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September 2009

Aktion "Frag deine Politiker BTW09" - Antwort Silke Gajek, B90/DieGrünen

Vor ein paar Tagen hatte ich über zwei Fälle berichtet, die vor dem Rostocker Gericht verhandelt werden. Bei beiden Fällen geht es um Vorfälle während des G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm. Einer der Fälle hat heute ein gutes Ende genommen: Die Bloggerin Antischokke, der ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz, Widerstand gegen die Polizei und ein Steinwurf zur Last gelegt wurden, muss lediglich noch ein Bußgeld von € 900.- zahlen, weil der Verstoß gegen das Versammlungsgesetz nicht gänzlich ausgeschlossen werden konnte. In den beiden anderen Punkten wurde das Verfahren eingestellt, so daß Antischokke nun auch nicht als vorbestraft gilt. Sie schreibt:

Hier ganz kurz das Ergebnis des heutigen Verhandlungstages vor dem Landgericht Rostock (Mein G8-Verfahren in Rostock), morgen werde ich noch ausführlicher dazu schreiben:

Gegen eine Zahlung von 900 Euro Bußgeld wird mein Verfahren eingestellt: Sobald das Geld bei Gericht eingegangen ist, gilt mein Verfahren als eingestellt, ich bekomme keine Vorstrafe und keine weiteren Einträge. Ich trage weder die Kosten des Verfahrens noch die Kosten für meine Anwältin.

Die Vorwürfe hinsichtlich des Steinwurfes und des Widerstandes gegen Polizeibeamte konnten entkräftet, der Verstoß gegen das Versammlungsgesetz hingegen nicht gänzlich ausgeschlossen werden (genaueres zum rechtlichen Sachverhalt folgt im längeren Text).

Und Antischokke hat noch weiteres zu sagen:

Auch wenn das Ergebnis für mich zunächst eine große Erleichterung darstellt, macht es meine Erlebnisse, Ängste und meine Fassungslosigkeit im Rahmen der Verhaftung, des Prozesses und der Begleitumstände nicht ungeschehen. Ich bin sehr froh, dass wir den Schritt in die Berufung gegangen sind und sehr dankbar für die breite Unterstützung aus verschiedensten Kreisen. Die vielen solidarischen Worte und der Support vor Ort heute in Rostock zeigen mir, dass es die richtige Entscheidung war, den Schritt in die Öffentlichkeit zu wagen. Ich danke euch allen sehr herzlich!

Wichtig an dieser Passage ist zweierlei: zum einen ist ein solches Verfahren eine enorme seelische Belastung, speziell wenn man weiß, daß man zu Unrecht dort angeklagt wird, weil man nichts getan hat. Zum anderen ist es wichtig, sich nicht einschüchtern zu lassen und für sein Recht zu kämpfen. Und in diesem Fall (in anderen mag es anders sein), war es ihrer Meinung nach wichtig, an die Öffentlichkeit gegangen zu sein, weil die Unterstützung, die sie dadurch erhielt, ihr geholfen hat, die Sache durchzustehen.
Meiner Meinung nach, wäre es auch verkehrt gewesen, das Unrecht, was einem widerfährt, unter den Tisch zu kehren und zu schweigen. Stattdessen lohnt es sich, etwas entsprechend anzuprangern und öffentlich zu machen. Und für sein Recht zu kämpfen!

Herzlichen Glückwunsch, Antischokke, zum Ausgang des Verfahrens!

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Sehenswert: "Rette deine Freiheit"

Heute mittag hat Silke Gajek von Bündnis90/Die Grünen auf meine Aktion "Frag deine Politiker BTW09" geantwortet:

Hallo herr jürgensmann, hier nun meine antworten. Alles gute und gruß silke gajek

1) In den letzten Monaten wurde viel über das Zugangserschwerungsgesetz geschrieben, das die Kritiker für verfassungswidrig halten. Wie stehen Sie zu dieser Thematik und was soll die Politik tun, um jugendgefährdende Inhalte effektiv aus dem Internet zu verbannen?

Die Herstellung und Verbreitung von Kinderpornographie gehören zu den widerwärtigsten Straftaten und muss konsequent und nachhaltig bekämpft und verfolgt werden - national wie international. Bereits heute gibt es das Mittel der richterlichen Sperrverfügung im Einzelfall, bereits heute können Angebote im Netz gelöscht und können gegen die Hersteller, Verbreiter und Besitzer von Kinderpornografie Strafverfahren eingeleitet werden. Dafür muss die Polizei entsprechend ausgestattet werden und über das nötige Wissen verfügen. Auch die internationale Zusammenarbeit muss verbessert werden.
Der Aufbau einer umfassenden Sperrinfrastruktur schafft aus unserer Sicht die Möglichkeit einer allgemeinen Zensur von Inhalten im Internet. Wir Grüne sprechen uns daher gegen eine solche, rechtsstaatlich problematische Einrichtung aus. Im Vordergrund muss die Verhinderung von Missbrauch, die Beschlagnahmung und Vernichtung bzw. Löschung kinderpornographischen Materials, die Verfolgung der Täter und ihrer Netzwerke und die intensive Hilfe für die Opfer durch Schutz und Rehabilitation stehen.

