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Demokratie

Störsender TV: Folge 3 - Die Herren der WeltS

Ebenfalls schon etwas länger her, ist die 3. Folge des Störsender TVs zum Thema "Die Herren der Welt". Hierbei geht es darum, daß nur eine Handvoll von Konzernen die Weltwirtschaft beherrschen.

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Störsender TV: Folge 2 - Wasser marsch!

Etwas spät, aber trotzdem möchte ich auf Folge 2 "Wasser marsch" des Störsender TV hinweisen. Es geht um Wasserprivatisierung, bei der die EU Kommission ja zum Glück schon zurückgerundert hat: 

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Video: Anke Domscheit-Berg über Überwachung

Gestern war Barack Obama in Berlin. Außer, daß er da für reichlich Unanehmlichkeiten für die Einwohner Berlins gesorgt hat, kann ich irgendwie nicht so recht erkennen, was der Besuch für einen Sinn gehabt haben soll. Dafür gab es aber im Zuge der PRISM Enthüllung eine Gegendemonstration am Großen Stern, wo unter anderem Anke Domscheit-Berg eine Rede zum Thema Überwachung gehalten hat: 

Schaut euch die Rede an und überlegt, ob ihr "nichts zu verbergen" habt.

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Schweiz weitet Internetsperren aus

Erinnert ihr euch noch an 2009? Damals, als die Bundesregierung unter der Federführung von #Zensursula, sprich: Familienministerin Ursuala v.d. Leyen, den Mißbrauch von Kindern durch Stoppschildern im Internet verhindern wollte? So oder so ähnlich war ja die nach außen getragende Denke, daß man mit Internetsperren von Mißbrauchsdokumentation das Problem der sogenannten "Kinderpornografie" eindämmen könnte.

Erinnert ihr euch, daß Bürgerrechtler und Aktivisten davor gewarnt haben, eine Zensurinfrastruktur einzurichten, die nicht nur dazu geeignet ist, Mißbrauchsdokumentation zu sperren, sondern beliebige Inhalte? Sie haben gesagt, daß die "Kinderpornografie" nur der erste Schritt ist und andere Themen dann folgen werden, wie zum Beispiel Verstöße gegen das Urheberrecht.

Erinnert ihr euch, wie damals die politischen Verantwortlichen diese Möglichkeit der Ausweitung auf andere Inhalte versucht haben, als unmöglich und undenkbar abzutun?

Wenn ihr euch an all das erinnert, dann habt ihr noch ein gutes Gedächtnis! Denn wie Golem berichtet, hat die Schweiz genau das vor, vor dem wir damals ausdrücklich gewarnt haben: die Ausweitung der Internetsperren auf Urheberrechtsdelikte: 

Internet Provider in der Schweiz sollen nach Hinweisen durch die Musik- und Filmindustrie illegale Quellen im Internet sperren. Das berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Laut dem Bericht hat eine Arbeitsgruppe des Eidgenössischen Justizdepartements dazu eine konkrete Empfehlung ausgesprochen. Der Zeitung liegt eine Zusammenfassung der vergangenen Sitzung der Arbeitsgruppe vor.

Provider sollen nach einer Anzeige oder auf Anweisung der eidgenössischen Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (Kobik) den Zugang zu "offensichtlich illegalen Quellen" sperren. Dabei geht es vor allem auch um illegale Angebote aus dem Ausland. Die Kobik, die sich bisher hauptsächlich mit der Bekämpfung von sexueller Gewalt gegen Kinder beschäftigt, soll dafür erweitert werden. Als Alternative schlägt die Arbeitsgruppe die Schaffung einer neuen Behörde nach dem Vorbild der Kobik vor.

Dies zeigt sehr schön, wie ernste Themen wie der Kampf gegen Kindesmißbrauch, dem sich ja eigentlich niemand verweigert, dazu instrumentalisiert und regelrecht vorgeschoben werden, um die Interessen der Urheberrechtsindustrie auf Kosten der Freiheits- und Grundrechte aller Menschen durchzusetzen.

