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Ortsbeirat Warnemünde - Der Streit geht weiter

Gestern war ein langer Tag: erst das #npbhro in Rostock, danach dann noch im Freigarten gegenüber beim Stammtisch von OpenStreetMap MV vorbei geschaut und dann noch zur Ortsbeiratssitzung in Warnemünde. Die ersten beiden Veranstaltungen waren recht produktiv, die Ortsbeiratssitzung eher nicht.

Im Ortsbeirat wurden diverse Themen behandelt, da ich aber erst sehr spät dort eintraf, konnte ich nur noch den Schluß mitbekommen. Unter anderem soll es um den Verandenstreit gegangen sein. Unser Oberbürgermeister Methling beehrte den Ortsbeirat sogar mit seiner Anwesenheit, was aber nach Aussagen von anderen Teilnehmern auch nicht viel gebracht hat. Denn erstens beglückwünschte sich Methling selber zu seiner strittigen Ernennung zum Oberbürgermeister (wir erinnern uns: 63.4% der Rostocker wählten nicht. Von den übrigen 36.6% wählten mit 53,8% etwas mehr als die Hälfte Methling, was einer demokratischen Legitimation von ca. 19.6% für den OB entspricht), zweitens trat er wohl sehr forsch auf und erstickte die Diskussion im Keime, als er laut rostock-heute.de sagte: 

„Ich muss Ihnen sagen, dass eigentlich schon alles gesagt ist.“

Das ist natürlich ein super Einstieg für einen kompromißbereiten und allseits beliebten Politiker wie Methling. Nicht!

Im Verandenstreit selber, bei dem es darum geht, daß diverse Veranden in Warnemünde seit Jahrzehnten auf städtischem Grund gebaut wurden und dieser Grund nun von den Anwohnern gekauft werden soll, steht der Ortsbereit wohl durchaus kompromißbereit an der Seite der Bürger, aber eben die Stadt in Person von Herr Methling nicht. Daher wird nun der Streit wohl vor Gericht eskalieren.

Hübsch fand ich da, nach Berichten von anderen Teilnehmern, den Vorschlag der Verandenbesitzer, die Veranden eben nicht mehr zu nutzen und die denkmalgeschützten Veranden in die Obhut der Stadt zu übergeben. Das hieße, dass die Stadt für Pflege und Unterhalt der Denkmäler aufkommen müsste. Da die Stadt die Veranden allerdings in keinster Weise nutzen könnte, wäre das ein hübsches Hacken bzw. Trolling gegen die Stadt Rostock, denn anstatt hübsch viel Geld zu bekommen, müsste die Stadt dann sogar noch viel Geld für Veranden in die Hand nehmen, mit denen sie nichts anfangen, die sie aber auch wegen des Denkmalschutzes nicht loswerden kann.

Ein anderer Streitpunkt, wo ich dann auch teilweise anwesend war, ging um die Bebauung des alten Gleisgeländes, "Am Molenfeuer" genannt. Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft Wiro baut da, wie viele meinen, hübschhäßliche moderne Quaderbauten hin, die so gar nicht ins restliche Stadtbild passen. Wie auch beim Vorhaben auf der Mittelmole sollen dort keine Ferienwohnungen, sondern Wohnraum für Warnemünder entstehen. Gar von jungen Familien mit Kindern ist die Rede. Die Preise für die Wohnungen, sollen ca. € 10.- pro Quadratmeter betragen.

Die meisten Warnemünder bezweifeln, daß dort Wohnraum für junge Familien geschaffen wird, sondern daß dort vielmher Ferien- bzw. Wochenendwohnungen für wohlhabende Berliner, Hamburger oder Süddeutsche entstehen. Kaum eine junge Familie wird sich eine Wohnung für € 10,- leisten können. Der Plan der Stadt, dort Wohnraum zu schaffen, trifft zwar auf Zustimmung bei den Warnemündern, aber die Umsetzung ist dermaßen schlecht, daß zu bezweifeln ist, daß der Plan aufgeht. Die Vertreter der Stadt argumentierten gestern zum wiederholten Mal, daß sie durch die Schaffung von Wohnraum den Ort vor allem auch im Winter beleben wollen. Durch die hohen Preise allerdings, so die Argumentation der Warnemünde, wird dort kein ganzjährige Wohnraum für ortsansaässige Familien geschaffen, sondern Ferienwohnungen für Wohlhabende von außerhalb. Die aber werden den Ort auch im Winter nicht beleben können, da sie größtenteils durch Abwesenheit glänzen werden.

Das gesamte Bauvorhaben "Am Molenfeuer" und das Konzept "Mittelmole" stellt sich also eher als ein Programm für Investoren heraus als ein Vorhaben für die Bürger Warnemündes, das zu Belebung des Ortes beitragen könnte. Und der Oberbürgermeister, auch in Vertretung des Leiters des Stadtbauplanungsamts, tun alles, um ihre eigene Vorstellung einer investorenfreundlichen Zerstörung des rustikalen Ortskerns und damit dessen, weswegen die Touristen überhaupt nach Warnemünde kommen, gegen den Willen der Bürger durchzusetzen. Da helfen auch solche Alibi-Veranstaltungen wie Ortsbeiratssitzungen nicht, bei denen ein Dialog mit dem Bürger vorgegaukelt wird und die Einflußmöglichkeiten der Bürger gleich 0 ist. Denn wie Herr Methling ja bereits sagte: „Ich muss Ihnen sagen, dass eigentlich schon alles gesagt ist.

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Comments

ach ja, methling, der diplomatische - ob er sich auch noch daran erinnert, was *er* alles gesagt hat, wenn schon alles gesagt ist?

gibt auf rostock heute auch einen artikel zu den geplanten wohnungen, hauptsaechlich die in der parkstrasse, für die methling beim wahlkampfstart lt. link vollmundig mietsubventionen der stadt versprochen hat - mal abwarten, wann er das vergessen hat...

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