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Neue OZ: Zensur in Kunst und Medien - 8. Dezember Seite 23

Fefe berichtet darüber, wie die Einflußnahme der Politik auf die Presse immer schlimmere Ausmaße annimmt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten hiermit gegen die massive Beschränkung der freien Berichterstattung auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen protestieren. Seit heute dürfen sich Journalisten im Konferenzzentrum nicht mehr frei bewegen. Drehs außerhalb des Pressezentrums sind nur noch möglich, wenn ein Delegationsmitglied das Kamerateam und den Reporter an der Sicherheitsschleuse abholt und das Team dann von einem UN-Verantwortlichen begleitet wird. Spontane Drehs sind unmöglich. Selbst die UN-Medienkoordination wurde offenbar von diesen Maßnahmen überrascht, da die Verschärfung nicht angekündigt war. Diese Maßnahmen verstoßen gegen die Presse- und Rundfunkfreiheit und behindern die Arbeit der Medien in höchstem Maße. Wir sehen das Recht der freien Berichterstattung massiv eingeschränkt. Daher fordern wir die sofortige Aufhebung dieser Einschränkung für alle Journalistinnen und Journalisten auf dem UN-Klimagipfel in Kopenhagen.

Mit freundlichen Grüßen,

Nikolaus Brender Thomas Baumann
Chefredakteur ZDF Chefredakteur ARD

Zur Erinnerung: Nikolaus Brender gilt durchaus als unbequemer, weil unabhängiger Journalist. Deswegen wurde er ja auch von Roland Koch als Chefredakteur beim ZDF geschasst. Noch ist er das aber und auch sein Kollege von der ARD beschwert sich über die Beschränkungen in der Berichterstattung. Diese Beschränkungen betreffen übrigens nicht nur Journalisten, sondern auch NGOs wie z.B. der BUND bzw. Friends of Earth:

Kopenhagen: Der Kopenhagen-Delegation des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seiner Dachorganisation Friends of the Earth International (FOEI), wurde am Mittwoch der Zugang zum Bella Center komplett verwehrt. Betroffen waren auch andere internationale Umweltorganisationen. Zur Begründung mussten "allgemeine Sicherheitsvorkehrungen" herhalten. Die deutsche Delegation des BUND antwortete darauf mit einem Sitzstreik in der Eingangshalle.

So sieht also Politik und Demokratie im Jahr 2009 aus. :-(

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