You are here

Frankfurt, 18. März 2015

Morgen ist der 18. März 2015 und es wird vermutlich wieder ein denkwürdiger Tag in unserer Geschichte werden.

Warum?

Weil in Frankfurt dann das Bündnis "Blockupy" u.a. gegen die feierliche Eröffnung der Europäischen Zentralbank (EZB) demonstrieren wird. Vor 2 Jahren fand in Frankfurt schon einmal eine Blockupy Demo statt, bei der die Polizei bereits im Vorfeld äußerst fragwürdige Methoden anwandte und dies auch noch zur Demo hin steigerte. Denn schon kurz nach dem Start der Demo kesselte die Polizei einen Teil des Demozugs an einer Stelle ein, an der es kein Entrinnen gab. Dies lies damals eigentlich nur den Schluß zu, daß die Polizei diesen Kessel von langer Hand an genau dieser Stelle geplant hatte, um den Demozug durch die Stadt zu verhindern.

Ich war damals auch in Frankfurt, allerdings zur Delegiertenkonferenz der Humanistischen Union. Dort haben wir noch vor Ort eine Pressemitteilung zu diesen grundrechtswidrigem Verhalten der Polizei verfasst und veröffentlicht.

Morgen wird also ein großes Bündnis erneut zu "Blockupy Frankfurt" aufrufen und bereits jetzt zeichnet es sich ab, daß die Polizei scheinbar mehr Wert darauf legt, daß die Bänker ungestört ihre EZB Einweihung feiern können als daß die Grundrechte der Bevölkerung gesichert werden. Ich gehe davon aus, daß die Polizei wieder Unmengen an Pfefferspray einsetzen wird. Wikipedia schreibt zu Pfefferspray übrigens: 

Da die Reizstoffsprühgeräte in Deutschland nur als Abwehrmittel gegen Tiere verkauft werden dürfen, ist auf allen Abwehrsprays der Hinweis „Nur zur Tierabwehr“ aufgedruckt. Dies ist bedingt durch eine fehlende Zulassung nach dem Waffengesetz, welches Tierversuche an diesem Reizstoff voraussetzen würde. Eine Anwendung gegenüber Menschen ist nur bei Vorliegen einer Notlage und einem rechtswidrigen Angriff als Notwehr erlaubt.[2] Der Einsatz durch Vollzugskräfte, insbesondere die Polizei und die Feldjäger, erfolgt durch Ausnahmegenehmigung der zuständigen Ministerien. Der Einsatz durch die Bundeswehr im Auslandseinsatz auch für Feldjäger ist nach dem Protokoll über das Verbot der Verwendung von erstickenden, giftigen oder ähnlichen Gasen sowie von bakteriologischen Mitteln im Kriege kurz Genfer Protokoll gegenüber Angehörigen gegnerischer Streitkräfte verboten.

Mit anderen Worten: unsere Bundeswehr darf im Kriegseinsatz (!!) Pfefferspray aufgrund des Genfer Protokolls noch nicht einmal gegen feindliche Gegner einsetzen, aber unsere Polizeien dürfen dies aufgrund einer Sondergenehmigung der Innenministerien gegenüber den eigenen Bürgern bei der Wahrung ihres grundgesetzlich garantierten Demonstrationsrechts benutzen.

Wenn ihr also morgen in den Medien Berichte und Videos lest und seht, dann hinterfragt bitte eigenständig das, was ihr da seht. Informiert euch bitte in den sozialen Medien (Twitter, Facebook, etc...) darüber, was die Demonstranten vor Ort erleben und seid kritisch gegenüber den Berichten von offizieller Seite.

Trotz alledem : Seid wachsam!

Kategorie: 
 

Attentat in Paris - Je suis Charlie?

Am 7. Januar 2015 fand ein islamistisch motivierter Anschlag auf die Redaktion der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" statt, bei dem 12 Personen getötet wurden. Die Zeitschrift hatte in der Vergangenheit häufiger die religiösen Führer verschiedener Religionen als Karikaturen dargestellt, darunter eben auch Mohammed.

