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Monitor (ARD) über den Datenkraken ELENA

Interessantes brachte Yath heute morgen im IRC zu Tage. Im Google-eigenen Blog gibt es einen Artikel zu lesen, der von regelmäßigen Cyber-Angriffen aus China berichtet. Dabei würde versucht, unter anderem Gmail-Accounts von Menschenrechtsaktivisten aus dem Ausland und China auszuspionieren:

Second, we have evidence to suggest that a primary goal of the attackers was accessing the Gmail accounts of Chinese human rights activists. Based on our investigation to date we believe their attack did not achieve that objective. Only two Gmail accounts appear to have been accessed, and that activity was limited to account information (such as the date the account was created) and subject line, rather than the content of emails themselves.

Third, as part of this investigation but independent of the attack on Google, we have discovered that the accounts of dozens of U.S.-, China- and Europe-based Gmail users who are advocates of human rights in China appear to have been routinely accessed by third parties. These accounts have not been accessed through any security breach at Google, but most likely via phishing scams or malware placed on the users' computers.

Das verwundert nun nicht so sehr. Das Spannende und Interessante kommt aber durchaus noch:

These attacks and the surveillance they have uncovered--combined with the attempts over the past year to further limit free speech on the web--have led us to conclude that we should review the feasibility of our business operations in China. We have decided we are no longer willing to continue censoring our results on Google.cn, and so over the next few weeks we will be discussing with the Chinese government the basis on which we could operate an unfiltered search engine within the law, if at all. We recognize that this may well mean having to shut down Google.cn, and potentially our offices in China.

Die Hervorhebung ist von mir.

Soso, Google will also nicht mehr sein chinesisches Angebot zensieren lassen. Das Spannende ist nun, wie die Chinesen, also die Regierung, reagieren wird. Vermutlich wird sie erstmal alle Verantwortung und jegliche Verbindung zu den Angriffen abstreiten und verlangen, daß man mehr gegen diesen *hüstel* Cyber-Terrorismus unternehmen sollte. Darüberhinaus wäre es interessant, wie Google das nun umsetzen will? Werden die Filter sofort abgeschaltet und der freie Zugang während der Verhandlungen mit der Regierung ermöglicht? Wohl nicht. Darauf lässt zumindest der Blogbeitrag nicht schließen. Zumal dann wohl recht schnell die IPs von Google in China gesperrt sein würden.
Bemerkenswert ist der Schritt aber schon, einen so großen Markt potentiell aufgeben zu wollen - oder aber der Versuch Googles, eine Regierung zu beeinflussen und in die Politik einzugreifen, wenn ihnen es gelingen sollte, unzensierte Inhalte in China anzubieten. Davon ist aber wohl kaum auszugehen. Allerdings hätte Google durchaus die Möglichkeiten, Katz und Maus mit den Zensoren zu spielen und über verschiedene technische Lösungen den Zugriff auf bisher zensiertes Material in China anzubieten.

Auch Spiegel Online und Netzpolitik berichten darüber. Leider hab ich nun nicht mehr Zeit, um mich mit dem Thema auseinander zu setzen - die Arbeit ruft!

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Von Ingo Jürgensmann | Blog of Ingo Jürgensmann | – Ich hatte ja bereits Mitte/Ende November 2009 über ELENA berichtet. Dem Vorhaben der Bundesregierung den Bürger noch gläserner zu machen und das weitgehend unbemerkt von der ...

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