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February 2010

Buildd.Net - to be shutdown soon

Wer es noch nicht gemacht hat, sollte noch schnell die ePetition zu ELENA, dem Datenmonster der Regierung, das alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfaßt, mitzeichnen. Der FoeBuD e.V. fordert ebenfalls in einer entsprechenden Mail zum Mitzeichnen auf:

Mitzeichnen - Petition für Aufhebung von ELENA

"Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Vorratsspeicherung gemäß dem 6. Abschnitt des Sozialgesetzbuch IV, §§95 ff. (Verfahren des elektronischen Entgeltnachweises) aufgehoben wird." So der Text einer Petition, die beim Deutschen Bundestag eingereicht worden ist.

Der elektronische Entgeltnachweis (ELENA) verpflichtet seit Januar alle Arbeitgeber, die Daten ihrer Arbeitnehmer an die Deutsche Rentenversicherung Bund zu melden. Diese erstellt daraus eine zentrale Datenbank. Die Berechnung von Sozialleistungen soll dadurch vereinfacht werden. Der Preis dafür ist eine neue Datensammlung gigantischen Ausmasses.

Neben persönlichen Angaben wie Name, Anschrift, Geburtstag werden auch Angaben über den Verdienst, die Ausbildung, die genommenen Urlaubstage und vieles mehr gespeichert (die "gemeinsamen Grundsätze der Datenbeschreibung" umfassen 41 Druckseiten). Jeden Monat werden Arbeitgeber für jeden Beschäftigten einen "Multifunktionalen Verdienstdatensatz" (MVDS) an die Zentrale Speicherstelle melden.

Etliche der gesammelten Daten sind hochgradig subjektiv, denn die Arbeitgeber müssen z.B. nicht nur angeben, dass einem Mitarbeiter gekündigt wurde, sondern auch, wieso. Zur detaillierten Beschreibung gibt es ein Textfeld: "Schilderung des vertragswidrigen Verhaltens, das Anlass der Kündigung/Entlassung war" heißt das in den gemeinsamen Grundsätzen. Auch Angaben über die Teilnahme an Streiks sollen erfasst werden und ebenso, ob die Streiks rechtmäßig oder "wild" waren oder der Arbeitnehmer ausgesperrt wurde.

Neu an ELENA ist die umfassende Datenerhebung und -speicherung. Bislang fragten die Ämter diese Daten nur ab, wenn jemand Sozialleistungen (Arbeitslosengeld, Wohngeld, Prozesskostenbeihilfe etc.) beantragte. Jetzt werden sie auch von jedem gespeichert, der gar keine Hilfe vom Staat beantragt.

ELENA wird deswegen bereits als "Vorratsdatenspeicherung 2" bezeichnet.

Die Petiton kann noch bis zum Dienstag, 2.3.2010 unterzeichnet werden.

Petition: Datenschutz - Aufhebung des elektronischen Entgeltnachweises (ELENA) vom 20.12.2009 (Ende Mitzeichnungsfrist 2.3.2010):
https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=8926

Freundliche Grüße
FoeBuD e.V.
//padeluun

Es muss endlich Schluß sein mit der Datensammelwut des Staates!

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iCal und CalDAV

For over 6 years now I've been running Buildd.Net as a service for additional information about Debian autobuilder network. The reason for running Buildd.Net was simple: until then there was a web interface running on kullervo.debian.org, but generating the webpage took more and more time on that m68k box as Debian was growing in number of packages. That webpage was always a nice plus for m68k over other architectures and it was often asked for having such a page for those other archs as well. With taking over the webpage from kullervo the other archs were added as well and Buildd.Net was born.

Buildd.Net was open for other archs and flavours, as I called the different dists like unstable, non-free or even volatile or skolelinux. Buildd.Net was always buildd centric, contrary to buildd.debian.org, which is more package centric. Yes: was - as I'm shutting down Buildd.Net soon.

The reason for this is a change of interest after m68k has been removed from Debian because of the Vancouver proposal. Vancouver caused the death of m68k. Well, anyway. Without being an official Debian arch, the development on m68k came to an end. There was no progress anymore and on the other hand there were changes in the backend of the Debian autobuilder network, which made changes on Buildd.Net necessary. Requests for help in maintaining to adopt the changes were fruitless. The changes that Buildd.Net is needing are beyond my capability of programming.