So schändlich diese Tat ist, so verabscheuungswürdig sind aber auch manche Reaktionen im Nachgang des Attentats. Ich habe mich bewußt entschieden, nicht unmittelbar nach dem Attentat darüber zu bloggen, weil ich das unangebracht hielt, aber die Reaktionen sind inzwischen derart abstrus, daß ich nun nicht anders kann, als etwas dazu zu schreiben.

  1. Es war ein Attentat, kein Terroranschlag. Ich bin wahrlich kein Freund davon, alles als Terrorangriff zu verkaufen. Drei Franzosen haben innerhalb ihres Landes ein Verbrechen mit Schußwaffen verübt und viele Menschen getötet. Damit haben sie zweifelslos nicht nur gegen die Gesetze ihres eigenen Landes verstoßen, sondern auch gegen die Gesetze ihrer eigenen Religion, in deren Namen sie dieses Verbrechen begangen haben. Zwar haben die Täter in der Absicht gehandelt, andere durch ihre Taten gefügig zu machen, aber das passiert bei anderen Verbrechen ebenso. Aus meiner Sicht gibt es zwischen Attentaten und Terror einen quantitativen, qualitativen und auch zeitlichen Unterschied. Alles als Terror zu verkaufen, was so in der Welt passiert, um irgendwelche Forderungen durchsetzen zu wollen, spielt nur denjenigen in die Hände, die diese Art der Angst durch Terror für sich nutzen möchten. Das schließt sowohl die Verbrecher als auch etwaige Sicherheitsbehörden ein.
     
  2. Ich teile durchaus die Auffassung, daß dieses Attentat in gewisser Hinsicht auch ein Attentat auf die Presse- und Meinungsfreiheit war, denn das Ziel der Attentäter war es eben, weitere Veröffentlichungen von Karrikaturen in der Zeitschrift "Charlie Hebdo" des Propheten Mohammeds zu verhindern, weil sie nach Ansicht der Attentäter deren religiösen Gefühle verletzt haben. Nun ist auch die Religionsfreiheit ein Grundrecht, so daß man hier einen Konflikt vermuten könnte. Aber zum einen konnten und können alle Menschen ungeachtet der Karikaturen ihren Glauben frei ausüben und werden daran nicht durch die Zeichnung gehindert. Zum anderen rechtfertigt das Grundrecht auf Religionsfreiheit keinen Mord an Leuten, die irgendwelche Zeichnungen veröffentlichen, selbst wenn man sich als religiöser Mensch von diesen Zeichnungen in seinem Glauben verletzt fühlen könnte.
    Das Grundrecht auf Religionsfreiheit endet an der eigenen Nasenspitze. Niemand darf mich daran hindern, meine Religion auszuüben. Andererseits darf ich niemanden meine Religion aufzwingen, da dies in das Grundrecht der anderen Person eingreift. In diesem Fall sind zusätzlich eben auch noch durch die Tat andere Grundrechte verletzt worden: Pressefreiheit und Meinungsfreiheit. Ebenso wie jeder das Recht hat, seine Religion frei und ungehindert auszuüben, hat jeder das Recht, seine Meinung zu sagen und sich presserechtlich zu betätigen, ohne daran gehindert zu werden. Natürlich gibt es auch hierbei Ausnahmen, die aber auf dem Rechtsweg durchgesetzt werden müssen und nicht in Selbstjustiz.
     
