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Sport

Paralympics in London

Die Paralympics laufen! Also die Olympischen Spiele für Menschen mit Behinderungen oder sonstigen körperlichen Einschränkungen. Hat doch wohl jeder mitbekommen, oder?!

Nein? Vielleicht liegt es daran, daß ihr die umfangreiche Berichterstattung in den Medien nicht verfolgt?

Welche Berichterstattung in den Medien, fragt ihr? Richtig! Die ist nämlich kaum vorhanden. Seiten wie Spiegel Online bringen zwar auch Artikel wie bei den "richtigen" Olympischen Spielen, aber insgesamt ist das alles sehr dürftig, wenn man die Paralympics mit den Olympischen Spielen letztens vergleicht. Ich finde, daß die Sportler bei den Paralympics das nicht verdient haben und sich in der Berichterstattung der Medien und am Konzept der Paralympics etwas ändern muss.

Gewissermaßen ist das Konzept der Paralympics nämlich exkludent. Die Sportler werden abgeschoben und bekommen ihre eigene Veranstaltung, was an sich schonmal super und bedeutend besser ist, als wenn man sie komplett ausschließen würde. Aber eigentlich wäre es besser und weniger benachteiligend, wenn die Sportler mit Behinderung auch an den Olympischen Spielen mit den Sportlern ohne Behinderung teilnehmen würden. Die Spiele müssten dann wohl länger sein als 2 Wochen, aber so sind sie das ja auch irgendwie. Der Veranstalter muss zwei Großveranstaltungen organisieren, statt einer. Das Konzept müsste eventuell geändert werden, aber dafür wären die Menschen mit Behinderung dann mit denen ohne Behinderung gleichgestellt und bekämen sicherlich bedeutend mehr Aufmerksamkeit für ihre großartigen Leistungen als es nun der Fall ist.

Klar, auch wenn mit Oscar Pistorius dieses Jahr erstmalig ein Sportler mit Behinderung auch bei den "richtigen" Spielen mitlief, was an sich schon einmal in die richtige Richtung geht, so ist das natürlich kein Konzept für gemeinsame Olympische Spiele. Nicht überall können Sportler mit und ohne Behinderung an den gleichen Wettkämpfen teilnehmen, aber wo sie es können, sollen sie auch dürfen. Aber warum können die beide Sportler (mit/ohne Behinderung) nicht mehr oder weniger gleichzeitig in verschiedenen Wertungen antreten Warum können die Leichtathleten, Diskus-, Speerwerfer oder Kugelstoßer nicht gemeinem im Stadion sein und jeder für sich in seiner Wertungsklasse um Medaillen kämpfen?

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Unfall beim Rostocker Triathlon

In der Regel gehen Veranstaltungen in Warnemünde an mir spurlos vorbei, sind sie doch eher für die Touristen interessant. Feuerwerke und Portpartys sind sowas zum Beispiel: wenn man mehrmals pro Woche ein Feuerwerk vor der Tür hat, wird das langsam irgendwann uninteressant, im schlimmsten Fall nervig. Gestern kündeten dann auf der Parkstraße Verkehrsschilder mit "Achtung! Radrennen" von einer Sportverantstaltung in Warnemünde. Und bis irgendwann zwischen 17 und 18 Uhr hatte ich mit dem Ganzen auch noch nichts zu tun.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich am Schreibtisch am Rechner saß und draußen einen Knall hörte. Irgendein Unfall mal wieder im Rückreiseverkehr. Erst dachte ich, daß zwei Autos ineinander geknallt sein, aber ein Blick aus dem Fenster förderte zutage, daß einer der Radfahrer involviert war. Um Hilfe anzubieten bin ich also raus auf die Straße, wo sich auch schon andere Passanten um den Radfahrer kümmerten. Offenbar war der Radfahrer einem Linksabbieger, der aus dem Grünen Weg auf die Parkstraße wollte, in die Seite gekracht und gestürzt. Zum Glück ging der Unfall relativ glimpflich aus und er Sportler trug nur Hautabschürfungen und wohl eine geprellte Hüfte und Schulter davon.

