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Heute Drupal-Stammtisch in Rostock

Heute ist ein sehr bemerkenswerter und interessanter Artikel von Christian Stöcker zum Thema Internetsperren und Mißbrauchsdokumentation bei Spiegel Online erschienen: "Die Generation C64 schlägt zurück"

In diesem Artikel erklärt Christian Stöcker sehr schön, worum es geht und wieso soviel Getöse um die Internetsperren gemacht wird:

Die Überraschung unter den politischen Spitzenkräften Berlins in den vergangenen Wochen war kaum zu übersehen. Etwas Unerhörtes war passiert. Eine neue politisch-gesellschaftliche Frontlinie ist sichtbar geworden, eine, die das Klima in diesem Land auf Jahre hinaus prägen könnte. Die Generation C64, die erste, die mit Computern aufgewachsen ist, hat die Nase voll von Herablassung und Gängelung, will sich nicht länger an den Rand der gesellschaftlichen Debatte drängen lassen. Sie wehrt sich, mit ihren Mitteln.

Bereits in der obigen Einführung des Artikels wird Bezug auf den "Generationenkonflikt" genommen. Die Generation C64, wie Stöcker sie nennt, hat genug davon, von digitalen Immigranten fremdbestimmt zu werden und fordert lautstark Gehör, was selbst die Politiker zu überraschen scheint, da sie nicht damit gerechnet haben:

Dann passierte das Unerhörte: Eine rasant wachsende Zahl von Menschen sprach sich offen und nicht anonym gegen die Filterpläne der Ministerin aus - bis heute über 100.000. Obwohl es doch gegen Kinderpornografie ging! In Berlin war man konsterniert.

Und hoffentlich ist man das dort immer noch. Zumindest hatte man bei der öffentlichen Ausschußsitzung letztens zumindest das Gefühl, daß sich einige Politiker durchaus der Stimmung im Netz bewußt sind und z.B. Netzpolitik.org wahrnehmen und lesen. So bleibt zu hoffen, daß die Netzgemeinde nun nicht locker läßt und sich weiterhin Gehör verschaffen wird, denn wenn man von Politikern regiert wird, die meinen, daß Politik ohne Wahlen eigentlich ganz schön wäre, dann ist das auch mehr als nötig.

Stöcker schließt jedenfalls mit einem Schlußwort, das man kaum besser machen könnte:

Dass die Unterzeichner der Petition gegen das Filtergesetz es wagen, Vernunft und Bürgerrechte sogar unter dem Risiko, als Päderastenfreunde gebrandmarkt zu werden, zu verteidigen, ist eine Entwicklung, die es eigentlich zu feiern gälte. Hier setzen sich Menschen für sinnvolle Gesetze und demokratische Grundprinzipien ein, teils schamloser öffentlicher Diffamierung zum Trotz. Das passt besser zum 60. Geburtstag des Grundgesetzes als jede Sonntagsrede.

Und es ist für Deutschlands politische Klasse ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt: Die digitalen Einheimischen haben begonnen sich einzumischen.

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