  3. Die Reaktion der Politiker war absehbar und erwartungsgemäß: zuerst waren alle Politiker tief bestürzt von diesem Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit. Sie waren bemüht, den hohen Wert dieser Grundrechte zu betonen und daß es nicht angehen kann, daß ein paar Attentäter dieses Grundrecht durch ihre Tat bedrohen oder gar aussetzen.
    Doch nach nur kurzer Zeit, je nach politischer Ausrichtung waren es nur wenige Stunden bis zu 10 Tage, kamen Forderungen von höchsten politischen Stellen auf, eben genau diese Grundrechte von Staats wegen mit Begründung des Attentats von Paris massiv einzuschränken: 
    Der britische Premierminister Cameron forderte ein Verbot von Cryptographie und unsere Bundeskanzlerin Merkel (neben anderen Politikern) sprach sich für eine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung aus. Beide Forderungen sind widerwärtig und heuchlerisch. Sowohl das Verbot von Cryptographie als auch die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung wirkt sich direkt und unmittelbar negativ auf die von den Politikern noch kurz vorher so sehr verteidigten Grundrechte Pressefreiheit und Meinungsfreiheit aus.
    Mit der Vorratsdatenspeicherung wird jegliche Kommunikation aller Bürger teils über Jahre hinweg gläsern. Es wird jegliche Kommunikation überwacht und protokolliert, also auch jeder Telefonanruf und jede E-Mail, die ein Informant an einen Journalisten, ein Mandant an einen Anwalt oder ein Patient an einen Arzt schickt. Das sind die sogenannten Metadaten, mit deren Hilfe die USA zum Beispiel in Afghanistan Menschen mit Drohnen orten und ermorden. Sie sind also nicht so harmlos wie uns immer gerne von den Befürwortern der Vorratsdatenspeicherung eingeredet wird. Ebenso wenig hilft die Vorratsdatenspeicherung Verbrechen zu verhindern. In Frankreich gibt es sogar eine 12monatige Vorratsdatenspeicherung und sehr viel schärfere Sicherheitsgesetze. Verhindert haben sie das Attentat von Paris jedoch nicht. Ebenso wenig haben großartig zur Ermittlung der Täter oder ihrer Ergreifung beigetragen. Stattdessen wird die Kommunikation aller 66 Mio. Franzosen ohne konkreten Anlass und ohne jeglichen konkreten Verdacht bis zu 12 Monate gespeichert und vermutlich auch ausgewertet.
    Auch das Verbot von Cryptographie verletzt eben diese Grundrechte, da auch dann kein Informant mehr mit Journalisten, kein Mandant mehr mit seinem Anwalt und kein Patient mehr mit seinem Arzt vertraulich kommunizieren könnte und sich sogar womöglich strafbar, aber zumindest verdächtig machen könnte. Und es müssen noch nicht einmal Patienten, Mandanten oder Informanten direkt betroffen sein, sondern es kann auch sein, daß sich zwei Journalisten während ihrer Recherche über den Informanten, zwei Anwälte über ihren Mandanten oder zwei Ärzte sich über ihren Patienten unterhalten. Oder eben zwei Priester über ein Gemeindemitglied.
    Überwachung betrifft uns alle und jeder hat das Grundrecht, privateste Kommunikation mit anderen, nicht nur mit Berufsgeheimnisträgern wie Ärzten, Priestern, Anwälten oder Journalisten, sondern auch mit seiner Familie und seinen Freunden zu betreiben. Die Vorratsdatenspeicherung und das Verbot von Cryptographie hebeln diese elementaren Grundrechte fundamental aus und schaffen sie faktisch ab.

Das Attentat von Paris war schrecklich, es war falsch, es war unnötig. Aber es darf kein Grund sein, unsere Grundrechte deswegen einschränken zu lassen oder gar aufzugeben. Denn dann hätten die Attentäter genau das erreicht, was sie erreichen wollten. Und diesen Triumph möchte ich ihnen selbst post-mortem nicht zugestehen.

Statt den ewig immer gleichen Forderungen nach mehr Überwachung und strengere Sicherheitsgesetze, würde ich mir von unseren europäischen Politikern mehr Rückhalt für unsere Grundrechte und Grundwerte wünschen. So wie es der damalige norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg nach den Anschlägen von Oslo und Utoya vorgelebt hat: 

Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.