Es war richtig, damals "Nein!" zu diesem Vorhaben zu sagen und es ist immer noch wichtig, sich auch weiterhin für unsere Grundrechte einzusetzen. Jeden Tag aufs Neue. Ansonsten dauert es nicht mehr lange, bis nicht nur Mißbrauchsdokumentationen und Filesharing gesperrt werden, sondern auch anfangs extreme politische Meinungen und letztendlich jegliche andere politische Sichtweisen unterdrückt werden, die nicht dem Gusto der regierenden Partei entspricht.

Erinnert euch an das, was sie 2009 gesagt haben. Erinnert euch und seht, was nun in der Schweiz geschieht! 

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Peter Gingold: Flucht im Boulevard St. Martin vor 70 Jahren

Foto by: TuPG, Lizenz: CC-BY-SA-2.0-DE

Heute jährt sich die Flucht von Peter Gingold aus den Klauen der Gestapo in Paris. Am Karfreitag, d. 23. April 1943, gelang dem Widerstandskämpfer Peter Gingold, nachdem er im Februar verhaftet worden war. Wikipedia schreibt hierzu: 

Er emigrierte im Herbst 1933 nach Frankreich, arbeitete bei der deutschsprachigen antifaschistischen Tageszeitung „Pariser Tageblatt“ und war in einer kleinen Gruppe des KJVD in Paris politisch tätig. Im Juni 1936 gründete er in Paris mit anderen jungen deutschen Antifaschisten die Freie Deutsche Jugend (FDJ) und lernte dort Ettie Stein-Haller, seine spätere Frau, kennen. 1937 trat er in die Kommunistische Partei Deutschlands ein. Im Januar 1940 heiratet er Ettie Stein-Haller und wurde im Mai als „deutschstämmiger Staatenloser“ von den Franzosen interniert. Im Juni wurde ihre erste Tochter Alice geboren.

Peter Gingold kehrte im Oktober nach Paris zurück und war im deutschen antifaschistischen Widerstand aktiv. Im Frühjahr 1941 gab er die Tätigkeit auf, da die Gestapo nach ihm fahndete. Er ging im April nach Dijon und wurde in der Travail allemand (TA), einer Gruppe in der Résistance, tätig, die antifaschistische Flugblätter unter den deutschen Soldaten verbreitete. Seine Aufgabe war unter anderem, den Kontakt zu den Soldaten der Wehrmacht herzustellen, um Hitler-Gegner herauszufinden und für die Zusammenarbeit in der Résistance zu gewinnen. Im Juli 1942 wurden zwei seiner Geschwister in Paris verhaftet und in das KZ Auschwitz deportiert. Im Februar 1943 wurde er in Dijon von der Gestapo verhaftet und mehrere Wochen lang verhört und gefoltert. Gingold wurde nach Paris überführt, dort gelang ihm im April die Flucht und nach ein paar Wochen war er wieder in der Résistance tätig. Im August 1944 beteiligte er sich am Aufstand zur Befreiung von Paris und ging als Frontbeauftragter des Nationalkomitees Freies Deutschland mit dem 1. Pariser Regiment nach Lothringen. 1945 wurde er von der US-Armee inhaftiert und kam wegen falschen Verdachts für kurze Zeit in ein französisches Kriegsgefangenenlager. Ende April war er als Frontbeauftragter bei den Partisanen in Norditalien und erlebte dort das Ende des Zweiten Weltkrieges.

Peter Gingold blieb bis zum Schluß ein entschiedener Kämpfer gegen Neonazis.

P.S.: Heute gibt Hannes Wader ein Konzert in Rostock, bei dem auch sein Lied über Peter Gingold "Boulevard St. Martin" gespielt werden wird. Schade, daß ich nicht dabei sein kann, sondern derzeit in Triest auf Dienstreise bin.

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Novartis verliert Patent in Indien

Das oberste Gericht in Indien hat entschieden: Das Patent von Novartis auf ein Krebsmittel ist in Indien nicht gültig, da es lediglich eine neuere Version eines alten Wirkstoffes sei, wie Spiegel berichtet

Indiens Oberster Gerichtshof hat mit einer Grundsatzentscheidung die Rechte armer Patienten gestärkt. Die Richter in Neu-Delhi wiesen am Montag eine Klage des Schweizer Pharmakonzerns Novartis ab, der seit 2006 für die Patentierung seines Krebsmittels Glivec stritt. Die indischen Behörden hatten dies mit der Begründung verweigert, dass das Mittel nur eine leicht veränderte Version eines älteren Wirkstoffs sei.