2) Die Wirtschaftskrise dauert an und die noch amtierende Bundesregierung hat zwei Konjunkturpakete auf den Weg gebracht. Dennoch scheint das Geld nicht da anzukommen, wo es ankommen sollte. Was will die Politik unternehmen, damit Banken wieder an Existenzgründer und Unternehmer Kredite vergeben?

Wir wollen langfristig wirksame Maßnahmen, keine schnellen Strohfeuer. Diese langfristige Orientierung macht auch Sinn, weil niemand absehen kann, wie lange die Krise noch anhalten wird. Auch das Konjunkturpaket der Koalition wirkt, wenn überhaupt, nur zeitverzögert. Die meisten Vorhaben der Konjunkturpakete der Bundesregierung sind immer noch in der Planungsphase oder scheitern an Kompetenzstreitigkeiten.
In der jetzigen Situation brauchen wir ein nachhaltiges Investitionsprogramm mit Investitionen in Klima, Gerechtigkeit und Bildung. Staatliche Investitionen haben in der Krise den größten Multiplikator und wirken dadurch sehr viel stärker. Die Grüne Ausrichtung auf Investitionen in Klima, Gerechtigkeit und Bildung haben darüber hinaus die höchste „Rendite“ und nutzen auch zukünftigen Generationen.

Finanzminister Steinbrück beschäftigt sich, wie schon vor der Krise, vor allem damit, ob es den Banken gut geht. Wichtig ist aber jetzt vor allem, dass diese nun wieder die Wirtschaft mit Krediten versorgen. Die langfristige Fähigkeit der Banken, neues Kreditgeschäft zu betreiben, muss bei der Frage der Bankenrettung immer im Vordergrund stehen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die jetzigen Rettungsaktionen nicht die Basis für neue Risikogeschäfte in der Zukunft legen. Im Zentrum der Überlegungen muss also die "good bank" stehen, nicht die "bad bank". Das heißt konkret: Verpflichtende Teilnahme aller in Deutschland operierender Banken an Stresstests nach US-Vorbild. Besteht eine Bank den Stresstest nicht, muss diese Bank der Aufsicht ein Auslagerungsmodell vorlegen. Die Lasten dieser Bad Bank tragen ausschließlich Altaktionäre und – wenn das nicht ausreicht – die alten Fremdkapitalgeber (Debt for Equity Swap). So ist die verbleibende Good Bank frei von bestehenden Lasten und wieder in der Lage, ausreichend Kredite zu vergeben. Sie ist attraktiv für neue Risikokapitalgeber, da sie an Verlusten aus Altlasten nicht beteiligt werden. Fremdkapitalgeber werden künftig genauer hinschauen, bevor sie ihr Geld zur Finanzierung undurchsichtiger Finanzgeschäfte zur Verfügung stellen.

3) Auch 20 Jahre nach dem Mauerfall gibt es noch immer große Unterschiede zwischen Ost und West, gerade was die Verdienstmöglichkeiten angeht. Im Osten gibt es ein großes Problem mit der Migration von jungen Leuten in den Westen. Was muss die Politik tun, um die Abwanderung zu verhindern? Kann sie überhaupt etwas tun?

Die Entwicklung einer Region allein als Arbeitsraum reicht nicht aus, damit Menschen dort eine Perspektive für sich sehen. Regionen müssen daher auch aktiv als Lebensraum gestaltet werdet. Investitionen in Gemeinwesen und soziale Infrastruktur sind darum gleichbedeutend mit der Entwicklung von Wirtschaft und Versorgungsinfrastruktur. Bündnis 90/Die Grünen wollen die jeweiligen Stärken der ostdeutschen Regionen gezielt fördern, um Ostdeutschland als guten Arbeits- und Lebensraum zu erhalten. Bildung und Wissenschaft sind für uns die größten Standortvorteile Ostdeutschlands. Hierin müssen die Mittel aus dem Solidarpakt fließen.
Um die Regionen als Lebensräume zu stärken, brauchen wir zudem starke Kommunen, die unter Einbeziehung der BürgerInnen regionale Konzepte und Lösungen entwickeln. Jede Region, ob urban oder ländlich, ist durch spezifische Eigenheiten gekennzeichnet, die jeweils Herausforderungen und Chancen eröffnen. Hierfür brauchen wir neue flexible und bedarfsgesteuerte Lösungen in der öffentlichen Daseinsvorsorge statt an alten teuren Regelungen festzuhalten.
Der Ausbau der Bildungs-, Ausbildungs- und Weiterbildungslandschaft und die Entwicklung der ostdeutschen Regionen zu familienfreundlichen Regionen sind gerade auch für junge Menschen, die am Anfang ihres Berufslebens und vor der Familiengründung stehen, wichtige Anreize. Um die Attraktivität Ostdeutschlands für Fachkräfte zu stärken, setzen Bündnis 90/Die Grünen zum einen auf eine gute Aus- und Weiterbildungslandschaft und zum anderen auf die familienfreundliche Entwicklung der Regionen. Wir fordern den weiteren Ausbau der flächendeckenden Betreuungsinfrastruktur für Kleinkinder und des schulischen Bildungsangebotes. Zudem muss Familienfreundlichkeit zum Maßstab der Stadtplanung werden.

