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Griechenland vor dem Aus?

Sodele. Nicht nur Schleswig-Holstein hat am Sonntag gewählt, sondern auch Frankreich (dort hat der Sozialist Hollande gewonnen) als auch Griechenland, wo allerdings keine Partei so richtig gewinnen vermochte. Die beiden größten Volksparteien, die den Sparkurs gestützt haben, mussten kräftig Federn lassen und dafür kamen wohl ziemlich viele kleine Protestparteien hoch. Das Problem: offenbar läßt sich derzeit in Griechenland keine Koalition bilden, weil die Opposition strikt gegen den Sparkurs ist. Spiegel schreibt

Antonis Samaras, Chef der stärksten griechischen Partei Nea Dimokratia (ND), ist nach nur 24 Stunden mit der Regierungsbildung gescheitert. Er sei nicht in der Lage, eine mehrheitsfähige Koalition zu bilden, erklärte der konservative Politiker am Abend in Athen.

 "Wir haben alles getan, was wir konnten", sagte Samaras. "Es war unmöglich." Er habe das Mandat an den Präsidenten zurückgegeben.

"Ich habe versucht, eine Lösung für eine Regierung der nationalen Rettung mit zwei Zielen zu finden", sagte Samaras in einer Fernsehansprache. "Das Land soll im Euroraum bleiben und die politische Ausrichtung des Rettungspakets über Neuverhandlungen geändert werden." Er habe alles versucht. Aber entweder hätten andere Parteien die Teilnahme abgelehnt oder eine Bedingung für ihre Teilnahme gestellt, die andere nicht akzeptiert hätten.

Ich orakel mal: Es wird zügig erneut Neuwahlen geben, weil die Fronten so verhärtet sind, daß derzeit keine Regierung gebildet werden kann. Nach der Neuwahl werden die beiden großen Parteien noch mehr verloren haben, ebenso wie die Menschen das Vertrauen in die Politik. Das Land wird deshalb die nächste Trance aus dem Stabilitätspakt nicht bekommen und wieder die Drachme einführen und aus dem Euro (vorübergehend) aussteigen müssen.

Das alles war eigentlich lange abzusehen, aber statt einer geordneten Einführung der Drachme wird es nun weniger glimpflich ablaufen und viele Banken und Staaten viel Geld verlieren. Und alles nur, weil man Griechenland auf Gedeih und noch mehr Verderb kaputtgespart hat, statt die Griechen für einen Zeitraum von etlichen Jahren aus dem Euro zu entlassen. Griechenland wird es relativ glimpflich überstehen, ähnlich wie Island es überstanden hat. Die EU wird es aber schwer treffen und mit Portugal, Spanien und Italien stehen die nächsten Problemkinder auf der Matte. Die Verschuldung der übrigen Staaten wird ansteigen und auch den bisher stabilen Ländern enorme Probleme bescheren. Sie werden dem Finanz- und Bankensektor noch mehr Steuergelder in den Rachen werfen, bis auch das nicht mehr hilft.

Schaun mer mal...

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