Novartis hatte argumentiert, man brauche das Patent, um Investitionen zu sichern, die in die Entwicklung des Medikaments geflossen sind. In 40 anderen Staaten, darunter den USA, ist die neue Glivec-Version patentiert worden. Die Gegenseite warf dem Pharmariesen vor, lediglich Gesetzeslücken ausnutzen zu wollen, um den Profit aus Arzneimitteln zu maximieren, deren Patent abgelaufen ist. Im vergangenen Jahr hatte Indiens Oberstes Gericht bereits dem Krebspräparat Sutent und dem Hepatitis-C-Mittel Pegasys mit einer ähnlichen Begründung ein Patent verwehrt.

Das ist eine großartige Entscheidung, die in vielen ärmeren Ländern Leben retten wird. Novartis hat für sein Krebsmittel wohl über € 3000.- pro Monat gefordert. Das Generika kostet hingegen lediglich gut € 60.- pro Monat. Und selbst das dürfte für einige Patienten in Indien und anderswo noch zu viel sein.

Außerdem ist dies ein gutes Beispiel, wofür wir letztes Jahr bei den ACTA -Protesten auf die Straße gegangen sind. Denn genau das war ein Kritikpunkt an ACTA, daß es die Beschlagnahmung auf dem Handelsweg von Generika erlaubt hätte. Wenn also zum Beispiel nun der indischer Gerichtshof Novartis das Patent abgesprochen hat und ACTA in Kraft gesetzt worden wäre, hätte das günstigere Medikamtent faktisch kaum exportiert werden können, weil ACTA dazu berechtigt hätte, das Generika zum Beispiel auf dem Weg von Indien nach Brasilien in Seehäfen zu beschlagnahmen.

Zur Erinnerung nochmal die Rede von Dr. Sybille Bachmann, MdBürgerschaft (Rostocker Bund) bei der Stop ACTA Demo am 11. Februar 2012 in Rostock:

 

 

Auch von ACTA inzwischen zu Fall gebracht worden ist, zeigt die Entscheidung in Indien, wie wichtig es ist, gegen solche Vorhaben wir ACTA oder dessen Nachfolger TAFTA auf die Straße zu gehen und diesen Irrsinn zu stoppen. Patente behindern inzwischen meistens Innovation anstatt sie zu fördern, da sie häufig nur noch dazu eingesetzt werden, um Konkurrenz zu verhindern. Das Patentrecht muss international reformiert werden. Natürlich soll Innovation auch zukünftig geschützt werden können, aber das muss in einem Rahmen geschehen, der den Wettbewerb fördert und keine Leben gefährdet.

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Weltsozialforum in Tunis beendet

Es gab den einen oder anderen kurzen Bericht in den Medien über das Weltsozialforum in Tunis, zum Beispiel in der Tagesschau und auch bei Spiegel Online. Das Weltsozialforum ist eine Gegenveranstaltung zu den Weltwirtschaftsgipfeln der WTO. Doch auch wenn der Veranstaltungsort Tunis, wo der arabische Frühling mit der Vertreibung des Diktators Ben Ali begann, ein wichtiges Zeichen ist, bleibt die Veranstaltung dieses Mal nicht ohne Kritik, wie Spiegel schreibt: 

In den Medien wird deutlich, wie Tunesien versucht, vom Weltsozialforum und der damit verbundenen Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit zu profitieren. Die regierungsnahe und größte französischsprachige Zeitung des Landes, "La Presse", berichtete zur Eröffnung auf einer großen Doppelseite geradezu euphorisch über das WSF.