4) Ob Dienstwagenaffäre, Beratungsverträge mit Firmen oder Wechsel direkt aus der Politik in die Wirtschaft, die man vorher als Politiker noch beaufsichtigen musste - bei vielen Wählern haben Politiker kein besonders hohes Ansehen, sondern gelten mitunter als raffgierig. Brauchen die Politiker einen Ehrenkodex oder wären höhere Diäten, aber dafür keine erlaubten Nebeneinkünfte ein besserer Weg, um die Unabhängigkeit der Politiker zu gewährleisten?

Der Austausch von Politik und Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern ist wichtig für eine funktionierende Demokratie. Lobbyistentätigkeit muss aber für die Öffentlichkeit transparent sein und sie muss nach klar definierten Regeln erfolgen. Allen Interessengruppen sind – unabhängig von der finanziellen Ausstattung – die gleichen Zugangsmöglichkeiten zu Abgeordneten und zur Exekutive einzuräumen. In einem Bundestagsantrag haben wir daher die Errichtung eines verbindlichen öffentlichen Registers für Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter (Lobbyistenregister) gefordert. In dem Register soll die Tätigkeit von im Bereich von Bundesregierung und Deutschem Bundestag tätigen Lobbyistinnen und Lobbyisten im Detail erfasst werden (BT-Ds. 16/13174).
Wir wollen eine Karenzzeit für ehemalige Funktionsträger, wie es sie auf europäischer Ebene gibt, sodass ein unmittelbarer Wechsel aus dem Bereich, in dem man vorher im Rahmen politischer Ämter regulierend tätig gewesen ist, in die Unternehmen nicht mehr möglich ist. Ein entsprechender Bundestagsantrag der grünen Fraktion (BT-Ds. 16/948) orientiert sich an einer vergleichbaren Regelung, die es für Beamte in § 69a BBG gibt.
Die noch unter Rot-Grün beschlossenen Regelungen zur Transparenz von Nebentätigkeiten von Abgeordneten haben wir maßgeblich mitgestaltet. Sie sollen nicht jegliche wirtschaftliche Betätigungen von Abgeordneten diskreditieren oder unmöglich machen. Sie sollen lediglich verhindern, dass über die wirtschaftlichen Interessen der Abgeordneten auf die Ausübung ihres Mandats in illegitimer Weise Einfluss genommen wird. Wir haben u.a. durchgesetzt, dass die Wahrnehmung des Amtes im Mittelpunkt der Tätigkeit eines Abgeordneten steht, Abgeordnete außer Spenden keine Zuwendungen ohne entsprechende Gegenleistung entgegennehmen dürfen, die Anzeigepflichten gegenüber dem Bundestagspräsidenten erweitert wurden und ein Sanktionssystem in Form von Ordnungsgeldern vorgesehen wurde.
Die neuen Transparenzregeln sind ein richtiger Schritt. Wir wollen sie beibehalten, sie sind gut für das Ansehen der parlamentarischen Demokratie und schützen das Parlament vor wirtschaftlicher Einflussnahme. Jeder Aufweichung der Transparenzregeln werden wir uns entschieden widersetzen. Wir Grüne hätten uns seinerzeit noch mehr Transparenz gewünscht. Dafür gab es aber keine Mehrheit im Bundestag. Wir werden aber dafür Sorge tragen, dass eventuelle Lücken oder Unstimmigkeiten im Hinblick auf mehr Transparenz beseitigt werden.

5) Dieses Jahr ist das Grundgesetz 60 Jahre alt geworden. Welchen Stellenwert hat das Grundgesetz fuer Sie und fuer ihre politische Ansichten?
Auf welche Aspekte des Grundgesetzes legen Sie besonders viel Wert?

Leider haben wir die Wende nicht dafür nutzen können, endlich eine Verfassung für die BRD auf den Weg bringen zu können. Wichtig sind mir alle Artikel, jedoch halte ich die Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter für einen gesellschaftlichen Auftrag. Im Grundgesetz ist er ja verbrieft, im Alltag sind wir leider meilenweit davon entfernt. Gleichwohl unterstütze ich die Aufnahme der sexuellen Identität in den Artikel 3 GG.

6) Wenn Sie ganz alleine eine Entscheidung in der Politik durchsetzen koennten, welche waere das und warum?