Von anderen Passanten wurde schon die Polizei verständigt, die aber auch erst nach einer recht langen Zeit kam. Gefühlt waren es so 30-45 min, die wir dort gewartet haben. Einen Krankenwagen wollte der Teilenhmer des Rostocker Triathlons, um den es sich bei der Veranstaltung handelte, wie ich in der Zwischenzeit erfahren habe, nicht haben. Irgendwann kam dann auch mal ein Ordner der Veranstaltung und bat mich, ein bißchen den Verkehr zu regeln, wenn da Autos abbiegen wollen. Da die Polizei wie gesagt auf sich warten ließ, hatten wir etlich Zeit, uns mit den Unfallbeteiligten zu unterhalten und ihm einen Kühlakku für seine Schulter anzubieten.

Der verunfallte Teilnehmer mit der Startnummer 208 hatte besonders Pech, da er an Platz 1 liegend ausschied. Sein Carbon-Rennrad kann er wohl wegschmeißen. Äußerlich sag das Rad unversehrt aus, aber bei Carbon-Rädern ist es wohl so, daß man die Risse, die bei einem Unfall auftreten können, nicht per bloßem Auge sehen kann, sondern nur, wenn das Rad geröntgt wird. Allen, die noch dort standen, also Autofahrer, Radfahrer und uns, war eigentlich klar, daß weder Radfahrer noch Autofahrer eigentlich Schuld an dem Unfall haben. VIelmehr ist es eigentlich unverantwortlich vom Veranstalter, mitten im Sommer, wenn Tausende von Autos über die Parkstraße fahren, dort ein Radrennen fahren zu lassen. Beziehungsweise die genehmigende Behörder der Stadt muss sich fragen lassen, wieso es keine entsprechenden Auflagen einer Absperrung gab oder nicht an allen Kreuzungen Ordner mit Warnwesten standen und den Verkehr regelten?

Denn an der Einfahrt zum Parkhaus am Park standen sowohl Ordner als auch Polizei und regelten den Verkehr, wenn Teilnehmer vorbeikamen. An den anderen Straßenkreuzungen standen aber wohl keine Ordner und an genau so einer Kreuzung kam es dann auch zum Unfall. Dem Radfahrer kann man, aus unserer Sicht, keinen Vorwurf machen, weil er ja Teilnehmer eines Radrennens war. Ein Radrennen macht aber nur Sinn, wenn man schnell fährt, was man aber eigentlich nicht kann, wenn das Rennen im normalen Straßenverkehr stattfindet. Angeblich sollten die Teilnehmer zwar den Fahrradstreifen auf der Parkstraße benutzen, aber das ist utopisch. Erstens ist dieser zu schmal und zweitens besteht auch dort das Problem, daß Touristen, Kinder, Autos und andere Fahrradfahrer dort kreuzen oder fahren. Also fuhren die meisten Teilnehmer in der Fahrbahnmitte. Dort sind diese aber nur schwer von den abbiegenden Autos zu sehen. Die Silhouette eines Rennradlers ist sehr schmal und der Blick war von der Autoschlange im Rückreiseverkehr eigentlich ständig versperrt.

Die inzwischen eingetroffenen Polizisten wiesen hingegen auf §1 der StVO hin, der gegenseitigen Rücksichtnahme. Das heißt, daß vermutlich sowohl Autofahrer als auch der Sportler eine Teilschuld bekommen werden: der Autofahrer, weil er nicht sorgfältig genug beim Abbiegen war, der Radfahrer, weil er zu schnell an die Kreuzung heranfuhr und wohl eben nicht auf dem Radweg fuhr. Und so werden vermutlich wohl beide auf ihrem Schaden sitzen bleiben, während der Veranstalter ungeschoren davon kommt.

Beim Veranstalter handelt es sich übrigens um einen Verein. Das ist problematisch, weil man von einem kleinen Verein mit ehrenamtlichen Helfern nicht die gleichen Maßnahmen abverlangen kann wie von einem kommerziellen Veranstalter. Nach Aussage des Radfahrers mussten 1-2 Tage vorher sogar noch 5 Helfer gefunden werden, da die Veranstaltungen ansonsten nicht hätte stattfinden können. Aber wie man sah, waren auch diese 5 zusätzlichen Helfer zu wenig. Wenn man die Auflagen an Sportvereine so groß macht, daß diese nicht mehr erfüllt werden können, werden viele Sportveranstaltungen nicht mehr stattfinden können. Das kann also auch nicht der Weg sein.