 

  Auch wenn die Konferenz mehr als "Festival" gesehen wird, "wo jeder auf seine Kosten kommt und für seine Sache kämpfen kann", schreiben die Blätter täglich über das Forum und die Anliegen der Teilnehmer auf der Titelseite. Manchmal nicht ohne ironische Seitenhiebe: Unter der Überschrift "Wirklich gegen das System?" spießt die Zeitung genüsslich die Finanzierung des WSF (Ford-Stiftung), der Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) oder der Nichtregierungsorgansiation Oxfam (britische Regierung) auf. Diese Geldgeber stünden der Globalisierung schließlich ganz und gar nicht kritisch gegenüber.

Natürlich ist es schwierig, wenn solche Organisationen eine Veranstaltung wie das WSF sponsoren, aber leider wird eine solche Veranstaltung wohl nie ohne Sponsoring auskommen. Umso wichtiger ist es natürlich, auf die Unabhängigkeit der Veranstaltung zu achten und sie zu bewahren. Denn eine Veranstaltung wie das WSF ist als Gegenpol zur WTO umso wichtiger, insbesondere wenn man den Artikel bei Spiegel weiter liest: 

Die tunesischen Medien reagieren sensibel auf den Einfluss des Westens und Anzeichen neuer Abhängigkeiten. Am Karfreitag berichtete "La Presse" von nicht-öffentlichen Verhandlungen der Regierung mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) über einen Großkredit. Der Ton gegenüber dem IWF sei "unterwürfig", schreibt die Zeitung, die Folgen "verheerend" . Die Regierung schicke das Land für Generationen in die Abhängigkeit des "internationalen Finanzkapitalismus", der den Arabischen Frühling nutze, um sich in Tunesien, Ägypten oder Libyen einzukaufen.

Beim Begriff "Welthandelsorganisation" könnte man auf die Idee kommen, daß es sich um eine Organisation der UN handelt. Dem ist aber nicht so. Sie ist lediglich eine internationale Organisation, die es zum Ziel gesetz hat, sowohl Handelshemmnisse abzubauen als auch Deregulierung und Privatisierung voranzutreiben. Damit ist die WTO maßgeblich für die Globalisierungsfolgen verantwortlich. Bei Wikipedia gibt es weitere Kritikpunkte zu lesen:

Die Organisation Brot für die Welt beklagt die Rolle der WTO bei der fortschreitenden Globalisierung der Wirtschaften von südlichen Ländern durch die Forderungen nach der Privatisierung des Wassermarktes und nach dem Abbau von Schutzzöllen und Quoten. Länder, die über wenig Wasser verfügen, seien dadurch gezwungen, statt Grundnahrungsmitteln, die wenig Wasser benötigen, wasserintensive Produkte wie Getreide oder Zucker anzubauen. Die oft teurere Produktion von Exportprodukten für den Weltmarkt gefährde jedoch die Existenz von heimischen Kleinbauern. Zudem müssten die wasserarmen Länder dann viele ihrer Grundnahrungsmittel von den Industrieländern importieren, die häufig im Erzeugerland hochsubventioniert werden. Die Ernährungssicherheit vieler Länder würde noch stärker als heute schon von der Produktion in den Industrieländern, vom Weltmarkt und mächtigen Handelskonzernen abhängen.[9]

Jean Feyder hält liberalisierten Handel für nicht sinnvoll, da die Marktteilnehmer ungleiche Wettbewerbsbedingungen bzw. -vorteile hätten. Beispielsweise am Agrarsektor konkurrieren ungeschulte Kleinbauern mit Parzellen von weniger als einem Hektar und ohne Zugang zu Spritz- oder Düngemitteln mit agroindustriell erzeugenden Großunternehmen. Der zugleich mit dem Abbau von Schutzzöllen geforderte Rückzug des Staates aus Düngeberatung, Saatgutvergabe und Ernteankauf wird nicht schnell genug „vom Markt“ ersetzt, wodurch die betroffenen Kleinbauern in jedem Fall ins Hintertreffen gelangen. Werden dann hochsubventionierte Agrarprodukte mit Preisen unterhalb des Produktionspreises importiert, können die Kleinbauern ihre Produkte nicht mehr verkaufen, dann fehlt das Geld für Modernisierungen oder überhaupt zum Überleben[10][11].