Nur eine? Das ist schwer zu beantworten, weil es ja nicht um Wünsche bei einer Fee geht, sondern um weitreichende Entscheidungen.

Aber ich würde mich für Direkte Demokratie einsetzen: das Volk soll beispielsweise bestimmen, ob die Föderalismusreform in der Bildung weiter bestehen bleiben soll, die Dreigliedrigkeit oder doch das gemeinsame Lernen. Wir müssen in den Diskurs mit der Bevölkerung treten. Nur auf Entscheidungen von BürgerInnen zu warten zeigt doch, wie kurzsichtig Politik ist.

Soweit also die recht ausführliche Antwort von Frau Gajek. Wie üblich mein Kommentar dazu:

ad 1-4) Mein Kommentar zu den Antworten kann man bei der Antwort von Harald Terpe nachlesen. Die Antworten sind nämlich identisch.

ad 5) Ich finde unser Grundgesetz als Verfassung vollkommen in Ordnung. Ich bin mit eben diesem Grundgesetz aufgewachsen und es hat mich entsprechend geprägt. Darüberhinaus hab ich die Befürchtung, daß bei einer neuen Verfassung wesentliche Merkmale des Grundgesetzes unter die Räder kommen könnten. Etwa die Ewigkeitsklausel oder ähnliches. Für eine Gleichberechtigung der Geschlechter bin ich auch, allerdings denke ich, daß das Grundgesetz dem schon ausreichend Rechnung trägt. Gleichstellung der Geschlechter erinnert mich an Gender-Mainstreaming und das weckt bei mir ungute Assoziationen in Hinblick auf einseitige Förderung von Frauen, bei der man die Förderung von Jungen/Männern vergisst. Seit einigen Jahren kann man das Resultat dieser Mädchen- bzw. Frauenförderung in Kindergärten und Schulen sehen: die Jungen geraten immer mehr ins Hintertreffen, was ja auch nicht Sinn und Zweck einer Gleichberechtigung sein kann und darf.

ad 6) Mehr direkte Demokratie wünsche ich mir auch manchmal, besonders bei wichtigen Sachen wie Hartz4 oder Grundgesetzänderungen. Andererseits sehe ich auch die große Problematik, daß man Volksentscheide auch mißbrauchen kann und dann letztendlich, ahnlich wie bei der Situation in Bundestag und Bundesrat, wenn die Mehrheiten entsprechend sind, wichtige Gesetze blockiert oder andere Gesetze populistisch durchgeboxt werden können.
Zum Schulwesen kann ich nur sagen, daß ich mit dem dreigliedrigen System aufgewachsen und gut damit zurecht gekommen bin. Allerdings finde ich eine Trennung nach der Grundschule für deutlich zu früh. Nach der 6. Klasse ist der früheste Zeitpunkt, besser aber wohl nach der 7. oder gar 8. Klasse, meiner Meinung nach.

Daß Frau Gajek bei den Fragen 1-4 die exakt gleichen Antworten wie Herr Terpe gegeben hat (oder umgekehrt) ist natürlich schade, aber es zeigt auch, daß es wohl so eine Art wie Antwortenkatalog zu geben scheint oder die Kandidaten gut miteinander vernetzt sind - oder mein Blog aufmerksam gelesen haben. ;-)
Und man muss den Grünen zugute halten, daß mit Frau Gajek alle befragten Kandidatinnen und Kandidaten einer Partei geantwortet haben. Das hat noch nicht einmal die Piratenpartei bis dato geschafft, von der ich es am ehesten erwartet hätte.

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Weitere Videos von FSA09

Alexander Lehman, der Macher von DuBistTerrorist.de hat ein weiteres, äußerst empfehlenswertes Video geschaffen und auf einer entsprechenden Webseite mit Informationen veröffentlicht:


http://www.rettedeinefreiheit.de/

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Die gestrige Demo "Freiheit statt Angst" in Berlin

Es sind noch ein paar weitere Videos aufgetaucht. Unter anderem ein "entwackeltes" Video, wo man einiges deutlich besser erkennen kann:

Darüber hinaus gibt es auch ein Video, das wohl ein paar Sekunden vor dem Übergriff aufgenommen wurde und den Radfahrer im blauen T-Shirt zeigt, wie er einen Polizisten laut und deutlich nach seiner Dienstnummer fragt:

Und es gibt ein Video, was die beiden Videos in einem zeitlichen Kontext stellt. Die zeitliche Überschneidung ist zwar nicht lang, aber man kann sehen, daß es "passt" und beide Videos somit wohl dem gleichen Vorfall zuzuordnen sind:

Ich bin gespannt, was heute abend Stand der Sache sein wird...

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Im Graben der digitalen Spaltung

Da ich gestern nicht selber vor Ort, sondern auf der Hochzeit von Freunden und dort ziemlich abgeschnitten war, kann ich heute natürlich nur das kommentieren, was andere berichtet haben, die dabei waren.
Zum einen wertet das Veranstalterbündnis der Demo das ganze als Erfolg. Bei Netzpolitik gibt es (stellvertretend verlinkt) die Pressemitteilung der Organisatoren. Dort heißt es unter anderem:

“Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg.