And as a consequence I'm going to shutdown Buildd.Net in the near future. Not entirely, but significantly. It will return to its origins: being a m68k (and m32r) autobuilder informational page instead of trying to follow up the whole Debian autobuilder network. Just for the chance that m68k will be revived again somewhen.
Andreas Barth told me that most of the functions of Buildd.Net is available on buildd.debian.org as well, although not yet visible. I offered cooperation and help when he wants to implement Buildd.Net functionality into buildd.debian.org. I still believe that Buildd.Net is offering a worthwhile alternative view of the autobuilder network. But, as I already said, I can't maintain Buildd.Net code source any longer on my own. So I better shut the service down instead of delivering a broken service any longer, if there's noone interested in helping.

Anyway, I hope that you all enjoyed the service in the past!

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BVerfG: Urteilsverkündung Vorratsdatenspeicherung am 2. März

Nachdem ich ja schon letztens mein Leid über iCal und WebDAV geklagt habe, wollte ich nun mein Glück mit CalDAV probieren. Die Installation von calendarserver war nun mit apt-get nicht sooo schwierig. Allerdings steht die Installation dann im krassem Widerspruch zum Erfolg der Benutzung, denn iCal scheint alles andere als willig, den Standardkalender "Privat" sharen zu wollen.
Das Veröffentlichen des "Privat" Kalenders schlägt immer mit einer Fehlermeldung fehl:

2010-02-27 19:55:22+0100 [-] [caldav-8008] [HTTPChannel,2,172.16.10.1] PUT /calendars/users/ij/calendar/Privat.ics HTTP/1.0
2010-02-27 19:55:22+0100 [-] [caldav-8008] [HTTPChannel,3,172.16.10.1] PUT /calendars/users/ij/calendar/Privat.ics HTTP/1.0
2010-02-27 19:55:23+0100 [-] [caldav-8008] [-] 'Calendar data does not conform to CalDAV requirements: METHOD property is not allowed in CalDAV iCalendar data'

Erstelle ich in iCal in den Einstellungen einen neuen Account, funktioniert das mit CalDAV zwar, aber dann hab ich auch einen neuen Kalender, kann also auch nicht den Kalender "Privat" veröffentlichen. Außerdem ist dann der publizierte Kalender unter einer kryptischen UUID zu erreichen. Also auch nicht das, was man will.

Irgendwie ist es ziemlich schwierig, iCal zu einer Zusammenarbeit mit offenen Systemen zu bewegen. Die Integration von iCal mit anderen Apps auf OSX hingegen spricht gegen die Verwendung von z.B. Lightning auf OSX. Allerdings schaut es derzeit so aus, als wenn man entweder die Apple-Lösung oder quelloffene Lösungen einsetzen kann, aber das empfinde ich irgendwie nicht als zeitgemäß. Gibt es also noch andere Möglichkeiten, liebes Lazy-Web?

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Getausst!

Nächsten Dienstag, d. 2. März 2010, steht mal wieder ein denkwürdiger Tag bevor, denn dann will der Präsident des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG), Jürgen Papier, das Urteil zur Verfassungsklage von 34.900 Klägern gegen die Vorratsdatenspeicherung verkünden, wie DPA meldet:

Am Ende klappt es so, wie es sich der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, gewünscht hat: Kurz vor seinem Abschied nach zwölf Jahren im Amt wird er am Dienstag (2. März) das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung verkünden.

Nur drei Wochen nach dem Hartz-IV-Urteil blicken Politik und Bevölkerung erneut gespannt nach Karlsruhe. Wieder dürfte es deutliche Worte geben. Schließlich hat Papier ein Grundsatzurteil zu der Massenspeicherung von Telefon und E-Mail-Verbindungsdaten angekündigt - und zwar eines, das in ganz Europa Beachtung finden wird.

Die große Frage ist: beläßt es das BVerfG bei einer Einschränkung des Zugriffs auf die Daten der Vorratsdatenspeicherung oder kippt das Gericht die Vorratsdatenspeicherung komplett, also auch die Speicherung an sich? Bereits bei der mündlichen Verhandlung Mitte Dezember gab es Anzeichen für eine sehr kritische Haltung des BVerfG gegenüber der VDS. Insofern darf man vielleicht berechtigte Hoffnung haben, daß das Gericht seine bisheriger Rechtsprechung beibehält und die mit dem Volkszählungsurteil begonne Linie fortsetzt und das Gesetz komplett kippt, zumal auch andere EU-Länder die VDS bereits gekippt haben.