Die WTO ist häufig zusammen mit der Weltbank (IWF) dabei, , wenn es darum geht, in Not geratenen Ländern zu "helfen", etwa durch Kredite von der Weltbank. Dafür verpflichten sich dann die Länder zu gewissen Auflagen, die zum Beispiel die Wirtschaft stärken sollen - wenn auch nicht unbedingt die Wirtschaft des entsprechenden Landes. Denn die Strategie ist meistens, daß die Kredite zurückgezahlt werden sollen. Hierfür wird dann die Privatisierung vorangetrieben und der Export von Gütern bekommt Vorrang gegenüber dem Binnenmarkt, um Devisen zur Tilgung der Kredite ins Land zu holen. Dadurch bricht dann häufig der Binnenmarkt zusammen und der einheimischen Wirtschaft geht es dann noch schlechter.

Das Weltsozialforum versucht nun, einen Gegenpol zu schaffen und die Zivilgesellschaft und damit auch die Demokratie zu stärken. Bleibt in der Tat also zu hoffen, daß auf dem WSF die Vernetzung vieler NGOs erfolgreich war und es viele neue Ideen und Ansätze gab, die Welt doch noch etwas gerechter zu machen.

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Störsender TV: Folge 1 - Finanzkasinokapitalismus

Anfang des Jahres hatte ich ja schon mehrfach über das Crowdfunding Projekt "Störsender TV" berichtet. Das Funding war erfolgreich und seit einigen Tagen können die Abonnenten bereits die erste Folge des Störsender TVs gucken und seit heute nun auch alle anderen:

Mitwirkende der ersten Folge sind: Dieter Hildebrandt, HG.Butzko, Hans Scharpf, Helge Peukert, Konstantin Wecker, Ecco Meineke & Jazz Big Band Association, Dieter Hanitzsch, Sigi Zimmerschied. 

Ich finde, für die erste Folge ist das Ergebnis gut geworden. Lediglich die Tonqualität (Hall) beim Interview mit Helge Peukert finde ich etwas schade und hoffe da bei den nächsten Folgen auf Besserung. Die Ausführungen, die Peukert macht, sind zwar nicht überraschend, aber doch erhellend. Auch der Beitrag von HG Butzko beleuchtet sehr schön die Ursachen unserer Finanzkrise anhand der Causa Jörg Asmussen (SPD), der auch entsprechend in der Lobbypedia gewürdigt wird und der seit Anfang 2012 bei der EZB unter anderem mit der Griechenlandkrise beschäftigt ist. Unglaublich! Da brauchen wir uns nicht weiter über die Finanzkrise wundern und daß eher die Banken als die Staaten gerettet werden.

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Bestandsdatenauskunft kommt

Der Bundestag hat gestern in einer ähnlichen Aktion wie beim Meldegesetz im letzten Jahr die Änderung des Telekommunikationsgesetzes zur Bestandsdatenauskunft durchgewunken. Bei der Änderung geht es unter anderem darum, daß bei Anfragen der Behörden bei Internet- oder Mobilfunkprovidern nicht nur die bisherigen Bestandsdaten wie Name, Adresse, Alter gespeichert und abgefragt werden, sondern auch zu Passwörtern, PINs und PUKs.

Wie man beim Artikel von Katharina in ihrem Blog am Screenshot der gestrigen Abstimmung sehen kann, wiederholt sich die Szenerie im Bundestag wie beim Meldegesetz: nur wenige Abgeordnete sitzen noch spät abends im Plenum und stimmen in 2. und 3. Lesung über ein Gesetz ab, was die Grundrechte von 80 Mio. Bundesbürgern verletzt.

Wir haben hier gleich mehrere Probleme: 

  1. Es wurde mal wieder nicht die Beschlußfähigkeit des Bundestages festgestellt, obwohl das jeder popelige Sport-, Tauben- oder Briefmarkenverein bei Mitgliederversammlungen machen muss.
  2. Wie gestern auf Twitter bekannt wurde, scheint auch die ehemals vorhandene Mehrheit im Bundesrat zu bröckeln, weil unter anderem Nordrhein-Westfalen eingeknickt ist. Damit wird das nicht zustimmungspflichte, aber widerspruchsfähige Gesetz ungehindert den Bundesrat passieren können.
  3. Die Bestandsdatenauskunft kann bereits bei einfachen Ordnungswidrigkeiten erfolgen. Das heißt zum Beispiel beim Falschparken. Eine Herausgabe von PINs und Passwörtern lehne ich kategorisch ab, da dies für mich zum unbedinten Schutzbereich des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung gehört.