* Insgesamt 25.000 Bürger protestierten gegen den Überwachungswahn
* “Freiheit statt Angst” Demonstration ein voller Erfolg
[...]
Die Veranstalter, ein Bündnis von 167 Organisationen aus beinahe allen gesellschaftlichen Gruppen, werteten die Demonstration als “vollen Erfolg”, der um so höher zu bewerten sei, weil eine Woche nach der Antiatomdemonstration abermals so viele Menschen mobilisiert werden konnten. “Das zeigt uns, dass die Menschen keinesfalls politikverdrossen sind – sie haben nur kein Vertrauen in die herrschende Politik”, bekräftigt Rena Tangens vom Presseteam des Bündnisses. “Jetzt müssen die neuen Überwachungsgesetze wie die Vorratsdatenspeicherung endlich wieder abgeschafft werden, sowohl national wie auch europaweit.”

“Eine Politik die uns, die Bürger dieses Landes, in erster Linie als potenzielle Terroristen, Kinderschänder oder Amokläufer sieht, zerstört die Grundlagen unserer Demokratie”, sagte Franziska Heine auf der Abschlußkundgebung. Heine initiierte im Frühjahr dieses Jahres die Onlinepetition gegen Netzsperren an den Bundestag.

Wenn man die Zahlen auf Wikipedia dazu vergleicht, muss man aber feststellen, daß die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Vorjahr massiv gesunken ist. Bedenkt man, daß sich seit Anfang diesen Jahres viele Menschen überhaupt erst mit diesem Thema dank des ZugErschwG befassen, ist es eher eine enttäuschende Beteiligung, da im Vorfeld mit deutlich mehr Teilnehmern spekuliert wurde. Ob das nur an der Antiatomdemonstration vom letzten Wochenende liegt, dürfte man wohl irgendwie bezweifeln.
Wichtig ist in der Tat aber wohl die breite Unterstützung durch die vielen Organisationen und Unterstützer. Auch die Einschätzung von Franziska Heine teile ich durchaus auf ganzer Linie.

Wie sehr der Staat vielleicht schon in Schieflage geraten ist, zeigt vielleicht auch ein wenig, der Anlass, mit dem die diesjährige Demonstration vermutlich eher im Gedächtnis bleiben wird. Am Ende der Demo ereignete sich nämlich ein Vorfall, der zwar die überwiegend friedliche verlaufende Demo in eine weniger schönes Bild rückt, da sich einige einzelne Polizisten offenbar nicht zusammenreissen konnten, wie man dem folgenden Video entnehmen kann:

Polizeigewalt bei Freiheit statt Angst Demonstration from Hansi Huber on Vimeo.

Ich will da gar nicht großartig selber drauf eingehen bzw. sagen, wie verwerflich der Angriff eines Polizisten auf einen offensichtlich friedfertigen Demonstranten ist, indem er diesen mit der Faust direkt ins Gesicht schlägt. Zum einen wird das nun wohl ein Gericht beurteilen müssen, zum anderen steht bei den folgenden Seiten schon etliches an Information:

  1. Fefes Blog
  2. Netzpolitik.org
  3. Peter Piksas Blog vom Karpfenweg
  4. Spiegel Online
  5. Heise
  6. u.v.a.m.

Die Polizei hat inzwischen eine Pressemitteilung zu dem Vorfall herausgegeben.

Das Pikante an diesem Vorfall ist zweierlei: zum einen wird ein Übergriff von einzelnen Polizisten einer gewissen Gruppe der Berliner Einsatzpolizei, die durchaus "berüchtigt" ist, wenn man gewissen Darstellungen im Internet Glauben schenken will (s. Kommentare aus den obigen Links) aufgrund eines aufgenommenen Videos bei einer Demonstation gegen die überbordende Überwachung bekannt. Das könnte natürlich Wasser auf die Mühlen der Überwachungsbefürworter sein. Denen muss man aber klipp und klar sagen, daß die Videoaufnahme eines Passanten bzw. Demonstrationsteilnehmers schon etwas anderes als organisierte und strukturierte Überwachung ist. Die kritisierte Überwachung kennzeichnet ja gerade die dauerhafte, anlaßunabhängige und massenweise Überwachung unbescholtener und unverdächtiger Bürger. Allein deswegen kann man schon das Video nicht als Überwachung werten. Vielmehr ist es eine Zeugenaussage auf Video. Insbesondere, wenn man liest, wie ansonsten Anzeigen gegen Polizisten ausgehen: dann kann plötzlich niemand der anwesenden Polizeikollegen sich an irgendwas Belastendes in Richtung des beschuldigten Polizisten erinnern. So kann man auch im Internet sehen, daß von 1813 angezeigten Straftaten von Polizisten nur 3 mit einer Strafe sanktioniert wurden. Hinzu kommt anscheinend bei der Berliner Polizei eine gewisse Affinität zu unerlaubten Mitteln, wenn man z.B. dem Bericht der Berliner Morgenpost Glauben schenkt.
Sicherlich, der Großteil der Polizisten sind nette, hilfsbereite und freundliche Beamte, aber durch diese (zahlreichen) Einzelfälle nimmt das Ansehen der Polizei insgesamt Schaden. Gerade die Polizei ist verpflichtet und hat diesbezüglich eine Vorbildfunktion, sich an das geltende Recht und Gesetz zu halten. Und da liegt dann auch der eigentliche Skandal. Wenn sich die Polizei unbescholten über das Gesetz stellt (s. Panorama-Bericht von oben: 3 von 1813 angezeigten Straftaten), dann befinden wir uns eigentlich schon mitten im Polizeistaat.

