mit der Kraft seiner Argumente nicht nur mitgerissen sondern überzeugt hat, dann hatte das schon etwas sehr beeindruckendes.

Frage:
Was sind die drei wichtigsten Punkte im Wahlprogramm?
Antwort:
1. langfristige und nachhaltige Haushaltskonsolidierung = Verschuldungsursachen beseitigen und nicht nur eine kurzes Durchamten mit einer Sofortentschuldung und dann hinein in die nächste Schuldenspirale.
2. Investieren in Klima (Energieeinsparung durch Gebäudesanierung und Öffentlichkeitsarbeit für 10% des Stromverbrauchs aus Photovoltaikanlagen auf Rostocks Dächern)
3. Bildung (weiterhin 10-12 Mio. pro Jahr für Kita- und Schulsanierung) und Kultur (erhalt des Angebotes in Rostock, keine weitere Kürzung bei den freien Kulturträgern, Unterstützung der Sanierung der Frieda 23 über Städtebaufördermittel usw.)

Frage:
Welche drei grossen Probleme sehen Sie derzeit, die es zu loesen gilt?
Antwort:
Klimawandel, Finanzkrise, soziale Gerechtigkeit

Frage:
Die grossen Volksparteien verlieren seit laengerem Mitglieder. Offenbar sehen sich die Buerger nicht mehr von diesen vertreten. Auch die Wahlbeteiligung ist nicht gerade umwerfend. Was koennte man tun, um die Politikverdrossenheit zu mindern und das Interesse der Menschen an der Politik zu steigern?
Antwort:
Bürgerbeteiligung stärken / Volksabstimmungen, die auch die Folgen der Entscheidung mit zur Abstimmung stellen / Wahlverweigerung ist keine Form von Engagement sondern bedeutet sich fremd bestimmen zu lassen

Frage:
In der letzten Zeit wurden viele Gesetze verabschiedet, die spaeter vom Bundesverfassungsgericht eingeschraenkt oder kassiert wurden. Ist das Grundgesetz nicht mehr zeitgemaess oder schiessen die Politiker mit der Gesetzgebung ueber das Ziel hinaus?
Antwort:
Tatsächlich ist unsere Gesellschaft extrem verletzlich durch Terroranschläge. Diese Gefahr hat das Grundgesetz noch nicht so gesehen. Wir können jetzt die grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechte zum Wohle der Allgemeinheit immer mehr abbauen oder – das halte ich für richtig – unsere Gesellschaft so organisieren, dass sie weniger verletzlich ist (z. B. Abschaltung von Atomkraftwerken und eine möglichst dezentrale Energieversorgung mit regenerativen Energien)

Frage:
Die Haushaltssituation in Rostock ist seit Jahren bedenklich. Wie laesst sich die Situation verbessern, ohne bei sozialen Einrichtungen zu kuerzen?
Antwort:
Wenn wir nicht allen Alles versprechen und Prioritäten setzen. Wir brauchen für einen Übergangszeitraum einen Haustarifvertrag, in dem die Beschäftigen der Stadt auf Einkommen gegen Freizeitausgleich verzichten und dafür einen Kündigungsschutz erhalten. Und es gehört auch dazu, den Menschen klar zu sagen, dass ein Theaterneubau in den nächsten 5 Jahren aus Eigenmitteln der Stadt unbezahlbar ist.

Frage:
Wenn man die umliegenden Seebaeder im Vergleich mit Warnemuende betrachtet, macht letzteres einen armseligen Eindruck: die Muehlenstrasse ist ein Flickenteppich und mit Schlagloechern uebersaet, die Buergersteige und Gehwege sind eher mit Stolperfallen vergleichbar. Ist eine Verbesserung der Infrastruktur absehbar oder wird den Touristen dieser Zustand weiterhin zugemutet werden?
Antwort:
In Warnemünde wurde und wird sehr viel Geld investiert – das es nicht ausreichend ist, ist angesichts der Haushaltslage vielleicht nachvollziehbar.
Konkret wird mit der Planung und Sanierung der Mühlenstraße noch 2009 begonnen. In der Alexandrinenstraße werden die Bürgersteige in Ordnung gebracht und beim Umbau des Bahnübergangs eine Umgehungsstraße mit Brücke gebaut und die Bewohner der Rostocker Straße und der Alten Bahnhofsstraße deutlich entlastet

