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Gedanken über die CDU in Rostock

Mein gestriges Erlebnis bei der Wahlkampfveranstaltung und den "Sicherheit und Ordnung" Plakaten in Rostock beschäftigt mich dann doch noch ein wenig. Die CDU ist ja nun einmal eine konservative Partei. Das wurde gestern auch ein paar Mal erwähnt. Das bedeutet, daß sie das, was ist, bewahren wollen. Das beinhaltet auch, daß Konservative per definitionem keine große Lust auf Veränderungen haben, also Neuem gegenüber naturgemäß wenig aufgeschlossen sind. 

Daher rührt dann auch die Gier der Konservativen nach Macht. Wer die Macht hat, kann die Veränderungen verhindern oder aber zumindest zu seinen Gunstern beeinflussen. Und wer Macht haben will, muss auch Einfluß auf die Sicherheitspolitik nehmen, ja sogar die Sicherheitspolitik ausbauen und repressiver machen. Im konservativen Sinne muss der Staat über alles im Land Bescheid wissen und informiert sein, denn nun dann kann er vordergründig die Sicherheit der Bürger gewährleisten und seine eigene Macht zementieren. Denn dadurch können die Konservativen Veränderungen verhindern. Insofern folgen die Sicherheitsgesetze der letzten 20 Jahre durchaus einem Masterplan, um mal etwas verschwörungstheoretisch zu argumentieren. 

Soviel erstmal zu einer Ursache, warum ich die Veranstaltung gestern befremdlich fand. Eine andere Sache, die mir auch negativ aufgestoßen war, ist die grundlegende Einstellung der Leute dort. Insbesondere bei der Jungen Union war diese Überheblichkeit und Arroganz zu spüren. Ich hatte das Gefühl, daß sich diese Leute für etwas Besseres halten, für die gesellschaftliche und soziale Elite. Diese Einstellung an sich ist natürlich grundlegend falsch, wie auch letztens eine Studie ergeben hat. Aber die Leute dort glauben fest daran und handeln auch so. Und wer so handelt, strahlt das auch nach außen aus, woraus sich dann soetwas wie eine self-fullfilling prophecy ergibt.

Die Mischung aus bedingslosen Konservatismus, elitärer Arroganz und der Thematik "Sicherheit und Freiheit" sorgte dann für die eigentliche Brisanz des Nachmittags und meinem Entsetzen darüber, was dort abging. Teilweise erinnerte mich das Ganze auch eine Burschenschafts-Veranstaltung, denen häufig ja auch ein rechter Einschlag nachgesagt wird. Und letztendlich führt das zu meiner klaren Aussage, daß die CDU nicht wählbar ist, wenn einem das Wohl des Landes am Herzen liegt.

P.S.: Die Ostsee-Zeitung war ja gestern auch vor Ort, hat dazu aber nur eine kurze Mitteilung zu Thema deutsche Reedereien und Piraten vor Somalia und der Sicherheitslage in Libyien. Link: Ostsee-Zeitung, Link: Focus. Ja, das hat de Maiziere gestern auch gesagt, aber ich fand die Äußerungen über den politischen Gegner Sellering eigentlich viel interessanter und wichtiger.

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