Vielmehr ist wohl auch die Stadt gefragt, den Vereinen zu helfen. Eventuell durch kostenloses Aufstellen von Verkehrsschildern, Verkehrsbarken oder den helfenden Einsatz von Polizei. Jedenfalls sollte aus dem Unfall von gestern gelernt und im nächsten Jahr darauf reagiert werden. Wie, das müssen Veranstalter, Stadt und Polizei im Nachgang der Veranstaltungen besprechen.

Zum Glück ging der Unfall vergleichsweise glimpflich aus. Es hätte schlimmer ausgehen können!

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Rostocker Ruderin Drygalla distanziert sich von Neonazis

In den letzten Tagen hatte die Meldung, daß die Rostocker Ruderin Nadja Drygalla mit einem bekannten Rostocker Neonazi zusammen sein soll, für viel Aufregung gesorgt. Drygalla reiste umgehend nach einem Gespräch mit dem Chef de Mission aus London bzw. aus dem Olympischen Dorf ab. Schnell entstand der Eindruck, daß Drygalla die Gesinnung ihres Partners teilen könnte, zumal sie vorher bereits offensichtlich deswegen aus dem Polizeidienst ausgeschieden sein soll. Einzelheiten hierzu gibt es bei Kombinat Fortschritt und bei Publikative.org.

Ich fand die ganze Geschichte etwas seltsam. Dabei gehe ich davon aus, daß jemand, der in den Polizeidienst aufgenommen und bei den olympischen Spielen teilnimmt, nicht ganz dumm sein kann. Der allgemeinen Neigung zur Sippenhaft, also das verantwortlich machen einer Person für die Taten des Partners oder von Familienmitgliedern, konnte ich mich auch nicht anschließen. Nun berichtet Spiegel, daß Nadja Drygalla sich vom rechten Gedankengut und von Neonazis distanziert hat: 

Laut der Ruderin, Mitglied des Frauen-Achters, soll sich Fischer allerdings im Mai von der rechtsradikalen Szene losgesagt haben. Er habe persönlich mit dieser ganzen Sache gebrochen und sich verabschiedet, sagte Drygalla. Sie selbst distanzierte sich von rechtem Gedankengut. "Ich habe keine Verbindung in seinen Freundeskreis und diese Szene gehabt und lehne das absolut ab."

Weiterhin nimmt Drygalla Bezug auf ihre Beziehung: 

Wegen der politischen Orientierung ihres Freundes habe sie zeitweise auch an eine Trennung gedacht. Die Mitgliedschaft in der NPD habe die Beziehung "sehr stark belastet", sagte die Ruderin. "Ich bin froh, dass ich vor den Olympischen Spielen noch einmal klar gesagt habe, dass es so nicht weiterlaufen kann."

Insgesamt gesehen ist es zwar gut, daß sich Drygalla nun zu den Vorwürfen geäußert hat, aber irgendwie bleiben bei mir danach immer noch fast mehr Fragen als vorher. Wenn Drygalla nichts mit Neonazis zu tun hat, wie kam es dann zu dieser Beziehung und wie konnte diese so lange halten? Wieso hat Drygalla nicht im Vorfeld von Olympia mit offenen Karten gespielt, sondern äußert sich erst Tage später? Spätestens nach ihrem Ausscheiden aus dem Polizeidienst hätte sie doch eigentlich davon ausgehen müssen, daß die Beziehung zu dem Neonazi irgendwann herauskommen und thematisiert werden wird. War sie vor Liebe blind? Kann man aus Liebe zu einer Person die aus meiner Sicht menschenverachtende Einstellung des Partners so lange ignorieren?

Auch daß sich das NPD-Mitgleid und Kandidat bei den letztjährigen Kommunalwahlen nun plötzlich auch von den Neonazis los sagt, halte ich erstmal für wenig glaubwürdig, insbesonders weil es bei den ansonsten gut informierten Seiten, die sich mit dem Thema beschäftigen, unbekannt zu sein scheint. Ich halte es nicht für unmöglich, aber für derzeit relativ unwahrscheinlich. Drygalla sollte also ihrer Distanzierung Nachdruck verleihen und Taten folgen lassen. Wie das aussehen kann, weiß ich derzeit auch nicht, aber eine Distanzierung per Pressemitteilung über die dpa empfinde ich nun als zu einfach und für unzureichend.

UPDATE: Spiegel hat auch noch einen guten Kommentar.

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