Frage:
Ein grosses Problem ist die Abwanderung von jungen Leuten aus Mecklenburg-Vorpommern. Welche Ursachen sind ihrer Meinung nach dafuer verantwortlich und wie koennte man die Migration stoppen?
Antwort:
Der zentrale Grund ist der Mangel an attraktiven und gut bezahlten Jobs. Wer den Wegzug stoppen will, muss genau daran etwas ändern. Die Grünen setzen in Rostock auf das Thema Windenergiekompetenzzentrum. Inzwischen arbeiten in diesem Bereich über 1.500 Menschen und die Nachfrage wächst weltweit rasant. In Zukunft muss die Universität mit ihrem Potential stärker auch bei diesem Thema eingebunden werden. Wir brauchen hier den Studiengang „Windenergie“, um Fachkräfte auszubilden und die Synergieeffekte mit den angesiedelten Unternehmen zu nutzen.

Frage:
Ob Kraftwerk am Greiswalder Bodden oder Bombodrom in der Kyritz-Ruppiner Heide - was ist wichtiger: wirtschaftliche Interessen oder der Naturschutz?
Antwort:
Die Bewahrung unserer Lebensgrundlagen geht klar vor und ist auch wichtige Voraussetzung unseres wirtschaftlichen Erfolges – und das bezieht sich nicht nur auf den Tourismus.

Frage:
Was verstehen Sie konkret unter den Begriffen "soziale Gerechtigkeit", "soziale Marktwirschaft", "Informationsfreiheit" und "Netzneutralitaet" und wie bewerten Sie diese?
Antwort:
„Soziale Gerechtigkeit“ und „soziale Marktwirtschaft“ müssen verbunden werden. Bei der Markwirtschaft wird nach Knappheit bezahlt – dies ist ein wichtiger Innovationsmotor, von dem die Gesamtgesellschaft profitiert, weil er Menschen zu Höchstleistungen anspornt. „Sozial“ macht den Anspruch deutlich, nicht alles einem freien und entfesselten Markt zu überlassen. Wir werden damit leben müssen, dass der Anspruch von Gerechtigkeit und von Freiheit nie in Übereinstimmung zu bringen ist. In Zeiten wirtschaftlicher Krisen droht eine Gesellschaft stärker auseinander zu driften. Das Leistungsstärkere in einer solchen Situation stärker zum Tragen der gesamtgesellschaftlichen Lasten herangezogen werden ist richtig und notwendig. So fordern die Grünen in ihrem Bundestagswahlprogramm die maßvolle Anhebung des Spitzensteuersatzes. Diese stärkere Beteiligung sollte aus Verantwortung, aber nicht aus Neid eingefordert werden und die Anerkennung der Leistung auch herausstellen.

Und für all die noch offen Fragen: www.rostock-gruene.de

Ich danke Herrn Jäger für die ausführliche Beantwortung der Fragen. Als erster Kandidat hat nicht nur er es schwerer gehabt, weil er hier im Blog nicht schauen konnte, was die anderen antworteten, sondern ich muss sagen, daß ich es auch etwas schwer habe, die Antworten zu kommentieren. Im Großen und Ganzen bin ich mit den Antworten aber sehr zufrieden. Dennoch möchte ich nicht mit ein paar Kommentaren hinter dem Berg halten. ;-)

