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Dämmert es dem Warnemünder Ortsbeirat?

Ich hab ja schon so einiges über die Bauvorhaben und das Strukturkonzept in Warnemünde geschrieben. Bisher konnte man nicht den Eindruck bekommen, daß die Vertreter im Ortsbeirat sonderlich auf die Warnungen der Bürger gehört hätten. Auf den Einwand, daß die neuen Wohnung überwiegend wohl nur Ferienwohnungen für wohlhabendere Nicht-Rostocker sein werden, entgegnete man, daß man das ja auch gar nicht kontrollieren könne, ob es nun eine reguläre oder eben eine Ferienwohnung wird.

Nun scheint es dem Ortsbeirat aber langsam zu dämmern, wenn man sich den Artikel bei das-ist-rostock.de durchliest: 

„Herr Köster, sie provozieren zunehmend geballten Widerstand“, warnte etwa der Vorsitzende Alexander Prechtel (CDU). „In den Plänen, die wir damals befürwortet haben, war von einem Beherbergungsgewerbe nicht die Rede.  Jetzt noch mal 300 Betten – sollen wir die anderen Hotels kaputtmachen?“ Einmal dabei, ließ Prechtel seiner Verärgerung freien Lauf: „Sie haben uns damals mit einer Sporthalle geködert, die Warnemünde dringend brauchte. Davon ist keine Rede mehr. Die Parhäuser, die sie bauen wollen, sollten auch dazu beitragen, das Parkplatzproblem in Warnemünde zu lösen. Jetzt brauchen Sie die für andere Zwecke. Sie wären gut beraten, schnellstmöglich von der Idee eines Hostels Abstand zu nehmen.“

Auch bei der Anzahl der Parkplätze, die vom Investor Köster versprochen wurden und die den allgemeinen Parkplatznotstand in Warnemünde wenigstens ein wenig abmildern sollten, realisiert der Ortsbeirat anscheinend langsam, daß die vollmundigen Zusagen des Investors nun offenbar doch ein wenig abgewandelt werden sollen. Lediglich 25 Parkplätze sollen dort am Molenfeuer nun entstehen. Für ein Bauvorhaben dieser Größe zu wenig.

Zusätzlich schwant dem Ortsbeirat nun plötzlich, daß die angedachte Bebauung mit 4-5 Stockwerken irgend wie so gar nicht ins Ortsbild passen könnte:

Ebensowenig Erfolg hatte Reinhard Köster, der auch für das neue Wohngebiet am ehemaligen Rostocker Friedrich-Franz-Bahnhof verantwortlich ist, mit seinen Plänen für sein erstes von sechs Wohnhäusern mit 17 Wohnungen und einer Tiefgarage an der Lortzingstraße 14 und 14 a. „Die an der Lortzingstraße vorhandene ist eine individuelle, kleinteilige, in der Regel zweigeschossige Bebauung. Mit den geplanten vier- bis fünfgeschossigen Gebäuden zerstören sie diese Struktur“, gab Arndt Zintler das Votum des Bauausschusses wieder. Bevor dort weiter gearbeitet werde – der erste Bauabschnitt ist bereits im Gange – sollte das geklärt werden. Worauf Planer Ralph Berndt erwiderte, dass die Höhen den im B-Plan vorgegebenen Maximalhöhen entsprechen.

Auch dieses Thema wurde mehrfach bereits von besorgten, teils aufgebrachten Bürgern im Ortsbeirat vorgebracht, aber offenbar geflissentlich ignoriert. Nun dämmert es dem Ortsbeirat, daß er vermutlich genauso wie beim Hotelneubau neben dem Neptun irgendwie doch über den Tisch gezogen wurde. Dort hat der Investor, nach dem was sich die Leute so erzählen, wohl auch ein Stockwerk höher gebaut, weil die Strafzahlungen niedriger sein sollen als sein möglicher Gewinn durch die zusätzliche Etage. Würde ein Bürger so gegen die Bauvorschriften verstoßen, die Stadt wäre vermutlich schnell mit einer Abrißandrohung dabei. Oder auch nur der Streit um die Veranden am Alten Strom.

Tja, und die Sporthalle? Die soll ja nun wohl am anderen Ende des Ortes gebaut werden. Oder vielleicht auch nicht. Bei den heutigen Investoren kann man das offensichtlich erst dann sicher sagen, wenn die Gebäude stehen. Auf vollmundige Zusagen kann man sich da ja nicht mehr verlassen. Das wissen die Bürger aufgrund langjähriger Erfahrung mit der Politik ja schon längst. Nun lernt es offenbar auch langsam der Ortsbeirat. Ausbaden müssen es aber die Warnemünder.

P.S.: Alexander Prechtel war 2 Jahre auf Weltreise, wie mir zugetragen wurde, und grundsätzlich begrüße ich es durchaus, daß er sich da nun aufregt.

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