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Plusminus: "Wer profitiert wirklich vom Milliarden-Bau 'Stuttgart21'?"

Gestern abend kam bei Plusminus in der ARD wohl ein interessanter Beitrag zu Stuttgart21 und den Verwicklungen von Politikern und Wirtschaft. Über den Schwaben-Sumpf eben. Leider hab ich die Sendung nicht gesehen und bisher hab ich auch noch kein Video dazu gefunden, aber zum Glück Bei stuttgart21.blog.de gibt es ein Video und parallel dazu hat die ARD auf ihrer Webseite ein Transkript des Beitrages, wo es folgendes zu lesen gibt: 

Eigentlich ist S21 ein Immobilienprojekt. Die Schienen müssen oben weg, damit man die Gründstücke verkaufen kann. Die großen Baukonzerne werden an diesem Projekt verdienen, die Banken werden an diesem Projekt verdienen und Investoren werden an diesem Projekt verdienen. Die Kosten aber, für die dafür notwendige Tieferlegung der Gleise und des Bahnhofs, tragen die Steuerzahler.

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Ein Großinvestor steht auf jeden Fall schon fest: ECE. Der Marktführer für innerstädtische Shopping-Center will mit Partnern ein gigantisches Einkaufszentrum errichten. Eine Verkaufsfläche mit 43.000 qm und über 1600 Parkplätzen möchte ECE mit Partnern am Mailänder Platz in Stuttgart errichten. ECE expandiert seit Jahren in ganz Deutschland. Die riesigen Center führen fast überall zu deutlichen Einbußen beim eingesessenen Einzelhandel.

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Die Parteinahme für die Investoren sei kein Zufall, sagen Kritiker. ECE habe über Jahre ein feines System entwickelt, um Politiker und Honoratioren für sich zu gewinnen. Eine wichtige Funktion habe dabei die von ECE gegründete Stiftung mit dem Namen „Lebendige Stadt“.

Und siehe da: Christoph Ingenhoven ist dabei, der Architekt von Stuttgart 21. Und Dr. Wolfgang Schuster, der Oberbürgermeister von Stuttgart. Der trat allerdings aus, als das zu einem öffentlichen Thema wurde. Genau wie Tanja Gönner, die Verkehrs- und Umweltministerin von Baden-Württemberg. Immer noch im Vorstand ist Friederike Beyer, die neue Lebensgefährtin des Ex-Ministerpräsidenten und jetzigen EU-Kommissars Günther Oettinger.

Nun gut, daß Stuttgart21 kein Bahnhofs- und Eisenbahnverbesserungs-Bauvorhaben ist, dürfte eigentlich schon zu Jedem durchgedrungen sein. Und eigentlich ist der hinter diesem Immobilienprojekt stehende Schwaben-Sumpf auch nichts Neues. Positiv hervorzuheben ist aber, daß mit Hilfe der Sendung Plusminus diese Tatsache nun einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Die entsprechenden, involvierten Organisationen haben übrigens auch schriftlich auf diese Vorwürfe reagiert, wie der Plusminus-Webseite zu entnehmen ist. Besonders glaubwürdig halte ich diese Reaktionen allerdings nicht. Aber letztendlich muss sich da jeder selber ein Bild von machen. Mich wundert langsam aber ehrlich, wieso die verantwortlichen Politiker überhaupt noch im Amt sind?

 

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