Das Interview, wie es hätte sein sollen...

Kristian hat heute wieder einen interessanten Artikel im Blog: "Das fehlende Interview". Dort schreibt er, wie er sich das Streitgespräch zwischen Franszika Heine und Ministerin v.d.Leyen vorstellen würde. Zum Schluß schreibt Kris:

Wenn Leute kritisieren, daß wir rethorisch schlecht sind, wenn Leute kritisieren, daß wir unsere Meinung nicht aggressiv genug vortragen und wenn Leute kritisieren, daß wir uns zu oft unterbrechen lassen, dann meinen sie das.

Das da oben ist die Message, die die Piraten, der AK Zensur und alle anderen hätten kommunizieren müssen. Der Fehler ist nicht, daß wir nicht auf die Argumente der Gegenseite eingehen. Der Fehler ist genau, daß wir es tun. Das ist kein Diskurs, der mit uns geführt wird und es ist kein Diskurs, den wir führen müssen. Wir reden nicht mit einer Gegenseite, wir reden mit einer Öffentlichkeit, auch wenn Interview drauf steht. Und wir müssen denen unsere Thesen füttern - Frau von der Leyen hört sowieso nicht zu. Das hat sie ja oft genug bewiesen.

In der Tat hat man eher den Eindruck, daß die Zensurgegner in solchen Diskussionen nur reagieren. Besser wäre es, wie Kris sagt, zu agieren. Also selber die Führung in der Diskussion übernehmen und dem Gegenüber seine Fehler um die Ohren hauen. In diesem Fall von Ministerin v.d. Leyen zum Beispiel damit, daß der wissenschaftliche Dienst keine ihrer Aussagen hinsichtlich von Daten, die sie so häufig zitiert hat, untermauern konnte. Natürlich wird sie mit dem altbewährtem Schema "verneinen und ablenken" versuchen, davon abzulenken, aber da muss man dann halt nachhaken, etwa indem man fragt, wieso sie die Wähler bewußt anlügt? Und nicht dabei locker lassen, sondern immer und immer wieder nachbohren und daran erinnern, daß die Frage noch nicht beantwortet wurde, wenn der Gesprächspartner wieder auszuweichen versucht.

Ja, es ist schwierig und muss erlernt werden, wenn man noch nicht so fit ist. Natürlich geht das nicht über Nacht, aber es ist notwendig, wenn die Piratenpartei ernstgenommen werden will. Und vor allem wenn sie mit ihrem Wahlprogramm punkten und überzeugen will. Es wird noch ein langer Weg für die Piratenpartei.

Ingo Jürgensmann (not verified)

Ja, Skepsis gegenueber der Politikfaehigkeit der Piraten ist IMHO angebracht, vor allem wenn ich ab und zu auf der ML mitlese... grausig!

Auf der anderen Seite braucht es natuerlich eine Vertretung der "Netzbuerger" im Bundestag. Bisher sehe ich da keine der anderen Parteien nennenswert punkten...

bed (not verified)

Ich glaube leider auch, das es die Piraten dieses Jahr noch nicht in den Bundestag schaffen.
Dazu sind sie ausserhalb der Internet Community einfach noch zu unbekannt.
Auch die Grünen haben ähnliche Anlaufschwierigkeiten gehabt.

Ich habe nur die Bedenken, das mit zunehmender Professionalität der Piraten, die Direktheit und Ehrlickeit der Ziele, einem taktieren weichen wird und genau wie die Grünen mit zunehmender gesellschaftlicher Etablierung der Kreuzer zu einer Jolle wird...

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