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Peter Schaar warnt: "SWIFT reloaded: US-Zugriff auf in Europa gespeicherte Finanzdaten?"

Gestern wurde ich doch tatsächlich auf der Hochzeitsfeier vom Graben, der die digitale Spaltung verursacht, verschluckt:

Sitze in Dierhagen im Hotel der Hochzeit und hab so gut wie kein Netz. Mit viel Glück etwas Edge,aber eher nichts.

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Das lag ganz sicher nicht am Hotel, wo gefeiert wurde, aber man fühlt sich dann doch etwas verloren, wenn im Hotel noch nicht einmal das normale Handynetz verfügbar ist. Im Außenbereich war zumindest EDGE verfügbar, aber da mochte ich mich aufgrund des mittlerweile kalten Windes auch nicht ewig aufhalten.
Also: wenn mich demnächst jemand zu einer Hochzeit einladen will, sollte dieser jemand bitte sicherstellen, daß dort nicht der Graben der digitalen Spaltung entlang verläuft. Gerade an so denkwürdigen Tagen wie gestern... ;-)

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Jetzt gibt es was auf die Ohren!

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar schildert in seinem Blog (was eigentlich ein Forum ist ;)) die Situation zu SWIFT - dem System, über das die Banken ihre Transaktionen abwickeln:

Rückblende: Ende 2006 war durchgesickert, dass US-Behörden bereits seit Jahren auf Daten zugegriffen hatten, die von SWIFT in einem Rechenzentrum in den USA zur der Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs gespeichert wurden. Diese Tatsache war sowohl den Datenschutzbehörden als auch den meisten Banken und natürlich den Kundinnen und Kunden völlig unbekannt, denn das Verfahren wurde als Maßnahme im Kampf gegen den internationalen Terrorismus geheim gehalten.

Die öffentliche Kritik führte dazu, dass die US-Behörden für die Zugriffe ein Sicherheitskonzept vorlegten und versprachen, die Daten ausschließlich zur Terrorismusbekämpfung zu verwenden. Ein französischer Untersuchungsrichter bekam die Aufgabe, die Einhaltung dieser Zusagen zu überwachen, allerdings ohne konkrete Einwirkungsbefugnisse, wie sie etwa die EG-Datenschutzrichtlinie fordert. Betroffene erhalten keine Auskünfte über die Zugriffe und können sie auch nicht gerichtlich überprüfen lassen, sofern sie keine US-Bürger sind.

SWIFT beschloss darauf hin, seine technische Infrastruktur so zu ändern, dass die Zahlungsdaten zukünftig in zwei Zonen verwaltet werden, wobei die Daten der Euro-Zone in einem Rechenzentrum in der Schweiz gespeichert werden sollen. Zu der Entscheidung von SWIFT hatte unter anderem beigetragen, dass im derzeit ein einheitlicher Zahlungsraum (SEPA – Single European Payment Area) entsteht, wobei auch die inländischen Überweisungsaufträge über die SWIFT-Infrastruktur abgewickelt werden sollen. US-Behörden hätten – so die Befürchtung – damit einen umfassenden Zugriff auf die Zahlungsdaten von europäischen Firmen, öffentlichen Stellen und Privatleuten. Interessanterweise votierten inzwischen viele außereuropäische Staaten für eine Teilnahme an der Euro-Zone und nicht der Transatlantik-Zone von SWIFT.

Mit der Dezentralisierung der Systemarchitektur trug SWIFT der Kritik der Datenschutzbeauftragten und des Europäischen Parlaments Rechnung. Es war eine datenschutzrechtliche Kernforderung, Banküberweisungsdaten, die den innereuropäischen Zahlungsverkehr betreffen, nur in Europa zu speichern.

Die US-Behörden bestehen nun aber darauf, auch in der neuen Systemarchitektur auf alle Zahlungsdaten nach US-Recht zugreifen zu können, auch wenn die zu Grunde liegenden Zahlungen keinen Bezug zu den USA aufweisen. Wenn die EU diesen Forderungen entspricht, würde sie die hier gespeicherten sensiblen Zahlungsdaten Daten ihrer Bürgerinnen und Bürger für den Zugriff eines Drittstaates bereitstellen - ein einmaliger Vorgang!

