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Argumentationshilfen Internetsperren

Heute gibt es wieder zwei interessante Artikel bei Bloggerkollegen. Zum einen bei scytale.name und zum anderen bei f!xmbr.de.
Scytale.name hat einen sehr ausführlichen Artikel mit sehr vielen Links und weiterführenden Verweisen geschrieben (stramme Leistung!), bei dem ich nur auf eine durchaus bemerkenswerte Passage aufmerksam machen will:

Wisst ihr, was mir aufgefallen ist? Fefe hat früher immer gefragt, wo eigentlich die Revolution bleibt. Manchmal so oft, dass es schon genervt hat. Inzwischen hat er das seit über zweieinhalb Monaten nicht mehr gemacht. Und ich sage euch warum.

Weil die Revolution begonnen hat.

In der Tat. Früher konnte man bei Fefe durchaus häufiger mal was von Revolution lesen. Und in der Tat fällt mir jetzt auf, daß ich solches dort seit längerem nicht mehr gelesen habe. Insofern ist das schon eine interessante, aber vielleicht auch noch etwas gewagte These. Aber wenn sich der Protest gegen Internetzensur und Killerspielverbot als langlebiger erweist als bloss für ein paar Wochen und sich dieser Protest auch noch weiter manifestiert und organisiert, dann denke ich schon, daß sich daraus ein ernstzunehmendes Problem für die derzeitigen Parteien ergeben kann. Aber auch wenn die gestrige Demonstration in Karlsruhe gegen das IFNG Verbot ein durchaus beachtlicher Erfolg war, muss man klar erkennen, daß es Demonstration allein nicht immer bringen. Die ganz große Ausnahme waren sicherlich die Montagsdemonstrationen in der ehemaligen DDR, aber schon der Versuch, diesen Erfolg im Rahmen der Hartz-Gesetze zu widerholen, scheiterte, auch wenn in sehr vielen Städten sehr regelmäßig demonstriert wurde. Die Politiker haben es einfach ausgesessen.
Deshalb sind andere Aktionen auch wichtig und notwendig. Die Piratenpartei als neue Partei ist sicherlich ein Stützpfeiler, aber bis sie ein politisches Gewicht hat, vergehen noch etliche Jahre. Also bedarf es anderen und parallelen Anstrengungen, wie etwa verstärkte Lobbyarbeit bei den Politikern. Auch wenn viele auf Lobbyisten schimpfen, ist es nicht notwendiges, sondern notwendig - wenn die Lobbyarbeit transparent und offen ist - statt verdeckt und im Geheimen!

Und somit komme ich nun zum zweiten Blogartikel von F!xmbr, der sehr provokativ betitelt ist: "An der Schwelle eines Bürgerkrieges". Soweit ist es wohl hoffentlich nicht, denn einen Bürgerkrieg möchte wohl niemand von uns haben. Dennoch: am Ende ruft auch er dazu auf, sich weiterhin *für* Demokratie und Freiheit zu engagieren:

Zum Schluss eine Bitte an die Netzindianer: Lasst uns gemeinsam eine Kette bilden, wie sie schon in der Zensursula-Debatte erkennbar war. Lasst uns auch nicht länger in die Defensivhaltung gehen und davon sprechen, dass wir Dagegen sind. Wir sind Dafür. Wir treten für eine gerechte und offene Gesellschaft ein. Wir kämpfen für die Freiheit, die Unabhängigkeit, die Souveränität und das Selbstbestimmungsrecht jedes einzelnen Bürgers. Es geht nicht um die eine oder andere Meinung, nicht um Befindlichkeiten oder um Vergangenes. Es geht schlicht und ergreifend um die Frage:

Was für eine Gesellschaft wollen wir unseren Kindern hinterlassen?

Heute ist Wahltag und bereits heute hat jeder die Möglichkeit, einen Beitrag zur Veränderung zu leisten, indem er wählen geht!

P.S.: Bei den Ruhrbaronen wird schon überlegt, ob die Piratenpartei die neue SPD sei? (via slith76@twitter)

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