Doch selbst wenn die VDS komplett gekippt werden sollte, ist noch längst keine Entwarnung angesagt: es bleiben noch viele Baustellen wie die lebenslange Steuer-ID, ELENA, SWIFT reloaded, PNR, ACTA und den JMStV sowie die Überarbeitung des Leistungsschutzrechts.

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Merkbefreit: Roland Koch, CDU

Gestern hatte ich ja den Artikel über die Merkbefreiung des Herrn Koch gebloggt. Plötzlich wurde ich dann von folgender Mail das Monitorings überrascht:

Notification for 78.47.85.146:

==> HTTP <==
State is now: ERROR (2010.02.25)
State before: OK (was 19 days)
Service params: port=80 path=/ hostname=www.mycr.de
Service uptime: 99.9%
Check output:
> timeout after 20 seconds - execution expired

Sprich: mein Webserver würde nicht mehr antworten. Ein kurzer Blick auf 'top' in der bestehenden SSH-Verbindung brachte dann auch zu Tage, daß der Server einen Load von >30 hatte und massig Webserver-Prozesse liefen. Die Ursache für den Traffic war aber erstmal unklar. Ein Blick in die Referrer der Logs brachte dann zu Tage, daß Jörg Tauss meinen Artikel bei Twitter verlinkt hatte. Seine gut 11.000 Follower (bzw. ein Teil davon) klickten dementsprechend auf den Link und verbreiteten den dann mitunter weiter.


Leser / Visits CPU Load

Nachdem ich dann kurz einige Plugins deaktiviert und ein lichtgewichtigeres Theme genommen hatte, war wieder alles bestens. Da ist Serendipity etwas doof, wie ich finde. Drupal hat ein eigenes Caching und die Möglichkeit, Plugins bzw. Blöcke bei entsprechender Last zu throtteln. Allerdings besteht da das Problem, den Content zu migrieren und unter den alten Adressen verfügbar zu machen. Ein nicht zu unterschätzender Aufwand.

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"Auf Wiedersehen Herr Westerwelle"

Christian Hufgard, seines Zeichens Pressesprecher der Piratenpartei, berichtet in seinem Blog über ein Treffen der Piratenpartei anläßlich einer Mahnwache vor der Staatskanzlei in Wiesbaden mit dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch. Die genauen Einzelheiten könnt ihr ja dort nachlesen. Ich greife mal nur einen Punkt heraus:

Insgesamt war erkennbar, dass es eine unüberwindbare Kluft zwischen den beiden Parteien gibt. Koch sieht den Aufbau einer Infrastruktur, die perfekt geeignet wäre, beliebige Inhalte im Netz zu unterdrücken relativ gelassen ("Zensur politischer Inhalte? Das wird es in Deutschland nicht geben.") Und wer umbedingt Inhalte konsumieren wolle, die mit einem sendezeitgeregelten Internet erst ab 24 Uhr verfügbar wären, der solle sie halt runterladen und Nachmittags konsumieren oder in der Videothek ausleihen.

Inhalte aus dem Internet in der Videothek ausleihen? WTF?! Von welchen Leuten werden die Hessen da regiert?! "Guten Tag! Ich möchte heute gerne Webseite xyz.de ausleihen." - "Gerne doch. Wie lange denn?" - "Bis morgen..." - "Ok, wenn Sie xyz.de ausleihen und abc.net, dann bekommen Sie diese Woche übrigens 25% Rabatt."
*kopfschüttel*
Auch die Sache mit dem "nach 24 Uhr herunterladen und Nachmittags konsumieren" ist, äh, gelinde gesagt, merkwürdig. Wenn Leute über 18 Jahre das machen können, dann werden es Jugendliche unter 18 Jahren auch hinbekommen. Das zeugt wieder einmal sehr schön davon, welches Verständnis die Politiker vom Internet und davon haben, worüber sie entscheiden sollen: nämlich gar keins. Nicht die Bohne.

Vielleicht könnte man die alte Merkbefreiung von Kristian herauskramen und mal an ein paar Politiker verschicken? Aber vermutlich würden die das auch nicht verstehen und ebenso nichts merken.

