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Reaktionen nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen

Es ist schon merkwürdig irgendwie: Griechenland verschuldet sich, manipuliert über Jahre hinweg die Haushaltsbilanz und kommt ins Straucheln, kann die Schulden nicht mehr zurück zahlen. Die Schulden Griechenlands bei deutschen Banken belaufen sich laut *hüstel* Bild-Zeitung auf rund 32 Mrd. Euro. Schulden, die der griechische Staat bei deutschen Privatbanken hat.
Nun hat also die EU ein riesiges Rettungssystem auf die Beine gestellt, um notleidenden Ländern zu helfen. Was mich dabei wundert: hieß es am Anfang der Krise nicht, die Banken bzw. der Finanzmarkt müsse stärker reguliert werden? Wie kann es denn dann dazu kommen, daß plötzlich eine Ratingagentur einen Staat in eine Krise stürzt, weil dieser durch die Herabstufung nun auf dem Finanzmarkt keine Kredite mehr bekommt? Der gleiche Finanzmarkt übrigens, der mit Unsummen von Steuergeldern nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers vor dem Kollaps gerettet wurde.

Also fassen wir mal zusammen:

  1. die Hypotheken-Blase in den USA platzt
  2. Lehman implodiert
  3. die Staaten schießen Millarden von Steuergeldern in den Finanzmarkt, um diesen vor dem totalen Kollaps zu bewahren
  4. die Regierungen sagen stärkere Kontrolle der Finanzmärkte zu
  5. einige Zeit kommt Griechenland in Bedrängnis
  6. Ratingagenturen verschlimmern die Situation durch die Herabstufung der Kreditwürdigkeit
  7. die Staaten springen wieder mit einem Rettungssystem ein und bürgen für neue Schulden, damit Griechenland bei Privatbanken aufnehmen kann

Irgendwie erhärtet sich da bei mir der Eindruck, als wenn wieder einmal nichts geschehen ist und alles beim alten bleibt: die Gewinne werden bei den Banken privatisiert, die Risiken/Schulden jedoch über die Steuergelder aufgefangen und solidarisiert.
Wenn Griechenland schon jetzt nicht mehr die Mittel hat, um ihre Schulden zurückzuzahlen, wieso drängt man dem Land dann neue Schulden auf? Wäre es nicht besser, den Griechen ihre alten Schulden zu erlassen? Aber da hätten ja die Banken auf Zinsen verzichten und das Geld abschreiben müssen. Womöglich müssten gar die Bänker auf ihre Boni verzichten, weil ja das Jahresergebnis dann versaut wäre?! Also ruft man lieber nach dem Staat, den man ansonsten lieber aus den eigenen Geschäften heraus halten will.

Die EU-Geldspritze für Griechenland war aber wohl unvermeidlich. Der griechische Bürger kann vermutlich wenig für die Situation seines Staates. Insofern kann man die Griechen nicht einfach pleite gehen lassen. Aber die Politik muss endlich den irre gewordenen Finanzmarkt zügeln und in den Griff bekommen. Und vor allem auch zur Rechenschaft ziehen! Es kann und darf nicht sein, daß die Banken erst mit Millarden Dollar und Euro gerettet werden müssen, um dann ein Jahr später wieder Gewinne ausschütten zu können.

P.S.:
Fefe hat mal wieder erkannt, daß das ja alles noch viel schlimmer ist und Enni Sander spricht schon vom Dritten Weltkrieg, womit sie nicht so ganz unrecht haben könnte.

 

Comments

die fdp-politiker sind große meister im umdeuten der realität - zuletzt hat man das bei der steuerschätzung gesehen! so wie es aussieht reicht es ja nicht ganz für rot-grün - wirklich schade! bin gespannt wie es ausgeht..

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