Die Forderungen unser Politiker sind insofern strikt abzulehnen und in Hinblick auf das Leid der Angehörigen der Opfer heuchlerisch und schändlich. Wer solche Attentate für die Durchsetzung seiner eigenen politischen Agenda mißbraucht, um Grundrechte abzubauen, agiert quasi selber wie ein Terrorist. Und genau das tun unsere Sicherheitsbehörden, unsere Innen- und Sicherheitspolitiker und unsere Bundesregierung. Doch ihre Waffen der Angst und des Terrors sind nicht Bomben oder Schnellfeuergewehre, sondern Pressemitteilungen und Gesetzesinitiativen.

Ich schäme mich deswegen für unsere Politiker. Das Attentat von Paris ist durch nichts zu rechtfertigen. Es rechtfertig allerdings auch nicht jede Reaktion.

Kategorie: 
 

CIA-Folter

Nun ist es quasi amtlich: Dianne Feinstein hat den CIA-Folterreport mit dem Ergebnis vorgestellt, daß die USA im Namen des Kampfes gegen den Terror jegliche Zurückhaltung verloren haben und Folter betreiben. Dabei haben auch andere Staaten die USA in ihrem Tun unterstützt. 

Kurzum: wer foltert oder Folter gutheißt, stellt sich Abseits jeglicher Zivilisation und Grundrechte. Folter ist in keinster Weise zu rechtfertigen und steht diametral unserem westlichen Wertekanon gegenüber, auf den wir so stolz sind und den wir anderen Staaten nur allzu gerne vorhalten. Da gibt es nichts zu diskutieren oder zu interpretieren!

Zumindest in Deutschland ist die Sache klar und höchstrichterlich in mehrfacher Hinsicht entschieden. Hinsichtlich einer etwaigen "Rettungsfolter" haben Gerichte recht eindeutig geurteilt: 

 

Zudem war die Handlung weder geboten im Sinne des § 32 StGB, noch stellte sie ein angemessenes Mittel im Sinne des § 34 StGB dar, denn sie verstieß gegen Art. 1 Abs. 1 Satz 1 des Grundgesetzes.
Dieser fundamentale Satz der Verfassung findet sich auch in Art. 104 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes wieder, wonach festgehaltene Personen weder seelisch noch körperlich misshandelt werden dürfen. Nach Art. 1 Abs. 1 Satz 1 Grundgesetz ist die Menschenwürde unantastbar. Keine Person darf durch die staatliche Gewalt zum Objekt, zu einem Ausbund von Angst vor Schmerzen gemacht werden.

Seinen Niederschlag hat dieser Rechtsgedanke auch in internationalen Verträgen und Konventionen, wie z. B. in Art. 3 der Europäischen Menschenrechtskonvention, die in Deutschland Gesetzeskraft hat, gefunden.

Die Achtung der Menschenwürde ist die Grundlage dieses Rechtsstaates. Der Ver- fassungsgeber hat sie ganz bewusst an den Anfang der Verfassung gestellt. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit dagegen ist erst in Art. 2 Abs. 2 Grundgesetz normiert. Dies hat seinen Grund in der Geschichte dieses Staates. Die Dokumente aus der Zeit der Entstehung der Bundesrepublik Deutschland machen unschwer deutlich, dass den Mitgliedern des Parlamentarischen Rates die Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes noch sehr deutlich vor Augen standen. Sein fundamentales Anliegen war, so etwas wie damals nie wieder entstehen zu lassen und mit der Fassung dieses Grundgesetzes einen deutlichen Riegel vor jegliche Ver

suchung zu schieben. Der Mensch sollte nicht ein zweites Mal als Träger von Wissen behandelt werden können, das der Staat aus ihm herauspressen will, und sei es auch im Dienste der Gerechtigkeit. So ist zu erklären, dass Artikel 1 Abs. 1 Satz 1 Grund- gesetz unabänderlich ist. Der Verfassungsgeber hat in Art. 79 Abs. 3 Grundgesetz dem Gedanken „Wehret den Anfängen" Ausdruck verliehen und eine Änderung die- ses Verfassungsgrundsatzes ausgeschlossen, auch wenn eine entsprechende Mehrheit für eine Grundgesetzänderung vorläge. Aus diesem Grund wird Art. 79 Abs. 3 Grundgesetz auch als „Ewigkeitsklausel" bezeichnet. Das strikte Verbot, einem Beschuldigten Gewalt auch nur anzudrohen, ist bereits das Ergebnis einer Abwägung aller zu berücksichtigenden Interessen. Diese wurde bei Errichtung des Grundgeset- zes vorgenommen. Dabei geht es ganz wesentlich auch um den Schutz und die Funktionstüchtigkeit der Strafrechtspflege.

