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Fefe und die Netzneutralität

Heute morgen las ich bei Fefe, daß er wenig begeistert über die Initiative "Pro Netzwerkneutralität" ist. Er poltert: 

Das ist auch mein Hauptproblem mit der Initiative: das riecht für mich so, als sei das der Rehabilitierungsversuch der SPD. Die tun einfach so, als sei nichts gewesen, als hätte es die Internetsperren-Sache nie gegeben. Laut Impressum ist Björn Böhning von der SPD Betreiber der Webseite. Tut mir leid, Björn, aber die SPD hat bei mir verschissen bis in die Steinzeit. Ihr könnt jetzt nicht einfach kommen und Netzneutralität fordern und alles ist wieder gut. Euch glaube ich kein Wort mehr, nie wieder.

Fefe hat sicherlich Recht, daß die SPD in der Vergangenheit ziemlich viel Mist gebaut hat. Aber Björn Böhning ist nicht die ganze SPD, sondern ich halte ihn für einer der wenigen dort, die mehr als nur rudimentär Ahnung vom Netz haben. Die Politik läuft leider nicht so ab, daß immer nur diejenigen in der Partei bestimmen, was entschieden bzw. wie abgestimmt werden soll. Böhnings Kollege Marco Bülow hat das in seinem Buch "Wir Abnicker" auch recht gut geschildert, wie das Geschehen hinter den Kulissen ausschaut.

Fefes Rant hört sich sehr verbittert an. Mag sein, daß er das auch ist, aber so wird leider keine Politik gemacht. Es geht auch gar nicht darum, daß man in der Vergangenheit Fehler gemacht hat. Jeder wird irgendwann einmal Fehler gemacht haben. Das Entscheidende ist, daß man das Thema Netzneutralität überhaupt erstmal auf die Tagesordnung hievt und gesellschaft breit streut. Ähnlich wie bei StreetView, wo man einer Studie über die Hälfte der Bundesbürger gegen StreetView ist (Link such ich noch), wäre es sinnvoll, wenn auch beim Thema Netzneutralität sich nicht nur die jungen männlichen Bürger angesprochen fühlen würden. Das Ganze darf eh nicht Thema einer Partei sein, sondern der Gesellschaft. Also sowohl von Männern und Frauen, von Alten und Jungen, von Parteimitglieder und Nichtwählern, von Rechts, Mitte und Links. Von allen. Insofern ist die Reaktion von Fefe etwas daneben.

Wer noch nicht weiß, worum es bei Netzneutralität geht, kann sich entweder das aus Sicht Fefes politische Geschwafel bei Pro-Netzneutralität durchlesen oder aber die eher technischen Hintergründe bei Kristian Köhntopp. Fakt ist so oder so: die Netzneutralität muss gewahrt und zukünftig gesetzlich verankert werden!

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Comments

Fefe erklärt in http://blog.fefe.de/?ts=b2984b2d nochmal, warum viele ihn falsch verstanden haben.
Aus meiner Sicht hat er recht, der wirtschaftliche Aspekt ist nachrangig, es geht primär um allgemeine Freiheiten.

Ja, aber da bezieht er sich auf Markus Beckedahl. Ich beziehe mich in meinem Artikel primaer auf seinen Rant gegen die SPD. Letztendlich ist es fast irrelevant, wer die Initiative gestartet hat. Hauptsache ist, dass jemand sie gestartet hat und dass das Thema an die Oeffentlichkeit kommt.

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