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Keine Ferienwohnungen in Warnemünde mehr?

Gestern fand wieder eine Ortsbeiratssitzung in Warnemünde statt, zu der ich eigentlich hingehen wollte, aber leider nicht konnte, weil ich bis kurz vor 20 Uhr noch unerwartet arbeiten musste. Auf der Tagesordnung standen auch zwei Punkte, die sich mit der Umwidmung von Wohnraum in Ferienwohnungen beschäftigen, unter anderem die Vorlage 2012/BV/4110 mit dem schönen Titel Veränderungssperre zum Bebauungsplangebiet Nr. 01.W.183 "Schutz des Wohnens vor Umwandlung in Ferienwohnungen in Warnemünde".

Kurzum sollen halt keine weiteren Wohnungen zu Ferienwohnungen umfunktioniert werden, damit das Leben im Ort erhalten bleibt und Warnemünde im Winter bzw. in der Nebensaison nicht wie ausgestorben ist. Soweit, so gut. Das ist durchaus ein Vorhaben, daß man unterstützen sollte. Aber, wie ich ja bereits berichtet habe, plant die Stadt ja auch große Teile in Warnemünde neu zu bebauen, etwa die Mittelmole, das Gebiet "Molenfeuer" und einen Bereich an der westlichen Parkstraße. Insgesamt sollen bis zu 1000 Wohnungen entstehen, die - so auch die Befürchtungen vieler Warnemünder Bürger - vermutlich so teuer sind, daß sich die Wohnungen kaum ein Einheimischer, geschweige denn die angepeilten jungen Familien werden leisten können. Somit stehen die neugebauten Wohnungen vermutlich für zahlungskräftige Auswärtige als Ferien- bzw. Eigentumswohnungen zur Verfügung. Das wird natürlich von den treibenden Kräften hinter diesem Bauvorhaben ständig auf das Energischte bestritten. Allerdings fehlen in den vorgestellten Plänen zum Beispiel Schulen oder Kindergärten, die aber bei 1000 Wohnungen für Familien eigentlich notwendig wären.

Nun kann man auf einer Karte zur Veränderungssperre schön sehen, daß ausgerechnet diese Bereiche der Neubaugebiete von der Veränderungssperre ausgenommen wurden: 

Ich frage mich, mit welchem Grund dies gemacht wurde und ob es für die ausgesparten Gebiete, zu denen auch das neue A-ja Resort Hotel und das Neptun Hotel gehören, gesonderte Sperren für Ferienwohnungen gibt? Wenn nicht, dann wäre das in meinen Augen ein ziemlicher Kniefall der letztendlich beschließenden Bürgerschaft Rostocks vor den Investoren, die dort in Warnemünde bauen wollen. Mir würden noch andere Vermutungen einfallen, aber die kann sich vermutlich sowieso jeder selber denken.

Weiß jemand, was gestern auf der Ortsbeiratssitzung los war und besprochen wurde?

PS: Anbei noch die entsprechenden Dokumente aus dem Ratsinformationssystem der Stadt angehängt.

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Comments

"Günstiger Wohnraum für junge Familien" - das war einmal die Aussage, wo es um die Planung für die neuen Gebiete ging. Wenn ich jetzt aber die Immobilien-Inserate in den örtlichen Tageszeitungen lese, wo 70qm Wohnungen für 240.000 Euro angeboten werden, dann Frage ich mich allen ernstes, welche junge Familie sich das leisten kann und wird?
Hier werden doch wieder Ferienwohnungen entstehen, so wie es schon in der Kurparkresidenz der Fall ist.
Auch mit der Beschränkung bzw. der stärkeren Kontrolle bei der Einrichtung von Fewos wird die Wohnungsknappheit und der Mietwucher meines Erachtens nicht bekämpft. Zumal die Umsetzung des entsprechenden Bebauungsplanes nach OZ-Angaben zwei Jahre dauern dürfte.
In Kühlungsborn und Boltenhagen gab es das schon vor einigen Jahren. Und da wurden Makler und Vermieter vor dem Stichtag sehr aktiv.

Richtig. Ich sehe es auch so kommen, dass die Neubaugebiete hauptsaechlich Ferien- und Eigentumswohnungen fuer wohlhabende Hamburger oder Berliner sein sollen. Die gesamte Planung des Strukturplanes ist meiner Meinung nach daraufhin ausgerichtet. Um Wohnraum fuer Warnemuender geht es gar nicht bzw. nur vordergruendig.
Ich frage mich, wer hinter diesen Vorhaben steckt und wer wie stark davon profitiert. Aber das werden wir wohl erst in ca. 10-20 Jahren erfahren, fuerchte ich.

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