Achso, der JMStV muss natürlich verhindert werden, zumal er weitaus schlimmer ist als #Zensursula. Schreibt also an eure Abgeordneten und Politiker und klärt sie freundlich, aber bestimmt über diesen Unsinn auf.

UPDATE:

Bitte auch die Kommentare beachten, insbesondere die von A. Kurz.

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Liebe Werbeagenturen...

Montag war ja die Anhörung im Petitionsausschuß zum Thema Netzsperren mit und von Franziska Heine, die ihre Sache nach weitverbreiteter Meinung sehr gut gemacht hat. Gestern gab es dann Zeit, sich die entsprechenden Reaktionen im Netz durchzulesen und zu sichten. Dabei sind mir einige aufgefallen. Anfangen will ich mal mit dem Video von der Anhörung, damit jeder sich ein Bild machen kann:

Indizierung und Sperrung von Internetseiten (Öffentliche Anhörung des Petitionsausschusses vom 22.02.2010)

bzw. hier.

Als nächstes komme ich zu Kristian Köhntopp, der schon sehr früh am Dienstag Morgen in die Tasten gehauen und einen langen Artikel zum Thema "Grundrechtsfusion und ein Grundrecht auf Netzneutralität". Wie so häufig schreibt Kris da sehr schön, worum es bei der ganzen Sache eigentlich geht und was das Ziel sein sollte:

Es geht darum, die Finger aus der Kommunikationsinfrastruktur heraus zu lassen. Wenn Infrastruktur sich stattdessen plötzlich für individuelle Transaktionen auf dem Substrat dieser Infrastruktur interessiert und sie manipuliert - ganz egal aus welchem Grund auch immer - dann ist sie keine Infrastruktur mehr, sondern eine dritte Partei.[...]

Internet-Regulierung, sei es durch Zensursula, durch fehlgeleiteten Jugendmedienschutz oder durch ACTA, treibt die Transaktionskosten für alle in die Höhe, trennt zwischen Sendern und Empfängern und verhindert casual communication. Sie zerstört das Medium.

Das ist der Grund warum wir dagegen kämpfen. Müssen. Wir können gar nicht anders.

Kris arbeitet einen neuen Grundrechtsanspruch auf Netzneutralität heraus und begründet dies auch sehr schön. Naturgemäß nimmt er als Informatiker dafür zahlreiche Beispiele aus seinem technischen Umfeld, aber tut dies sehr allgemeinverständlich, so daß der Artikel von Kris eigentlich auch von weniger technophilen Menschen gelesen werden sollte! Unbedingte Leseempfehlung also!

Auch von Johannes Boie gibt es einen lesenswerten Kommentar auf sueddeutsche.de, der schildert wie die Politik 134.000 Deutsche ignoriert:

Es war die größte Petition in der Geschichte des Bundestages, aber irgendwie wurde man das Gefühl nicht los, dass der Abgeordnete Thomas Feist (CDU) das Anliegen von 134.015 Deutschen nicht ganz ernst nahm. "Vielleicht sollten wir chatten", schlug der Leipziger Abgeordnete der Hauptpetentin Franziska Heine am Montag im Petitionsausschuss des Bundestages vor, als diese bei der Beantwortung einer Frage ins Stocken geriet.

Seine Bemerkung gilt Beobachtern der Debatte als Beweis dafür, wie weit viele Politiker noch immer davon entfernt sind, sich auf Heines Argumente einzulassen. Geschweige denn, die digitale Welt, in der ihre Generation lebt, zu betreten.

Das verwundert natürlich niemanden, der sich in den letzten Jahren etwas mit Politik beschäftigt hat, daß die Politiker nicht unbedingt alle nahe an der Basis, sondern mitunter etwas abgehoben sind. Daß manche Politiker in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen (und nicht die Netzaktivisten) verdeutlicht das folgende Zitat:

In der CDU/CSU-Fraktion rumort es bei der Anhörung: Ob Heine eigentlich versucht habe, während jener Zeit, in der das Gesetz geschrieben wurde, mit Politikern in Kontakt zu treten, fragt der Abgeordnete Siegfried Kauder.

Er muss die vergangenen Monate schlafend verbracht haben: Keine basisdemokratische Bewegung hat dermaßen laut für ihre Sache gekämpft wie jene Gruppe, der Heine vorsteht. Alles ist im Internet belegt, Briefe an Abgeordnete sind veröffentlicht, Argumente gegen das Gesetz für jedermann gut einsehbar dokumentiert. Denn unter den Internetnutzern sind viele politisierte, kluge Denker, die sich für ihre Werte einsetzen.