Die Urteile der Strafgerichte basieren auf einer korrekten Arbeit der Polizei in einem rechtsstaatlichen Verfahren. Der Rechtsstaat würde sich selber aufgeben, wenn er diesem strikten Gebot keine Folge leisten würde.

Auch der Staat ist in noch so schwierigen Gefährdungssituationen an die Grundgesetze und insbesondere an die Wahrung der Menschenwürde gebunden, daß selbst die bloße Androhung von Gewalt zur Aufklärung von Straftaten verboten ist. Dabei kann sich der Staat auch nicht auf einen Gefährdungsnotstand oder Nothilfe berufen, wie es etwa private Einzelpersonen könnten. Hier werden also besondere hohe Ansprüche an den Staat bzw. seine Organe in Hinblick auf seine Funktion als Rechtsstaat aufgestellt.

Wer foltert oder Folter androht, agiert außerhalb der Rechtstaatlichkeit. Folter ist niemals ein Mittel zur Rechtsdurchsetzung. Nicht zur Verfolgung von Terrorverdächtigen und auch nicht zum Schutz von Entführungsopfern. Mißachtet ein Staat seine eigenen Gesetze, verlässt er die Schranken des Rechts und hört auf, ein Rechtsstaat zu sein.

Die USA haben weltweit Foltergefängnisse betrieben. Dies ist nicht erst seit dem Feinstein-Report bekannt. Viele Staaten haben den USA dabei geholfen, auch die Bundesrepublik Deutschland, indem Flugzeuge der CIA deutsche Flughäfen für Flüge von entführten Terrorverdächtigen in Foltergefängnisse benutzt wurden. Versagt die Bundesregierung und die Justiz nun bei der Verfolgung dieser nun amtlich bekundeten Folterungen der US-Regierung, dann versagt unser Staat als solches. Der Feinstein-Report muss rechtliche Konsequenzen haben. Die Verantwortlichen müssen vor Gericht gestellt werden, egal ob es sich um US-Bürger oder Bundesbürger handelt.

Denn Artikel 1 des Grundgesetzes lautet: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Kategorie: 
 

Umstellung auf HTTPS

Nach der Unterstützung von DNSSEC und DANE habe ich nun auch das Blog auf HTTPS und somit auf eine sichere Verbindung umgestellt. Allerdings ist das verwendete SSL-Zertifikat selbst signiert und wird vom Browser nicht selbständig als vertrauenswürdig eingestuft. Die Fingerprints des SSL-Zertifikats sind wie folgt: 

  • SHA1: 1D:46:30:94:1A:3E:8C:70:F5:9F:23:78:DE:62:17:EE:15:3E:C9:AC
  • SHA-256: F8:65:DC:2C:B1:B1:CB:B7:A6:B8:82:AB:E6:3C:CD:2D:C6:A7:51:79:A7:32:97:BA:97:5F:7D:5C:16:8F:C6:CF

Wenn ihr in eurem Browser einen DNSSEC-Validator als Addon installiert habt, solltet ihr die Korrektheit des SSL-Zertifikats auch über diesen Weg kontrollieren können.

Kategorie: 
 

Bind9 vs. PowerDNS - part 2

Two weeks ago I wrote about implementing DNSSEC with Bind9 or PowerDNS and asked for opinions, because Bind9 appeared to me to be too complex to set it up with regular key signing and such and PowerDNS seemed to me to be nice and easy, but some kind of black box where I don't now what's happening.

I think I've now found the best and most suitable way for me to deal with DNSSEC. Or in short words: Bind9 won!