Schaar schildert die Vorgeschichte nach dem 11. September 2001 und wie es dazu kam, daß SWIFT sich dezentralisierte, um die Daten der europäischen Bürger vor dem Zugriff der US-Behörden zu schützen. Diese wollen aber weiterhin Zugriff auf alle innereuropäischen Finanztransaktionen haben, obwohl die Transaktionen keine US-Rechte tangiert, also weder US-Bürger Sender oder Empfänger sind.
Der EU-Rat will nun aber offensichtlich dem Bestreben der USA nachgeben und den Zugriff in einem entsprechenden Abkommen gestatten. Die offizielle Sprachregelung ist für gewöhnlich "geregelt" statt "gestatten", aber faktisch wird es auf einen Vollzugriff der USA hinauslaufen. Was die USA mit den Daten dann machen, entzieht sich dann jeglicher Kontrolle der EU oder deren Bürger.
Dies ist natürlich der schlimmste Albtraum für den Datenschutz. Und dies erkennt bzw. weiß Schaar auch nur zu gut. Ebenso seine Machtlosigkeit, dagegen einschreiten zu können, da das Amt des Bundesdatenschutzbeauftragten relativ zahn- bzw. machtlos ist. Insofern verwundert der Schluß des Artikels von Schaar auch nicht, in dem sich ein Hilferuf an die Öffentlichkeit zu verstecken scheint:

Ich hoffe, dass die Bundesregierung, der Bundesrat und auch der neu zu wählende Bundestag dieses Verfahren nicht hinnehmen werden. Eine öffentliche Diskussion ist überfällig. Ich wundere mich auch, warum von der Wirtschaft, allen voran von den Banken, hierzu kaum etwas zu hören ist, denn auch für sie geht es ans „Eingemachte“.

Angesichts der laufenden Verhandlungen ist es höchste Zeit aufzuwachen

meint Ihr
Peter Schaar

Dem kann man sich eigentlich nur anschließen, denn wer immer noch meint, er habe nichts zu verbergen oder zu befürchten, der sollte eigentlich geradezu aufschrecken bei dem Gedanken, daß ein ausländischer Staat Zugriff auf seine Kontobewegungen hat. Daß der eigene Staat schon bei aller kleinsten Anlässen bereits auf das Konto seiner Bürger guckt, ist schon Skandal genug (vgl. ChaosradioExpress 129 mit Udo Vetter), aber - wie Schaar schon andeutet - interessiert das keine Sau. Und das ist dann doch eher der eigentliche Skandal, wie ich finde. Insofern ist der Appel von Schaar durchaus berechtigt: es ist höchste Zeit aufzuwachen!

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Der Zoo "USA" ist zur Besichtigung freigegeben

Und zwar per Hinweis auf ein paar, wie ich finde, sehr gute und interessante Chaosradio Express Folgen zum Thema Internetsperren, Bürgerrechte und Überwachung. Los geht es mit der Folge CRE124:

http://chaosradio.ccc.de/cre124.html (Dauer: 2h28m, 102 MB)

Tim Pritlove spricht mit Florian "scusi" Walther über Zensursula, Kinderpornografie und vielen, vielen anderen Dingen, die thematisch in diesen Dunstkreis passen. Unbedingt empfehlenswert, aber ansonsten würde ich diese Folge ja auch nicht erneut bewerben. ;)

Weiter geht es mit CRE129 zum Thema "Globales Dorf - Rechtsfreier Raum?":

http://chaosradio.ccc.de/cre129.html (Dauer: 2h08m, 88 MB)

Tim Pritlove spricht in Düsseldorf mit dem Rechtsanwalt Udo Vetter vom LawBlog. Es geht darum, daß das Internet eben kein rechtsfreier Raum ist, sondern eigentlich ziemlich stark regelmentiert ist. Da Udo Vetter Rechtsanwalt ist und von vielen eigenen Erfahrungen im Rechtswesen durch Mandanten und Gerichtsverhandlungen berichten kann, ist auch diese Folge insbesondere für diejenigen interessant, die meinen, daß das ja alles gar nicht so schlimm sei.

Zum Schluß gibt es noch die Hörempfehlung von CRE135 zum Thema "Mut zur Freiheit":

http://chaosradio.ccc.de/cre135.html (Dauer: 2h25m, 100 MB)

Zu Gast sind die beiden Autoren Juli Zeh und Ilija Trojanow, die zusammen das Buch "Angriff auf die Freiheit" geschrieben haben. Ein sehr empfehlenswertes Buch darüber, wie sehr unsere Freiheit und unsere Bürgerrechte durch den aktuellen Sicherheitswahn in Gefahr sind und immer weiter abgebaut werden. Wem das Lesen des Buches zu anstrengend ist oder wer das Buch nicht ganz bis zum Ende gelesen hat, bekommt hier dann nochmal ganz bequem einen Überblick über das Thema.