Es ist schon nahezu eine Frechheit, gar eine Unverschämtheit von Siegfried Kauder (CDU), wenn er Franziska Heine fragt, ob es Gespräche mit Politikern im letzten Jahr gegeben habe. Auf welchem Planet leben Sie eigentlich, Herr Kauder?!

Auch sehr schön ist der Artikel von Gabriele Gawlich von MOGIS, die ihre persönlichen Eindrücke bei der Anhörung schildert. Auch ihr war Kauder unangenehm (wie wohl allen Zuschauern) aufgefallen:

Einzig Siegfried Kauder (CDU) fiel mir durch besonders penetrante Netzinkompetenz auf. Er verwies auf eine „Experten“befragung Anfang 2009, die ergeben haben soll, dass Netzsperren für Täter ein wirksames Hindernis darstellten.

Auch versuchte er einen Mangel zu konstruieren, als ob die Petenten sich nicht genug um Kontakt zu den Politikern bemüht hätten. Aber wie wir alle wissen, haben wir uns massiv bemüht, nur kein Gehör gefunden. Er fragte auch wiederholt nach neuen Argumenten gegen das Gesetz – es kann aber m.M. nach nicht die Aufgabe der Bevölkerung sein, geltendes Recht zu evaluieren.

Aber der wesentlichste Punkt von Gabriele in meinen Augen ist folgender, der sich auf den Anfang und das Ende aufteilt (Hervorhebungen von mir):

Hallo, soeben bin ich nach Haus gekommen und voll von Eindrücken. Ich habe das Gefühl, ein Stück lebendiger Demokratie miterlebt zu haben.

[...]

Aber abschließend noch mein ganz persönliches Fazit: Es hat sich gelohnt.

An alle, die mit der Politik nicht einverstanden sind, an alle, die irgendeinen bestimmten Aspekt in der Politik verbessern wollen: Tut es. Es funktioniert. Vernetzt euch mit Gleichgesinnten. Stellt eure Meinung in Blogs, stellt sie auf eurer Homepage dar. Geißelt die Missstände. Demonstriert für euer Recht, rennt den Politikern die „Bude“ ein (aber bitte friedlich). Lasst nicht locker. Bildet Parteien, Vereine, Gruppen. Es ist möglich, Bürgerrechte wieder zurück zu gewinnen.

Dieser Eindruck von Gabriele ist ein wichtiger, denn er macht Hoffnung auch für andere, etwas bewegen zu können, und fordert gleichzeitig auf, aktiv zu werden anstatt politikverdrossen zu sein! Es ist wichtig, daß man jeden Tag aufs Neue für seine Grundrechte einsteht, sie verteidigt und - notfalls - auch dafür kämpft, sie zurückzugewinnen!

Unbedingt empfehlenswert ist übrigens auch der Artikel von Kai Biermann in der Zeit mit dem Titel "Unsinn gebiert Unsinn". Der Artikel ist etwas länger und er spricht mitunter klare Worte. Beispiel gefällig? Bitte sehr:

Was für ein Chaos: Die schwarz-rote Bundesregierung wollte 2009 ein Gesetz zum Kampf gegen Kinderpornografie, und sie wollte es schnell, schließlich gab es eine Wahl zu gewinnen. Kein Problem so weit. Warum soll sich Politik nicht auch mal beeilen dürfen. Peinlich nur, wenn Politik es so eilig hat, dass dabei kein sinnvolles Gesetz rauskommt, sondern lediglich ein Kartenhaus und symbolisches Gehampel.

Durchaus kurzweilig zu lesen also. :-)

Und zu guter Letzt, wenn man das so sagen kann, konstertiert Netzpolitik.org noch, daß die CDU/CSU die Zensursula-Pläne weiterführen will:

Die Zensursula-Debatte wird uns weiterhin begleiten. Was uns gestern schon bei der Fragestellung der CDU/CSU-Abgeordneten bei der Anhörung im Petitionsausschuss aufgefallen ist, wird durch eine Pressemitteilung der CDU-CSU-Fraktion offensichtlich: Missbrauch von Kindern bekämpfen und Sorgen der Netznutzer ernst nehmen. Dort erklären der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Petitionen, Günter Baumann MdB und der Berichterstatter im Petitionsausschuss, Dr. Thomas Feist MdB, dass die “Absicht der Oppositionsfraktionen, das Zugangserschwerungsgesetz ersatzlos aufzuheben” unverantwortlich sei, “da damit der Schutz der Kinder vor Missbrauch dem freien Zugangsrecht weiterhin untergeordnet wäre.”

