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Denkmal "Georg Büchner" - Neuigkeiten aus Belgien

Das Tauziehen um das Rostocker Denkmal "Georg Büchner", einem alten, ehemaligen Kongoschiff aus Belgien, geht weiter. Nachdem die belgische Seite vvia.be am 31. Januar berichtete, daß der Vertrag mit dem unbekannten Käufer der "Georg Büchner" hinfällig ist, weil er bis Ende Januar nicht aufgetaucht ist, erreichte mich und wohl auch Teile der Bürgerschaft heute per Mail folgende Information von Burkhard Seidel (rueck-spiegel.de):

Antwerpen/Rostock – Sachstand zum Thema  "Georg Büchner" in Flandern
 
Die Verwaltung der flämischen Regierung (Agentschap voor Onroerend Erfgoed)  und der ständige Vertreter der Flämischen Regierung in Berlin haben versucht, die Situation um das Museumsschiff  Georg Büchner im Rostocker Stadthafen zu klären. Danach sprach der zuständige Minister Geert Bourgeois am 16. Januar 2013 anlässlich  einer  Anfrage im flämischen Parlament, von einem Brief, den er an seinen deutschen Kollegen, Minister Brodkorb  gesandt habe. In diesem Brief bat er den Kultusminister von Mecklenburg-Vorpommern, „ alles zu tun, um die Georg Büchner zu schützen“.
Gleichzeitig benannte er Frau Sonja Vanblaere, die General Managerin der flämischen Agentur Für Erbe und Walter Moens, den Vertreter der belgischen Botschaft in Berlin, als autorisierte Ansprechpartner, die im Namen der flämischen Regierung fungieren können.
Weiter heißt es in dem Brief: Die flämische Regierung wird das Schiff „Georg Büchner“ schützen und finanziell unterstützen,  wenn es durch eine private Initiative nach Flandern gebracht werden sollte. Dazu sei eine Beurteilung des Schiffwertes und von den Besitzern die Erstellung eines umsetzungsfähigen Nutzungskonzeptes erforderlich.
Laut dem zuständigen Ministerium scheinen im Moment zwei private flämische Vereinigungen zu versuchen, die notwendigen finanziellen Mittel aufzubringen und einen dementsprechenden Management-Plan  zu erstellen, der am kommenden Freitag bei einer Zusammenkunft in der zuständigen flämischen Behörde bereits mit einem der engagierten Vereine erörtert werden soll.
 
Internetr@dio WARNOW Rostock /Agentur Rück-Spiegel
Textfreigabe erfolgt nur unter genauer Quellenangabe

Daß sich die belgische Regierung einschaltet und einen Vertreter der Botschaft in Berlin autorisiert hat, kann man wohl als gutes Zeichen für die Ernsthaftigkeit der Bemühungen der Belgier werten, das Schiff in den Museumshafen von Antwerpen zu überführen und dort als Denkmal fortzuführen. Dr. Sybille Bachmann (Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09) schreibt hierzu ebenfalls per Mail: 

In Sachen "Georg Büchner" gibt es am 08.02.13 ein Treffen von Vertretern der Belgischen Industriearchitekten Vereinigung mit Belgischen Regierungsvertretern. Nun kommt vielleicht positive Bewegung in die Angelegenheit!

Die Flämischen Vereine müssen die Regierung von ihrem Erhaltungskonzept überzeugen, dann kann es losgehen.

Als zweite Nachricht, die das Treffen bestätigt, der Beitrag von Internetr@dio WARNOW Rostock /Agentur Rück-Spiegel, der soeben verbreitet wurde.
Meine Vorschläge:

  • die Charlesville/Georg Büchner geht nach Flandern, um dort Teil eines Museumshafens zu werden
  • als Preis wird ein symbolischer Euro festgelegt
  • die belgische Seite zahlt dem Rostocker Förderverein die Kosten für die bereits erfolgte Seetüchtigmachung des Schiffes für den Transport
  • die Hansestadt Rostock verzichtet ab 01.02. auf die Liegeplatzgebühren

In Rostock wird derweil an einer Notfalllösung gearbeitet. Dazu dann aber erst was am Donnerstag...

Sybille Bachmann

Da die Stadt Rostock offensichtlich kein Geld übrig hat, um die "Georg Büchner" selber zu erhalten, aber den Wert des Denkmals anerkennt (bzw. das Landesdenkmalamt dies tut), finde ich die Vorschläge von Frau Dr. Bachmann eigentlich schlüssig und sinnvoll. Bis es aber zu einer offiziellen Lösung kommt, wird wohl noch einiges an Wasser die Warnow gen Ostsee fließen.

Aber eigentlich fände ich es auch zu schade, wenn die "Georg Büchner" bzw. "Charlesville" einfach wieder so in einem Museumshafen versauern würde. Ich finde, daß so ein Schiff fahren muss. Zumindest von Zeit zu Zeit. Die ganzen historischen Eisenbahnen machen es ja vor, daß man solche alten Schätze durchaus rentabel betreiben kann. Daß die "Charlesville" ein Relikt der belgischen Kolonialzeit ist, steht einer aktiven Nutzung meiner Meinung nach nicht entgegen. Vielmehr kann man mit dem Schiff ja auch Seereisen anbieten und an Bord mit einer Daueraustellung die Kolonialzeit kritisch beleuchten.

Aber letztendlich müssen die Belgier ja nun ein Konzept vorlegen, um die "Charlesville" übernehmen zu können.

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Comments

So sehr man sich natürlich wünschen würde, dass so ein Dampfer wieder fährt, so unrealistisch ist es leider in der Umsetzung. Wenn es jetzt schon angeblich Millionenbeträge braucht, um überhaupt einen Herbergs- und Gastronomiebetrieb zu gewährleisten, dann ist das Ziel, "Klasse" zu bekommen, schier unfinanzierbar. Ich wär ja schon froh, wenn die Büchner hierbliebe und nicht nach Belgien ginge. Sie gehört hier einfach an diese Kaikante!

Sicherlich. Die Klassenzulassung ist bestimmt auch nochmal ein Problem. Waere es aber nicht, wenn es sowas wie ein H-Kennzeichen fuer Schiffe gaebe. Davon wuerden auch die alten Segler zur HanseSail profitieren, Stichwort: Black Flag. Da es sowas erstmal also nicht gibt, duerfte es mit den Reiseplaenen also schwierig werden. Aber was nicht ist, kann ja auch noch werden.

Daß mit dem Weggang der Büchner dann hier nichts mehr in Rostock ist, ist richtiggehend unschön für eine Hafen- und Hansestadt wie Rostock. Aber für das Schiff an sich ist es sinnvoller, daß es erhalten wird, egal wo das nun sein wird.

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