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Zurückeroberung des öffentlichen Raums

Wir begegnen ihr jeden Tag hundert- oder gar tausendfach, nehmen sie aber dennoch kaum wahr - die Werbung auf Straßen und Plätzen, dem öffentlichen Raum. Und dennoch ist sie da und manchmal, vielleicht, nimmt auch sie uns wahr, wenn es sich um eine elektronische Werbung handelt. So auch in Paris mit den ersten Monitoren geschehen, auf denen Werbung lief. Dagegen regte sich Widerstand, wie die Tagesschau in einem Videobericht in ihrem Videoblog "Paris, c'est la vie" zeigt.

In Paris (und anderen Teilen Frankreichs) finden sich Bürger zusammen, die sich gegen die Zupflasterung von öffentlichen Räumen durch Werbung wenden und diese mit Sprüchen besprayen. Eine Art von zivilem Ungehorsam. Die Ungehorsamen werden in Regel dann von der Polizei festgenommen. Allerdings kommt es wohl selten zu Gerichtsverhandlungen, weil die Werbeindustrie die Schmierereien lieber stillschweigend entfernt, um nicht durch Prozesse noch mehr Aufsehen zu erregen. Bei den wenigen Verhandlungen vor Gericht (3 Prozesse in Paris mit Freisprüchen und sehr geringen Geldstrafen) ist die Begründung der Richter allerdings sehr interessant: 

Die Werbung spricht die Passanten an und diese hätten das Recht, darauf zu antworten. Im Rahmen der Meinungsfreiheit. Eine wunderbare Sichtweise.

Und in der Tat fände ich es gut, wenn es auch in unseren Städten weniger Werbung geben würde, insbesondere auch weniger Leuchtreklamen, die teilweise die ganze Nacht über vor sich hinleuchten, ohne daß auch nur irgendein Passant sie beachtet. Wikipedia hat einen Artikel zum Thema "Adbusters" und ab und zu finden sich ja in der Tat kreative Reaktionen auf Wahlplakaten, die manchmal dann auch weiterführende Auswirkungen haben und sogar einen recht großen Mediahype nach sich ziehen, wie zum Beispiel bei Merkels Wahlkampfauftritt auf dem Hamburger Gänsemarkt, der vom Slogan "... und alle so: Yeah!" begleitet wurde.

Aber gerade auch die Leuchtreklame ist auch unter dem Gesichtspunkt "Lichtverschmutzung" und Energieverschwendung ein Ärgernis.

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Comments

Hallo

Deine Geschichten mit der Werbung im öffentlichen Raum interessieren mich. Für eine Kunstarbeit sammle ich Erfahrungen und Geschichten von Leuten, die diese im öffentlichen Raum erlebten (dies könne Begegnungen, Aergernisse, Lusitges usw sein). Zur Geschichte brauche ich auch jeweils ein Foto von diesem Ort (mit Ortsangabe). Es geht mir darum, dass ich eine Bibliothek mit Erfahrungen (Geschichten) und dem jeweiligen Bild des Ortes anlegen will. Also Wissen vom/aus dem öffentlichen Raum.

Schickst du mir eine oder mehrere Geschichten mit Bild von deinen Erfahrungen (z.B. mit den Werbungen)?
(publicexperience@gmail.com)

Danke und Gruss
Ted

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