It won because of its inline-signing config option that you can use in bind9.9, which happens to be in backports. Another tip I can give due to my findings on the web: if you plan to implement DNSSEC with Bind9, do NOT! search for "bind dnssec" on the web. This will only bring up old HowTos and manuals which leaves you with the burden of manually update your keys. Just add the magic word "inline-signing" to your search phrase and you'll find proper results like the one from Michael McNally on a subpage of ISC.org: In-line Signing With NSEC3 in BIND 9.9+ -- A Walk-through. It's a fairly good starting point, but still left me with several manual steps to do to get a DNSSEC-signed zone. 

I'm quite a lazy guy when it comes down to manual steps that needs to get executed repeatedly, as many others in IT as well, I think. So I wrote some sort of small wrapper script to do the necessary steps of creating the keys, adding the necessary config options to your named.conf.local, enabling nsec3params, add the DS records to your zone file and displaying the DNSKEY to you, so that you just need to upload it to your registrar.

One problem was still open: when doing auto-signing/inline-signing with bind9, you are left with your plain text zone file whereas your signed zone file will keep to increase the serial with each key rollover. When changing your plain text zone file by adding, changing or removing RRs of that domain, you'll be left with the manual task of finding out was your actual serial is that is currently used, because it's not your serial +1 from your plain text zone file anymore. This is of course an awkward part I wanted to get rid off. And therefor my script includes an option to edit zone files with your favorite editor, increase the serial automatically by determing the currently highest number, either on disk or in DNS and raising this serial by 1. Finally the zone is automatically reloaded by rndc.

That way I now have the same comfort as in PowerDNS with Bind9, but also know what's going on, because it's not a black box anymore. Me happy. :-)

P.S.: I don't know whether this script is of interest to other users, because it relies heavily on my own setting, e.g. paths and such. But if there's interest, just ask...

P.P.S.: Well, I think it's better when you can decide yourself if my script is of interest to you... please find it attached...

Kategorie: 
 
AttachmentSize
dnssec.sh.txt3.55 KB

Bind9 vs. PowerDNS

Currently I'm playing around with DNSSEC. The handling of DNSSEC seems a little bit complex to me when looking at my current Bind9 setup. I was following the Debian Wiki page on DNSSEC and related links. The linked howto on HowToForge is a little bit outdated as it targeted to Squeeze. I've learned in the meanwhile that Bind9 can do key renewal on its own, but anyway, I did look around if there other nameservers that can handle DNSSEC and came across PowerDNS, which seems to power a large number of european DNSSEC zones.

Whereas Bind9 is well-known, well documented and serving my zones well for years. But I got the impression that DNSSEC is a more or less a mess with Bind9 as it was added on top of it without being well integrated. On the contrary, DNSSEC support is built into PowerDNS as if it was well integrated from scratch on a design level. But on the other hand there doesn't seem much ressources available on the net about PowerDNS. There's the official documentation, of course, but this is not as good as the Bind9 documentation. On the plus side you can operate PowerDNS in Bind mode, i.e. using the Bind9 configuration and zone files, even in hybrid-mode that enables you to additionally run a database-based setup.

So, I'm somewhat undecided about how to proceed. Either stay with Bind9 and DNSSEC, completely migrate to PowerDNS and a database setup or use PowerDNS with bind backend? Feel free to comment or respond by your own blog post about your experience. :-)

Kategorie: 
 

#StopTTIP - Unterschriften sammeln in Rostock

Der heutige 11. Oktober war ein europaweiter Aktionstag, zu dem über 350 Organisationen aufgerufen haben, um gegen die Handelsabkommen TTIP, CETA und TISA aktiv zu werden und Unterschriften zu sammeln, um die EU dazu zu bewegen, die Abkommen zu stoppen. Abkommen, die im Geheimen mit Lobbyvertretern verhandelt werden, aber eine enorme Auswirkung auf unser Rechtsystem und unsere Demokratie haben, brauchen wir nicht. Ich hatte ja schon letztens ein wunderbares Erklär-Video von Hertha Däubler-Gmelin verlinkt.