  • Die Haushaltskonsolidierung sehe ich ähnlich wichtig. Vielfach kommen bei dem Thema Ideen auf wie "Verkauf der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften" oder "Verkauf von kommunalen Liegenschaften und Miete dieser im Nachhinein". Diese Sofortentschuldung greift zu kurz und ist meiner Meinung nach völlig irrwitzig. Die Idee mit den Photovoltaikanlagen halte ich auch für gut und sinnvoll.
  • Die Politikverdrossenheit mit Hilfe von mehr Bürgerbeteiligung wie z.B. Volksabstimmungen zu kontern, ist ein zweischneidiges Schwert. Prinzipiell fände ich es schon gut, wenn bei wichtigen Entscheidungen der eigentliche Souverän befragt werden würde, z.B. bei Grundgesetzänderungen. Aber darf die Möglichkeit einer Volksabstimmung nicht dazu führen, daß diese Möglichkeit mißbraucht wird.
  • Die Gefährdungsgefahr sehe ich etwas anders. Ich denke, daß durch das Innenministerium ein riesiges Gefährdungspotential künstlich aufgebauscht wird, um fragwürdige Sicherheitsgesetze durchsetzen zu können. Daß die gesellschaftliche Infrastruktur teilweise dahingehend gefährdet ist, daß diese relativ zentralistisch ist, sei unbenommen. Eine Dezentralisierung z.B. der Strom- und Wärmeversorgung sehe ich aber auch als erstrebenswert an, ebenso daß die vom Grundgesetz garantierten Grundrechte bewahrt werden müssen.
  • Einen Theaterneubau halte ich auch in 15 Jahren noch für unwahrscheinlich. Daß man nicht allen immer Alles versprechen sollte, ist eigentlich auch klar. ;)
  • Daß in Warnemünde so viel Geld investiert worden sein soll, kann ich nicht nachvollziehen. Als Einwohner von Warnemünde hat man eher das Gefühl, daß das Geld, das die Touristen nach Warnemünde bringen, nach Rostock abfließt und nicht in Warnemünde reinvestiert wird. Seltsam mutet es dann z.B. an, wenn man in Warnemünde die Bürgersteige selber von Laub befreien muss, während man in Rostock auf der Straße einen Kommunalservice den Laub von der Straße fegen sieht. Da fragt man sich: Wird hier mit zweierlei Maß gemessen?
    Daß mit der Planung zur Sanierung der Mühlenstraße in diesem Jahr begonnen werden soll, ist sicherlich löblich, aber auch mehr als überfällig. Allerdings wird der Status Quo dann auch noch die nächsten Jahre bestehen bleiben, wenn erst jetzt geplant wird. Das mit der Brücke über die Bahnstrecke ist sehr begrüßenswert, aber als Bewohner der Parkstraße würde ich mich natürlich auch über eine Umgehungsstraße zwischen Stadtautobahn und Diedrichshagen freuen. Wenn hier LKWs und Busse vorbeifahren wackelt immer das gesamte Haus aufgrund des moorigen Bodens. Zumindest eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre als Sofortmaßnahme sinnvoll, speziell wenn im Sommer viele Leute die Straße queren und die Autofahrer teilweise mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit fahren. Tempo 100 ist abends häufiger mal zu sehen. Mich wundert, daß da noch nie was passiert ist.
  • Die Windenergie ist durchaus ein wichtiger Industriezweig in Rostock. Daß hier niedrige Löhne gezahlt werden und die Fachkräfte deswegen in den Westen bzw. Süden abwandern bzw. aufgrund des Gehaltsgefälles nicht für Rostock gewonnen werden können, sehe ich genauso, denn das Problem betrifft mich auch. In Berlin hab ich € 1000.- mehr verdient. Als ich mich letztes Jahr zurück nach Rostock beworben habe, wurden mir teilweise Angebote gemacht, die völlig indiskutabel waren und wo man denken könnte, daß es eher der Wochenverdienst sein sollte. Da muß die Rostocker Wirtschaft noch viel dazulernen. Leider kann die Politik da aber wohl kaum etwas tun.
  • Den Begriff der sozialen Marktwirtschaft stärken zu wollen, ist löblich, nur befürchte ich, daß dies bald wieder in Vergessenheit gerät, sobald sich die Krise wieder abgeschwächt hat.
    • Soweit also die Antwort von Herrn Jaeger und mein Kommentar dazu. Ich bin gespannt, wann und was der nächste Kandidat antwortet. :-)

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Eurovision Desaster

The IPv6 Forum offers a free WWW certification program and logo for IPv6 enabled sites. You can find there a ISP certification program as well.