Insgesamt wieder ein trauriges Ergebnis unserer Demokratie.

Patrick Breyer, der bereits gegen die alte Fassung der Bestandsdatenauskunft geklagt und in Teilen Recht bekommen hatte, hat bereits angekündigt, wieder in Karlsruhe beim Bundesverfassungsgericht zu klagen.

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Aus der Geschichte lernen?

Regelmäßige Leser des Blogs kennen mich als Mahner, daß wir aus unserer Geschichte lernen sollen, um die gleichen Fehler von damals im Heute oder der Zukunft zu vermeiden. Doch geht das überhaupt, aus der Geschichte lernen? Susanne Ebrecht hat hierzu einen lesenswerten Artikel in ihrem auch ansonsten empfehlenswerten Blog geschrieben: Why we can't learn from Holocaust

Die Überschrift ist natürlich ein bißchen eye-catchy, aber lesenswert ist der Artikel natürlich trotzdem, auch wenn ich natürlich mit dem Ergebnis, daß wir nicht aus der Geschichte lernen können, überhaupt gar nicht übereinstimme. Susanne schreibt: 

The youngest people who can remember the Second World War are already around 100 years. The contemporary witnesses are almost died out. We are in third generation after the war. The fourth generation will be born in a few years.

However, what did we learn? What is faded? Did we learn something at all? What did we learn from wars? Isn't all just always repeating? Aren't we running already into the next insurgence? Why can't we learn from history?

Ja, in der Tat. Vor kurzem ist Stéphane Hessel gestorben, was diesen Exodus an Zeitzeugen des Nazi-Terrors gut beschreibt. Auch wenn die letzten Zeitzeugen nun bald gestorben sind, leben wir im westlichen Europa doch in einer sehr langen friedlichen Zeit ohne Kriege. Es gab aber im südöstlichen Europa (Balkan) in den 90ern schreckliche Kriege, als der Eiserne Vorhang fiel. In der restlichen Welt gibt es aber immer noch viele Kriege und auch die sich ansonsten so friedlich gebenden Europäer mischen da fleißig mit.

What should we learn from Holocaust?

How could it happen at all? What was the causation?

When I was a school girl we had to read "The Wave" written by Morton Rhue. An American history teacher made an experiment with his class and showed that facism isn't far away - that facism is all around and in us.

The book made me thinking. The book shaped who I am. It showed the danger to me. It helped me to understand how the Holocaust could happen. It also showed me how we should behave so that it won't happen again. How we should behave to break the horror loop.

In der Tat: "Die Welle" (engl. Original: "The Third Wave") sollte eigentlich jeder gelesen haben. Es gibt eine amerikanische und eine deutsche Verfilmung des Stoffs. Ich halte die amerikanische für besser, die aber leider nicht aufzufinden ist.

We should have learned that we won't follow a command without thinking. That we always first think about what we are doing. That we always bear the full blame for all what we are doing, what we are thinking and what we won't do. We should learn to take stock of all what we are doing. We should learn to go into ourselves to reflect if we really are able to bear the burden, to figure out if we will be in balance with our mind, if we can have a good mind by doing what we plan to do. Instead of blind following commands we should just do for what we really are willing to bear the burden.

Additionally we should learn that we never should command other people. We should not pressure our will to others. We should accept other opinions. We should not denounce people having other opinions.

Was Susanne hier schreibt, kann man eigentlich nur unterstützen, aber gerade wir Deutschen scheinen einen Sinn für Obrigkeitsdenken und -gläubigkeit zu haben. Viele Leute wissen oder haben es im Gefühl, daß es in der Politik zum Beispiel nicht mehr so weiterlaufen kann, wie bisher. Trotzdem wählen sehr viele Leute konservative Parteien (CDU/CSU, teilweise SPD), die mit ihren immer gleichen Ansätzen zur Problemlösung diese Probleme eigentlich immer weiter verschlimmern, anstatt sie mit neuen Ansätzen zu lösen.