Insgesamt sind diese drei Podcasts mit fast 7 Stunden Gesamtdauer eine sehr gute Übersicht über die derzeitige Situation und als Einstimmung auf die Großdemonstration "Freiheit statt Angst" morgen am Potsdamer Platz um 15 Uhr in Berlin. Die unterstützende Verbände repräsentieren nach Angaben der Veranstalter ca. 3 Mio. Menschen.
Aber auch zur Einstimmung auf die anstehende Bundestagswahl sind die Podcasts geeignet, sich eine Meinung darüber zu bilden, ob man mit der bisherigen Politik weitermachen möchte oder nicht. Also nehmt euch bitte die Zeit und hört euch die Podcasts bis zum Schluß an. Es gibt dort sehr viele und interessante Informationen zu hören.

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Netzpolitik.org ruft erneut zur "größten Bürgerrechts-Demo aller Zeiten" auf

Die US-Amerikaner haben mitunter eine seltsame Sichtweise. Seit ein paar Jahren glauben sie, daß sie die ganze Welt lückenlos überwachen und einen Krieg gegen den Terror führen müssen. Dabei sollte jedem vernunftbegabten Menschen eigentlich von vornherein klar sein, daß beides reine Schnapsideen sind. Aber nun setzen die Amis sogar noch einen drauf. Heise berichtet dazu heute:

Die Einreisegebühr für deutsche und andere europäische Besucher der USA rückt näher: Der US-Senat hat am Mittwoch mit großer Mehrheit einem Gesetz zugestimmt, das eine Abgabe von zehn Dollar (derzeit 6,90 Euro) vorsieht. Mit den Einnahmen soll ein Werbeprogramm zur Ankurbelung des USA-Tourismus finanziert werden. Bevor das Gesetz mit der Unterschrift von US-Präsident Barack Obama in Kraft tritt, müssen noch die Abgeordneten im Repräsentantenhaus zustimmen.

Also nochmal zum Mitschreiben: Die USA wollen nun eine Einreisegebühr von Leuten erheben, die in die USA einreisen wollen, um sich das Land anzugucken. Damit soll dann ein Werbeprogramm finanziert werden, mit dem Leute ins Land geholt werden sollen, die sich das Land angucken sollen. Völlig einleuchtend, oder?
Vielleicht ist aber ja auch der Hintergrund der, daß sie nun ein Werbeprogramm brauchen, weil die Einnahmen aus dem Tourismus zurückgegangen sind, da sich die Leute nicht mehr aus Sicherheitsgründen durchleuchten und 50 Jahren lang ihre Daten speichern lassen wollen?

Der Chef der EU-Vertretung in Washington, John Bruton, forderte, künftig auch von allen US-Besuchern in Europa eine Einreisegebühr zu verlangen.

Das allerdings ist dann nur konsequent. Aber bitte dann auch die Fingerabdrücke nehmen und sämtliche irrelevante Daten auf ewige Zeit speichern, wie Kreditkartennummern oder den Speiseplan im Flieger. Aber ich vergaß: das würde sicherlich die Rechte und Freiheiten der Amerikaner einschränken, wenn wir das machen würden.

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Autorin Juli Zeh im Interview bei Cicero

Ralf Bendrath ruft auf Netzpolitik.org zur Teilnahme an der Demo "Freiheit statt Angst" auf - der "größten Bürgerrechtsdemo aller Zeiten". Und wenn man sich die Liste der Unterstützer mal auf der offiziellen Demo-Seite anschaut, sieht man in der Tat eine beeindruckend lange Liste von Organisationen, Politikern und privaten Unterstützern, die allesamt auf ihre Art und Weise dazu beizutragen versuchen, daß die Demo ein Erfolg wird und die Politik endlich mal aufgeschreckt wird und auf die Bedenken der Bürger und Wähler eingeht und den Überwachungswahn stoppt.

Persönlich bekomme ich in der Tat langsam den Eindruck, daß die Sache groß wird. Sehr groß! Normalerweise bin ich eher etwas zurückhaltend, aber irgendwie macht sich doch ein gewisses Kribbeln breit. Nur schade, daß ich nicht dabei sein kann bei diesem vermutlich denkwürdigen, wenn nicht sogar historischen Ereignis! Aber dank N97 versuche ich bei der Hochzeit von unseren Freunden auf dem Laufenden zu bleiben.

Dennoch ist es wichtig, die Veranstalter nicht nur mit dem Besuch der Demo zu unterstützen, sondern durch aktive Mithilfe beim Plakate kleben, Schilder malen oder anderen Sachen! Und darüber hinaus werden Spenden immer noch entgegen genommen, da es immer noch eine Finanzierungslücke von ca. 10.000 € gibt! Also haltet euch ran und zeigt denen in Berlin, was ihr von der ganze Sache haltet! Fahrt hin, demonstriert und berichtet dann! :-)

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