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Ok, entgegen des ersten Artikels von heute morgen verbreitet Zapp (NDR) nicht unreflektiert "Tatsachen", sondern recherchiert so, wie man das eigentlich von Journalisten erwartet.
Nicht nur, daß Zapp auch über die Wikipedia-Panne mit dem "Wilhelm" berichtet, nein, stattdessen haken sie in Richtung Wirtschaftskompetenz nach. Angeblich soll unser neuer Wirtschaftsminister ja über Erfahrungen aus dem Familienunternehmen haben. Doch Zapp deckt auf, daß es sich hierbei nicht um die vonGuttenberg GmbH handelt, sondern um folgendes:

Ausweislich der Auskunftei "Creditreform" trat Karl-Theodor zu Guttenberg in der Münchener Guttenberg GmbH in Erscheinung. Sie hatte "ca. drei Beschäftigte", hatte den Unternehmenszweck "Verwaltung eigenen Vermögens" und wurde 2004 aufgelöst.

Die Information, daß von Guttenberg im Familienbetrieb mit dem Thema Trockenbau und Dämmstoffen seine Sporen in Sachen Wirtschatskompetenz verdient hat, stammt laut dem TV-Bereicht bei Zapp von der dpa, die sich demzufolge bei ihren Kunden für diese Fehlinformation entschuldigt hat.
Wenn man nun bei Wikipedia nachschaut ;-), was die dpa ist, stellt man fest, daß die dpa irgendwie ihrem eigenen Anspruch nicht so ganz gerecht wird:

Der Unternehmenszweck der dpa ist die Sammlung, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten-, Archiv- und Bildmaterial jeder Art. Laut Statut soll die Agentur diese Aufgabe „unparteiisch und unabhängig von Einwirkungen und Einflüssen durch Parteien, Weltanschauungsgruppen, Wirtschafts- und Finanzgruppen und Regierungen“, erfüllen.

Unter "unparteiisch und unabhängig" verstehe ich irgendwie auch implizit "korrekt". Natürlich können immer mal Fehler beim Recherchieren entstehen, aber scheinbar machen sich die Journalisten bei dpa auch nicht viel Mühe mit ihrer Recherche.
Das Problem wird dadurch schlimmer, daß die Zeitungen solche Agenturmeldungen ungeprüft übernehmen.

Daß Zapp in diesem Zusammenhang auch noch über ein weiteres Problem berichtet, trägt natürlich nicht besonders zum Vertrauen in den Qualitätsjournalismus bei. Wenn ein ganzes Bundesland eigentlich nur noch von einem Unternehmen mit Nachrichten versorgt wird, ist das schon bedenklich.

Vielleicht ist es Zeit, daß auch in Deutschland Blogs die sich aufzeigende Lücke in der Berichterstattung zu füllen beginnen? In anderen Ländern sind Blogs schon eine wichtige Informationsquelle, aber in Deutschland scheinen Blogs eher unpolitisch zu sein, was ich schade finde. Aber ich stelle auch selber an den Zugriffszahlen fest, daß politische Beiträge eher schlecht angenommen werden und offensichtlich nicht interessieren.

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