Es ist für einen selber ja auch sehr viel einfacher, in der Masse der Befehlsempfänger mitzulaufen, anstatt selber das Denken anzufangen und zu opponieren, wenn man etwas falsch findet. Die "da oben" haben auch nicht die Weisheit mit Löffeln gegessen, sondern sind in ihrer Filterblase aus Beratern und Lobbyisten gefangen, wenn man sie da nicht regelmäßig herauszerrt und erdet. Diese Angst, aus der großen Masse auszubrechen, spricht Susanne ebenfalls an:

But the human fear to expel themself from the collective just because of having a different opinion is so big that most people just will follow the collective without thinking.

Aber genau das ist eigentlich notwendig, wenn wir die Gesellschaft nach vorne bringen wollen. Handeln wir immer nur wie bisher, dann können wir eben nicht aus der Geschichte lernen, sondern wiederholen sie bloß immer nur. Auf der einen Seite bewundern wir an Gedenktagen zum Beispiel die Widerstandskämpfer gegen die Nazis, aber der anderen Seite gehen wir dann unserem täglichen, duckmäuserischen Habitus weiter nach. Doch warum tun wir das?

My friend Gwenn Dana helped me understanding why we can't learn from Holocaust.

She made researches of some historical documents and figured out that you already will find educational advertising about these topic in Thomas gospel. Already 2000 years ago you can find free thinkers who understood that people need to learn a different way of thinking when you want to stop horrible tortures.

By studying Maharishi Maresh Yogi theories Gwenn Dana found that he thought that the critical mass to break the system is reached when there is one percent of understanding people.

It also was Gwenn Dana who showed me by taking historical examples what will happen when the system will break. She described it so nice within our dialogue that I just want to translate and quote her:

<quote>
Our country already has reached the state that we create laws where you can ask afterwards "Why didn't you anticipate it? Were you sympathic to the system?"

They all fall into the trap of beeing unable to establish a collective. Napoleopn, Che Guevera, Stalin, all the rebellion leaders. At the end the first who succumbed were the bishops who wanted to opposite the Roman country but in same move they founded a new empire under a Papa called "church" in which you can get lost same way.
<end of quote>

Die freien Denker, wie es im Artikel von Susanne heißt, sind schon enorm wichtig. Früher waren dies mal unseren "Intellektuellen". Künstler, Schauspieler, Schriftsteller, Philosophen, Sänger, Liedermacher. Heute sitzen diese nur noch in Talk Shows und stellen ihr neuestes Buch, Album oder Film vor. Gesellschaftliche Diskussion? Fehlanzeige! Es bringen also immer weniger Leute die freien Gedanken unter die Leute. Somit wird natürlich auch das kritische Quorum nicht erreicht, egal ob es nun bei 1% oder 10% liegt.

Aber ich denke schon, daß wir aus der Geschichte lernen können. Das impliziert aber natürlich, daß wir uns mit unserer Geschichte befassen und auch daraus lernen wollen. Und vor allem, daß wir das Gelernte nicht vergessen! Denn da sehe ich das eigentliche Problem der im Artikel-Titel gestellten Frage, warum wir nicht aus dem Holocaust lernen können: Lernen können wir schon, aber wir dürfen nicht vergessen und müssen uns immer wieder aufs Neue damit beschäftigen und uns daran erinnern. Und es darf uns nicht egal sein. Wir müssen den Mut haben, Unrecht zu benennen, wenn wir ihm begegnen. Mut kostet Kraft, aber wir müssen heute vielfach nicht um unser Leben fürchten, wie es die Widerstandskämpfer damals mussten. Deshalb sollte es uns eigentlich ein Leichtes sein, diesen Mut zu beweisen und uns einzumischen, nicht zu vergessen, mitzumischen und dafür zu sorgen, daß wir eben doch aus unserer Geschichte lernen können.

Es liegt an jedem selbst und jeder hat die Macht, dazu beitragen, daß wir Geschichte nicht bloß wiederholen.

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