Well, it's not a big deal. No rocket science. But I think it might somewhat help to raise awareness level for IPv6. When people see some IPv6 ready logos all around the web, they will probably start to wonder what this is all about and want to have that stuff as well. Ok, not the average Planet Debian reader, but others... ;)

There's just some caveats:

  1. At least when you use Serendipity and the HTML Nugget plugin you have to turn of "Perform Markup Transformations". Otherwise the plugin will insert some newlines in the script code that make it fail.
  2. Currently the script doesn't work with HTTPS, but that's being worked on and should be fixed in the next version.
  3. The script displays a rather wide (>200 px) logo with statistics of IPv6 visitors. The width may break your theming. But I was told by some gently IPv6 Forum staff that this can be changed.

So, please support IPv6 and participate in that certification program. It doesn't hurt you, but might help spreading IPv6!

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Aktion: Frag deine Politiker - 10 Fragen an die Kandidaten

Gestern war ja mal wieder der Eurovision Song Contest. Gewonnen hat ein fidelnder Norweger während die deutsche Combo auf Platz 20 von 25 gelandet ist. Aber kaum war die Show vorbei, ging natürlich wieder das Gezeter los. Deutschland hat erstaunlich wenig Punkte bekommen, obwohl ich den Song nun nicht so schlecht fand, wie es die Platzierung Glauben macht. Da gab es deutlich schwächere Teilnehmer. Zum Beispiel fand ich den norwegischen Beitrag nun nicht so umwerfend. Nett gemacht, aber halt auch nicht bedeutend besser als den deutschen Beitrag.
Was aber meiner Meinung deutlich wurde, war, daß entweder der deutsche Geschmack vom Rest Europas völlig unterschiedlich ist oder daß die anderen teilnehmenden Staaten - egal was aus Deutschland für Songs kommen - nicht dafür stimmen mögen. Warum auch immer. Natürlich spielen auch Nachbar-Votes eine große Rolle. Das wird man nie verhindern können und es war auch dieses mal anders - sonst hätte Norwegen nicht so hohe Punktzahlen bekommen, wenn die Oststaaten alle sich gegenseitig gevotet hätten.

Was also bleibt?
Meiner Meinung nach hat sich der Eurovision Song Contest längst selber überlebt. Auch wenn dieses Jahr mit Patricia Kaas und Dita von Teese ein paar große Namen dabei waren, ist die Veranstaltung eigentlich nur ein riesiges aufgeblähtes Sammelsurium von unbekannten Gruppen und Sängern. Quasi ein DSDS im europäischen Rahmen. Aber zu hören bekommt man nur Pop-Einerlei. Die Zeiten, in denen der Song Contest Klassiker wie Abbas Waterloo hervorbrachte, sind längst vorbei. Und bei der Größe ist halt auch meiner Meinung kein Platz für Klasse, sondern nur für Masse.

Ich persönlich wäre nicht böse, wenn Deutschland aus dieser Veranstaltung aussteigen und sich die GEZ-Gelder hierfür als einer der größten Zahler sparen würde. Stattdessen würde ich es vorziehen, wenn man das ganze wieder etwas kleiner macht. Bei vielleicht nur 10 Teilnehmern hat man vielleicht auch wieder Zeit, um sich wieder etwas mehr der Klasse widmen zu können. Und auch wenn ich nicht unbedingt der große Chanson-Fan bin, würde ich es befürworten, wenn man sich auf die Wurzeln besinnen und aus der Veranstaltung wieder einen Grand Prix de la Chanson machen würde. Ich glaube jedenfalls nicht, daß Ditas Auftritt dem deutschen Beitrag punkte gekostet hat, sondern daß dadurch ein paar Zusatzpunkte vergeben wurde. Allerdings hätte ich auch mit mehr gerechnet, wie bereits gesagt.

Naja, ob ich mir das Drama nächstes Jahr nochmal antun werde, ist fraglich.

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