Auch in Rostock haben sich einige Aktive zusammengefunden, um Unterschriften für die "selbstorganisierte" Europäische Bürgeriniative zu sammeln. Bereits morgens, also in meinem Fall um ca. 9:30 hatte ich schon überraschenderweise einen Aktiven in Warnemünde am Kirchenplatz getroffen. Aber ich war ja eigentlich um 10 Uhr am Universitätsplatz in Rostock verabredet, um dort Unterschriften zu sammeln. Also ab nach Rostock!

Dort angekommen, waren bereits Aktive des Stadtjugendrings und von DieLinke am sammeln. Wie immer bei solchen Unterschriftenaktionen ist es schwierig, die Leute dazu zu bewegen, ihre Stimme bzw. ihre Unterschrift abzugeben. Viele hasten am Stand vorbei, vermeiden jeden Blickkontakt, damit sie bloß nicht angesprochen werden. Einigen war es völlig egal oder sie zeigten absolutes Desinteresse, insbesondere die jüngere Generation war nach meinem Empfinden desinteressiert.

Die andere Seite war aber die, daß Leute zielstrebig auf unseren Stand zusteuerten und gleich fragten, wo sie unterschreiben können. Das waren erstaunlicherweise eher ältere Mitmenschen, die teilweise auch im Internet gelesen hatten, daß es dort eine Unterschriftenaktion geben würde. Also sind sie vorbeigekommen und haben unterschrieben.

Und dann gab es da natürlich noch diejenigen, die noch nichts von TTIP gehört hatten und informiert werden wollten. Meistens haben sie dann auch unterschrieben. Allerdings war das nicht immer eine leichte Sache. Ich hatte eine ältere Dame am Stand, die generell von der Politik enttäuscht war. Das mit den Unterschriften würde ja doch nichts bringen, weil die Politiker eh machen würden, was sie wollen und eh alle von der Industrie gekauft seien. Es war durchaus interessant mit dieser älteren Dame zu diskutieren und sie davon zu überzeugen, daß es eben doch auf jede Stimme ankommt und daß es wichtig ist, sich als Bürgerin oder Bürger zu engagieren und den Einfluß auf die Politik nicht nur den Lobbyisten zu überlassen. Insgesamt haben wir vielleicht eine halbe Stunde lang diskutiert, bis sie dann endlich doch unterschrieben hat. Wichtig fand ich allerdings nicht unbedingt ihre Unterschrift, sondern daß ich vielleicht ein bißchen ihre Politikverdrossenheit habe vermindern können. Sie fand es toll, daß es Menschen wie uns gibt, die eben noch nicht die Hoffnung verloren haben, etwas in der Politik verändern zu können. Denn darum geht es ja eigentlich: wenn wir uns als Souverän der Politik selber aufgeben und das Feld den Lobbyisten überlassen, dann haben die Industrivertreter bereits gewonnen.

Unterschriften zu sammeln ist eben auch gelebte Demokratie. Seine Unterschrift zu geben, ist es aber auch! Jeder Aktivist und alle EU-Bürger, die heute ihre Unterschrift geleistet oder an den Demos und Aktionen teilgenommen haben, haben heute unsere Demokratie gestärkt. Und das ist eine gute Sache!

P.S.: Wir hatten sogar EU-Bürger aus Italien und Schweden dabei, die ihre Unterschrift in Rostock geleistet haben. Das ist Europa, wie ich es mag! :-)

Kategorie: 
 

Buildd.Net: update-buildd.net v0.99 released

Buildd.Net offers a buildd centric view to autobuilder network such as previously Debians autobuilder network or nowadays the autobuilder network of debian-ports.org. The policy of debian-ports.org requires a GPG key for the buildd to sign packages for upload that is valid for 1 year. Buildd admins are usually lazy people. At least they are running a buildd instead of building those packages all manually. Being a lazy buildd admin it might happen that you miss to renew your GPG key, which will render your buildd unable to upload newly built packages.