Also Unbelehrbare wie üblich bei der Union... da fällt einem echt kaum noch was zu ein...

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Piratenpartei: Martin Hackbarth tritt zurück und aus

Es ist zwar schön, daß ihr fleißig seid, mein Blog ergooglet oder auch einfach so lest, aber bitte unterlaßt doch diese unsinnigen Pseudokommentare, nur um eure Backlinks zu euren Produktseiten zu platzieren. Beispiel:

Autor: XYZ
Email: info@werbe-url.de
Homepage: www.werbe-url.de
Kommentar: Auf ... stand heute irgendwas, dass die Sache schon durch sei.

Mag sein, daß der Kommentar sogar zum jeweiligen Blogartikel von mir paßt und per Hand von irgendjemanden geschrieben wurde, aber trotzdem haben solche Kommentare bei mir keine Chance durch die Moderation zu kommen. Entweder entferne ich rigoros den URL oder lösche gleich den ganzen Kommentar. Zudem kommen URL und/oder Email-Adresse auch noch in die Blockliste.

Also, liebe Werbetreibenden und Backlink-Kommentierer, spart euch und auch mir bitte diese unnötige Arbeit. Danke!

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Heute Anhörung im Petitionsausschuß

Wie Martin Hackbarth gestern auf der Mailing Liste der Piratenpartei MV mitgeteilt hat, tritt er von seinen Ämtern als stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbandes Region Greifswald zurück und aus der Partei aus:

Hallo liebe Piraten,

folgende Mail fällt mir nicht leicht und Ich habe mir sehr lange Gedanken über diesen Schritt gemacht. Leider kam ich zum Entschluss, dass ich aus der Piratenpartei Deutschland austrete und damit von all meinen Ämtern automatisch zurücktrete. Die Stelle des stellvertretenden Vorsitzenden des Kreisverbandes Region Greifswald ist somit vakant.

Leider kann ich mich nicht mehr ausreichend mit der Linie der Piratenpartei identifizieren. Ich treffe diese Entscheidung nicht, weil mir irgendwelche Personen nicht passen. Ich treffe diese Entscheidung, weil ich mich politisch weiterentwicklen möchte und dies leider nicht in der PP kann. Ich bin damals in die PP gekommen, um bildungspolitisch und sozialpolitisch etwas verändern zu können. Ich bin in die PP gekommen, weil diese Partei nicht vorbelastet war und keinen Ideologien folgt. Letztlich kann ich nicht sozialpolitisch arbeiten, da die PP dort keine Linie folgt.

Aber nicht nur das spielt in meine Entscheidung rein. Ich habe mich politisch weiterentwickelt und auch verändert. Ich habe gemerkt das viele meiner Ansichten nicht die der Piraten wiederspiegeln oder die PP keine Meinung dazu hat.

Hackbarth war sicherlich einer der aktivsten Piraten in Mecklenburg-Vorpommern, wenn auch nicht unbedingt immer ohne Widerspruch, aber das gehört zu einer Partei halt dazu. Aber es ist schon erstaunlich, daß maßgebliche Parteimitglieder der Piratenpartei sich so schnell "politisch weiterentwickeln". Insbesonderen unter der Begründung, daß sie sich für ein Politikfeld interessieren, zu dem die Partei keine Meinung bzw. Linie hat. Es ist aber auch irgendwie bezeichnend für das Dilemma der Piratenpartei nach dem Hype im vergangenen Sommer: es wird allerhand geplant, aber herumkommen tut derzeit dabei wenig. Symptomatisch erscheint mir jedoch zu sein, daß viele mit recht großem Elan in die Partei gestartet sind und dann von der Wirklichkeit und dem bürokratischen Parteialltag ausgebremst wurden.
Ich nehme an, daß dieser Rück- bzw. Austritt nicht der einzige der letzten Monate ist, aber nicht jedes Mal trifft es ein solches "prominentes" Mitglied (zumindest lokal). Was aus der Partei in den nächsten Jahren werden wird, wird zwangsläufig die Zeit zeigen.

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