When participating in Buildd.Net you need to run update-buildd.net, a small script that transmits some statistical data about your package building. I added now a GPG key expiry check to that script that will warn the buildd admin by mail and text on the Buildd.Net arch status page, such as for m68k. So, either your client updates automatically to the new version or you can download the script yourself.

Kategorie: 
 

Die TTIP/CETA-Gefahr von Däubler-Gmelin erklärt

Die ehemalige Justizministerin Prof. Dr. Herta Däubler-Gmelin erklärt in einem Video von Mehr Demokratie e.V. sehr anschaulich die Gefahren, die von diesen neuartigen Handelsabkommen ausgehen. Wer bisher nicht weiß, warum TTIP & CETA so schlecht für unsere Demokratie ist, der sollte dieses Video schauen und weiterverbreiten: 

Kategorie: 
 

TTIP und die Schiedsgerichte

Derzeit ist das geplante Handelsabkommen TTIP, das zwischen den USA und der EU geschlossen werden soll, in aller Munde und vor allem auch überall in der Presse. Nicht vergessen sollte man hierbei aber auch das Abkommen zwischen Kanada und der EU, CETA genannt. Besonderer Kritikpunkt neben den allseits beliebten Chlor-Hähnchen sind die geplanten Schiedsgerichte zwischen Wirtschaft und Staaten. Dort sollen Konzerne gegen Staaten klagen können, wenn sie ihre Investition durch die Politik oder Gesetzgebung der Staaten gefährdet sehen.

Als Beispiel sei hierbei das aktuell laufende Verfahren von Vattenfall gegen die Bundesrepublik Deutschland genannt, bei dem der Konzern den Staat auf Schadenersatz verklagt, weil die Bundesrepublik nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima die Energiewende eingeläutet hat und die Atomkraftwerke in Deutschland in den nächsten Jahren abgeschaltet werden sollen. Es geht wohl um 3.7 Milliarden Euro Schadenersatz. 

Ursprünglich sollen, laut diversen Berichten in den Medien, diese Schiedsgerichte mal dazu gedacht gewesen sein, die Investitionen der Industrieländer in Staaten zu schützen, die kein vergleichbares Rechtsystem haben, so daß Klagen vor den Gerichten des Landes nicht möglich waren. Das macht für mich halbwegs Sinn, aber besagt dann eben auch, daß diese Schiedsgerichte eben nicht für den Fall etabliert werden sollten, wenn es um Staaten geht, die eben doch ein funktionierendes Rechtssystem haben. Hiervon sollte in diesem Sinne sowohl bei den EU-Mitgliedsstaaten als auch bei den USA bzw. Kanada auszugehen sein. Ein Schiedsgerichtsverfahren ist also nicht notwendig, da der normale Rechtsweg beschritten werden kann - und sollte!

Hinzu kommt, daß es für mich in einer freien und sozialen Marktwirtschaft eben auch dazu gehört, daß die Wirtschaftsunternehmen nicht nur den Gewinn ihrer Unternehmungen abschöpfen dürfen, sondern auf der anderen Seite eben auch das unternehmerische Risiko zu tragen hat. Dazu gehören nun einmal auch reduzierte Gewinnaussichten durch eine geänderte Gesetzgebung in demokratischen Staaten. Internationale Schiedsgerichte unterlaufen dieses unternehmerische Risiko, indem sie dem Konzern die Möglichkeit geben, sich gegen eine geänderte Politik zu wehren und den Staat auf Schadensersatz zu verklagen.

Unter anderem wegen dieser undemokratischen Zielsetzung ist CETA und auch TTIP abzulehnen, wenn man es nicht allein schon wegen der fehlenden Transparenz der Verhandlungen ablehnt. Deshalb ist es wichtig, sich gegen CETA und TTIP zu engagieren, zum Beispiel indem man sich bei Campact beteiligt. So soll am 11. Oktober eine Unterschriftenaktion laufen, um die von der EU-Kommission abgelehnte Europäische Bürgerinitiative doch noch auf den Weg zu bringen und um damit CETA & TTIP zu verhindern.

Kategorie: 
 

Pages

Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer