Böses Erwachen - wie unerwartet

02 07 2009
Da es ja auch noch andere Themen als Internetsperren und Urheberrecht gibt, hier auch mal eine völlig überraschende Erkenntnis, die Spiegel Online heute verbreitet hat:

Autobauer fürchten Absatz-Einbruch nach dem Abwrack-Boom

Dank Abwrackprämie brummt der Autoabsatz: Allein im Juni stieg die Zahl der Neuzulassungen um 40 Prozent. Vorerst geben sich die Lobbyisten der Branche optimistisch - doch im kommenden Jahr droht den Herstellern ein Absturz.


Ach?</Loriot>

Wer hätte das gedacht? Die Politiker anscheinend nicht. Ist aber ja auch zweitrangig, was im nächsten Jahr ist, denn schließlich ist ja dieses Jahr Bundestagswahl. Also mal schnell ein total sinnloses Konjunkturpaket geschnürt, das eigentlich noch schädlicher ist, als wenn man gar nichts in dieser Richtung gemacht hätte. Hauptsache, die Wähler sind erstmal über ihr neues Auto glücklich und danken es einem an der Wahlurne.
Traurig, daß Politiker anscheinend so kurz denken, aber anscheinend symptomatisch. Wo sind eigentlich all die Milliarden, die die Regierung in den Bankenmarkt gepumpt hat? Bei den Kredit-vergebenen Firmen scheint jedenfalls nichts angekommen zu sein, denn sonst hätten viele Betriebe ja keine Probleme, einen Überbrückungskredit zu bekommen.

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Lesestoff

02 07 2009
Kristian hat mal wieder heftig in die Tasten gehauen und einige Artikel verfaßt. Das ist an Lesestoff so viel, daß ich nur kurz auf die Artikel verweisen kann, anstatt ausführlich auf sie einzugehen:

  1. Urheberrecht - 360-Grad-Ansicht

  2. "Dir fehlen die Worte" oder "Die Position der Piratenpartei zum Urheberrecht in einer Flatrategesellschaft"

  3. Einfach so kulturschaffend


Alle Artikel drehen sich um das Urheberrecht und haben teilweise auch interessante Kommentare, die man auch lesen sollte.

Aber auch Michael Lohmann hat auf seiner Seite einen interessanten Artikel: Netzgemeinde vs. Internetausdrucker – eine falsche Front

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Piraten-MV: Interview Sebastian Stiffel

02 07 2009
NB-Town.de hat ein Video-Interview mit Sebastian Stiffel, dem Vorsitzenden der Piratenpartei in Mecklenburg-Vorpommern, für ihre Reihe "Lokalhelden aus MV" aufgenommen. Das Ergebnis ist bei Youtube zu sehen:


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Auf zu neuen Ufern...

01 07 2009
Manchmal ist es Zeit, etwas neues zu wagen oder zu tun. Nach zahlreichen Jahren als "normaler" Systemadministrator für Linux Systeme in kleineren Unternehmen, hab ich heute eine neue Aufgabe als "Network / Security Engineer" in einem größeren Unternehmen angetreten. Namentlich bei AIDA Cruises.

Der Vorteil meiner bisherigen Tätigkeit war zweifelslos die Tatsache, daß man als der Systemadministrator in einer kleineren Firma große Freiheiten hatte und die IT entsprechend prägen konnte. Allerdings ist es auch ein Nachteil, daß man eigentlich immer nur das Gleiche macht - wie immer. In einem großen Unternehmen ist man natürlich eingeschränkter. man ist nicht mehr alleine für die IT verantwortlich, sondern einer von vielen. Trotzdem bietet ein solcher Wechsel natürlich auch neue Chancen. Zum Beispiel, daß man auch mal was Neues machen kann, etwas das nur in großen Unternehmen möglich ist. Neue Techniken kennenlernen und neue Herausforderungen.

Mal schauen, zu welchen neuen Ufern mich der neue Job treiben wird... und das kann durchaus wörtlich gedeutet werden... ;-)

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Tauss reicht Organbeschwerde ein

01 07 2009
Wie Heise heute berichtet hat Jörg Tauss (Piraten) angekündigt, eine Organklage beim Bundesverfassungsgericht einzureichen:

Das vom Bundestag mit den Stimmen der großen Koalition angenommene Gesetz zur "Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Seiten" unterscheide sich "gravierend" von der zunächst von der Bundesregierung und Schwarz-Rot in den Bundestag eingebrachten Änderung des Telemediengesetzes (TMG), heißt es in dem Antrag weiter. Der federführende Wirtschaftsausschuss habe in seiner Vorlage für das Bundestagsplenum keine Änderung des zunächst geplanten Vorhabens "zur Bekämpfung der Kinderpornografie in Kommunikationsnetzen" im Rahmen des TMG beschlossen, sondern auf Druck der SPD hin eine polizeirechtliche Regelung zur allgemeinen Gefahrenabwehr. Für dieses "neue" Gesetz hätte daher zunächst die erforderliche Anzahl von Lesungen durchgeführt werden müssen.


Bereits bei der 2. und 3. Lesung hatte Max Stadler (FDP) im Bundestag in seiner Rede verfassungsrechtliche Bedenken angemeldet und davon gesprochen, daß es sich bei dem Zensurgesetz um ein neues Gesetz statt um eine Erweiterung des Telemediengesetzes (TMG) handelt, das in 1. Lesung verhandelt werden müsse. Insofern ist es hoffentlich zu erwarten, daß sich die Opposition der Klage von Tauss anschließen wird.

Darüberhinaus steht ja auch noch die Verfassungsklage vom AK-Zensur und Franziska Heine aus.

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Tauss und seine beruflichen Pflichten

30 06 2009
Hartmut Finkeldey führt in seinem Blog ein sehr interessantes Argument in die Diskussion um die Causa Tauss ein:

Und denken wir bitte - ein Blick in den Gesetzestext erleichtert bekanntlich die Rechtsfindung! - an den 184b! Dort steht eben nicht: Allein Polizei, Staatsanwalt und Ministerien dürfen. Wenn der Gesetzgeber es so gewollt hätte, hätte er es auch gesagt. Dort steht jedoch - Absatz (5) - "Die Absätze 2 und 4 gelten nicht für Handlungen, die ausschließlich der Erfüllung rechtmäßiger dienstlicher oder beruflicher Pflichten dienen." Nun mag man Tauss eine gewisse Döschigkeit unterstellen - er hat sie sich selber unterstellt -, aber als Bundestagsabgeordneter, der sich mit solchen Themen befasst, halte ich 184b, Absatz 5 für erfüllt. Bei recherchierenden Journalisten (es wundert mich, dass so gut wie kein Journalist in diesem Fall seine Stimme erhebt) gilt das übrigens auch. Wie weit geht der Informantenschutz? Was dürfen Journalisten?


Dem schließe ich mich im Prinzip an. Ob Tauss nun schuldig ist oder nicht, muss ein Gericht entscheiden, aber von einem Abgeordneten erwarte ich auch, daß er sich unabhängig informieren darf, informieren kann und auch informiert. Speziell, wenn es sich dabei um Informationen aus seinem Fachbereich handelt. Normalerweise kann ein Abgeordneter ja auf den Wissenschaftlichen Dienst des Bundestages zurückgreifen oder aber die Behörden um entsprechende Informationen bitten.

Das Problem ist nur, wenn z.B. der Wissenschaftliche Dienst keine entsprechende Informationen zu dem Thema hat (s.a. kleine Anfrage der FDP) oder die entsprechende Behörde keine brauchbaren Ergebnisse liefert oder man dieser einfach nicht mehr vertraut (wie es Tauss, meines Wissens nach, in einem Interview erwähnt hat. Leider finde ich das Interview nicht mehr, aber vielleicht kann ja einer der Leser hier aushelfen?), dann steht man als Abgeordneter vor der Frage, ob man das nun als gegeben hinnimmt oder ob man sich um eigene Erkenntnisse bemüht?

Wie gesagt: ich will Herrn Tauss nicht in Schutz nehmen oder be-/verurteilen. Das ist Sache eines Richters. Aber ich finde es durchaus ein bißchen nachvollziehbar, daß er sich informieren wollte. Daß er dabei nicht besonders schlau vorgegangen ist, hat er ja bereits selber gesagt.
Was mich aber auch verwundert ist, warum die etablierten Medien da nicht stärker nachforschen, denn offensichtlich sind sie ja auch durch das Gesetz gedeckt und hätten so im Vorfeld die wilden Behauptungen von v.d. Leyen entkräften können. Aber scheinbar ist es für die heutige Presse einfacher, irgendwas von einem News-Ticker einer Presseagentur zu kopieren, als selber investigativ nachzuforschen.

Insofern ist es natürlich eine interessante Frage, ob die etablierte Presse noch ihrem Auftrag nachkommt und entsprechend informiert und vor allem auch, ob nicht die Blogosphäre einen Teil dieser Aufgabe bereits übernommen hat? Das müsste dann auch bedeuten, daß entsprechend aktive Blogger journalistisch tätig sind und z.B. über einen Presseausweis verfügen dürfen? Natürlich nicht jeder Blogger, aber „die nicht hauptamtlich, aber quantitativ und qualitativ vergleichbar regelmäßig und dauerhaft journalistisch tätig sind“ (s. Wikipedia).

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Das Internet - unendlich rechtsfreie Räume...

29 06 2009
In der Diskussion um das Zensurgesetz wurde von den Befürwortern häufig vom Internet als rechtsfreiem Raum gesprochen und das eben dies nicht sein dürfe. Auch von Seiten der sogenannten "Content-Mafia" wird dieser Begriff häufig in der Diskussion bemüht, um neue Gesetze, Regelmentierungen oder Strafen von der Politik zu fordern. In den letzten Tagen gab es zwei interessante Artikel in der Online-Presse zu diesem Thema.

Zum einen schreibt Bettina "Twister" Winsemann bei Telepolis darüber, wie wenig rechtsfrei, dafür aber umso vernagelter mit Gesetzen und rechtlichen Stolperfallen doch das Internet in Wirklichkeit ist:

Wer Gitarrespielen lernen möchte, der ist am Anfang häufig frustriert. Dies resultiert aus der Tatsache, dass sich die Träume vom "schnell über die Saiten fahren und einen tollen Sound hinkriegen" mit der gleichen Geschwindigkeit verflüchtigen, wie sich Blasen an den Fingern bilden. Insbesondere jene, die Probleme mit dem Notenlesen haben, sind dann oft geneigt, aufzugeben. Gitarrenlehrer nutzen daher Gitarrentabs, die es ermöglichen, auch ohne Kenntnisse im Notenlesen zu spielen. Oft wird eine Seite eines Buches schnell einmal kopiert und dem Lehrling diese Kopie in die Hand gedrückt, auf dass er zu Hause fleißig übe.

Gleichermaßen geben Gesangslehrer ihren Zöglingen Kopien der Noten und Texte der Stücke in die Hand, welche bis zum nächsten Mal einstudiert werden sollen. Wer dieses Verfahren online anwendet und seinen Schülern auf der eigenen Homepage [extern] Texte und Noten von populären Musiktiteln oder Gitarrentabs erfolgreicher Rocksongs zur Verfügung stellt, hat gute Chancen auf eine kostenintensive Abmahnung.


Twister hat im Artikel noch mehr praxisnahe Beispiele für Sachen, die außerhalb vom Internet keinerlei rechtliche Probleme bereiten, aber wenn man sie in das Internet verlagert, plötzlich teuere Abmahnungen und andere Überraschungen nach sich ziehen können. Wer es nicht eh schon hatte, hat nach der Lektüre des Artikels den Eindruck, daß es sich beim Internet eigentlich um ein riesiges, rechtliches Minenfeld handelt, bei dem man sich nicht bewegen kann, ohne das Risiko einzugehen, daß man auf eine Rechtsmine tritt.

Auch Konrad Lischka thematisiert bei Spiegel Online in seinem Artikel das Thema "rechtsfreier Raum Internet". Zunächst beleuchtet er die geschichtliche Entstehung dieser Phrase und führt sie auf:

Seit 1996 sagen Politiker und Lobbyisten ihn wieder und wieder, als würde die Aussage durch Wiederholung richtiger. Ein paar Beispiele:
- Am 27. Juli 1996 schreibt Bundesforschungsminister Jürgen Rüttgers (CDU) in der "Frankfurter Rundschau": "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein." Rüttgers erklärt gleich noch, das in seinem Ministerium vorbereitete Multimediagesetz werde genau das verhindern und fordert: "Netzbeschmutzern muss das Handwerk gelegt werden."
- Als würde das von Rüttgers so gelobte Multimediagesetz nicht längst gelten, fordert Bundeswirtschaftsminister Werner Müller drei Jahre später am 28. August 1999 in der "Welt" bei der Eröffnung der Funkausstellung in Berlin einen "verbindlichen Rechtsrahmen" für die "neuen Medien". Denn: "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein."
- Der "Welt am Sonntag" erklärte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) am 10. Dezember 2006, warum der "Waffenhandel im Internet" durch "Cybercops schärfer überwacht" werden müsse. Beckstein sagte, "Online-Anbieter" könnten nicht gezwungen werden, "zuverlässig die Käuferidentitäten sowie die zum Kauf erforderlichen Lizenzen zu prüfen". Da müsse man die "Zahl der Cybercops deutlich erhöhen". Denn: "Das Internet darf kein rechtsfreier Raum werden."


Auch Lischka zitiert einige Beispiele in seinem Artikel, daß im Internet sowohl die allgemeinen Gesetze als auch zusätzliche spezielle Gesetze gelten und man somit ganz und gar nicht von einem rechtsfreien Raum sprechen könne.

Wer da vom "rechtsfreien Raum" Internet spricht, ignoriert einige Entwicklungen und verschleiert, dass es gerade nicht darum geht, neue Regeln fürs Web zu definieren, sondern die bestehenden zu systematisieren, anzuwenden und eine neue Balance zwischen Grundrechten und staatlichen Eingriffsmöglichkeiten im Web zu finden.

Das zu erklären, ist natürlich etwas komplizierter als härtere Gesetze zu fordern.

Erstaunlicherweise hat 1996 - vielleicht waren die Fronten damals noch nicht so verhärtet - CDU-Forschungsminister Jürgen Rüttgers in der "Frankfurter Rundschau" versucht, als er über Maßnahmen gegen Kinderpornographie im Internet schrieb: "Auch gegen einen Anbieter, der in Deutschland über die Datennetze Kinderpornografie verbreitet, kann und muß die Justiz wie in jedem anderen Fall nach geltendem Strafrecht vorgehen." Und, so Rüttgers damals: "Mißbrauchsbekämpfung bedeutet jedoch nicht die lückenlose Datenkontrolle im Internet."


Vielleicht sollte man Herrn Rüttgers, seines Zeichens Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen und CDU-Mitglied, mal auf seine damalige Aussage hinweise und ihn zu einem Einspruch im Bundesrat gegen das Zensurgesetz auffordern?

Am 27. September ist Bundestagswahl. Bis dahin ist noch Zeit, entsprechend bei den Politikern nachzuhaken und aufzuklären, welchen Unsinn sie da verzapft und dementsprechend verantworten zu haben.

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Musik-Tipp: Lenka - The Show!

28 06 2009
Heute mal ein kleiner Musik-Tipp:



Bei Lenka handelt es sich um eine australische Sängerin, die vor geraumer Zeit den Sprung über den (ganz) großen Teich (USA) gewagt hat und nun zum Sprung über den anderen großen Teich von dort ansetzt. Das Album, da am 7. August released wird, kann man schon bei Amazon vorbestellen, die Single "The Show" ist wohl schon draußen.

Lenka hat mich beim ersten hören übrigens sehr an Frente! erinnert, ebenfalls eine australische Band und ebenfalls hörenswert. Allerdings gibt es diese Band nicht mehr.

Noch beser als "The Show" finde ich übrigens "Trouble is a Friend" von Lenka.

P.S.: Ja, ich hab ein bißchen Politik-Pause gemacht. ;)

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Das Interview, wie es hätte sein sollen...

27 06 2009
Kristian hat heute wieder einen interessanten Artikel im Blog: "Das fehlende Interview". Dort schreibt er, wie er sich das Streitgespräch zwischen Franszika Heine und Ministerin v.d.Leyen vorstellen würde. Zum Schluß schreibt Kris:

Wenn Leute kritisieren, daß wir rethorisch schlecht sind, wenn Leute kritisieren, daß wir unsere Meinung nicht aggressiv genug vortragen und wenn Leute kritisieren, daß wir uns zu oft unterbrechen lassen, dann meinen sie das.

Das da oben ist die Message, die die Piraten, der AK Zensur und alle anderen hätten kommunizieren müssen. Der Fehler ist nicht, daß wir nicht auf die Argumente der Gegenseite eingehen. Der Fehler ist genau, daß wir es tun. Das ist kein Diskurs, der mit uns geführt wird und es ist kein Diskurs, den wir führen müssen. Wir reden nicht mit einer Gegenseite, wir reden mit einer Öffentlichkeit, auch wenn Interview drauf steht. Und wir müssen denen unsere Thesen füttern - Frau von der Leyen hört sowieso nicht zu. Das hat sie ja oft genug bewiesen.


In der Tat hat man eher den Eindruck, daß die Zensurgegner in solchen Diskussionen nur reagieren. Besser wäre es, wie Kris sagt, zu agieren. Also selber die Führung in der Diskussion übernehmen und dem Gegenüber seine Fehler um die Ohren hauen. In diesem Fall von Ministerin v.d. Leyen zum Beispiel damit, daß der wissenschaftliche Dienst keine ihrer Aussagen hinsichtlich von Daten, die sie so häufig zitiert hat, untermauern konnte. Natürlich wird sie mit dem altbewährtem Schema "verneinen und ablenken" versuchen, davon abzulenken, aber da muss man dann halt nachhaken, etwa indem man fragt, wieso sie die Wähler bewußt anlügt? Und nicht dabei locker lassen, sondern immer und immer wieder nachbohren und daran erinnern, daß die Frage noch nicht beantwortet wurde, wenn der Gesprächspartner wieder auszuweichen versucht.

Ja, es ist schwierig und muss erlernt werden, wenn man noch nicht so fit ist. Natürlich geht das nicht über Nacht, aber es ist notwendig, wenn die Piratenpartei ernstgenommen werden will. Und vor allem wenn sie mit ihrem Wahlprogramm punkten und überzeugen will. Es wird noch ein langer Weg für die Piratenpartei.

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Video: "Nach ein paar Wochen merken Sie: der Verstand geht gar nicht mehr aus..."

27 06 2009
Via samt_oh@twitter:



Ich bin schwer begeistert von der satirischen Kreativität, die solche Fundstücke immer wieder hervorbringt! Weiter so! :-)

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EU: Wasser predigen, aber Wein trinken

26 06 2009
Nicht, daß es besonders überrascht, was Netzpolitik wieder zu vermelden hat (via Nick), aber der Vollständigkeit zuliebe:

“Das Blockieren oder Filtern bestimmter Internet-Inhalte ist für die Europäische Union völlig inakzeptabel.” Diese Worte hat EU-Medienkommissarin Viviane Reding der chinesischen Regierung ins Stammbuch geschrieben. Die von Peking geplante Einführung eines Internet-Filters ziele darauf ab, das Netz zu zensieren und die Meinungsfreiheit einzuschränken, sagte Reding in Brüssel. China hat erklärt, der Filter richte sich gegen Seiten mit pornographischem Inhalt und diene dem Jugendschutz. Ab Juli muss die Software auf allen dort verkauften Computern installiert sein.


Inhalte filtern ist also für die EU in China "völlig inakzeptabel", aber in den Mitgliedsstaaten der EU ein probates Mittel, um unerwünschte Inhalte zu verdecken, weil man ja z.B. die Polizei nicht mit entsprechenden Mitteln (personell und technisch) ausstattet, sondern diese Mittel lieber im Haushalt einspart? Aha.

Aber daß man als hiesiger Bürger eh nur an der Nase herumgeführt wird, wissen wir ja nicht erst seit Zensursula, 'scusi, Ministerin v.d. Leyen, die völlig ohne belastbare Fakten das Zugangserschwernisgesetz durchgedrückt hat bzw. durchdrücken ließ. Da verwundert es auch nicht, daß die Ministerin ihr Erfolgsrezept exportiert, nämlich ein Riesentrara um den Schutz der Kinder zu machen, um sich selber positiv darzustellen. Ist ja auch schließlich Wahlkampf. Achja, dieses Mal trifft es diverse Online-Communities, die laut Netzpolitik eine Selbstverpflichtungserklärung unterschreiben sollen:

Nach Informationen, die uns vorliegen, wird es am kommenden Dienstag, den 30. Juni im Rahmen der Konferenz Schutz vor sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche mit Fokus auf neue Medien: Perspektiven für Europa, die das Familienministerium veranstaltet, eine große Abschlusserklärung geben. Darin verpflichten sich die Unterzeichner zur Bekämpfung von körperlicher und sexueller Gewalt gegen Kinder und Jugendliche sowie der Abbildung und Verbreitung dieser Verbrechen. So weit, so gut.


Wer sich erinnern mag: auch bei dem Zugangserschwernisgesetz haben erst ein paar große Provider einen freiwilligen und grundgesetzeswidrigen Vertrag unterschrieben, der dann später dazu diente, das Gesetz durchzupeitschen. Man müsse ja schließlich eine Rechtsgrundlage für die geschlossenen Verträge schaffen! Fragt sich also, welches Gesetz demnächst noch beschlossen werden soll?

Achja... wer bei den betroffenen Online-Communities (studiVZ-Gruppe, wer-kennt-wen, Lokalisten usw.) ist, mag ja vielleicht überlegen, zu einem Anbieter zu wechseln, der sowas strikt ablehnt?

Wie auch immer: Frau v.d. Leyen ist untragbar geworden und sollte schnellstens durch jemand mit Kompetenz ersetzt werden!


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Piratenpartei-MV sammelt Unterstützungsunterschriften

26 06 2009
Seit dieser Woche sammelt auch der gerade neu gegründete Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der Piratenpartei Unterstützungsunterschriften für die Bundestagswahl im September.

Der Infostand in Rostock
Sebastian


Insgesamt müssen 1419 bestätigte Unterschriften dem Landeswahlleiter vorgelegt werden, damit die Piratenpartei zur Wahl in MV zugelassen wird. Zur Zeit sind ca. 100 unbestätige Unterschriften eingetrudelt.

In Rostock wird auf dem Universitätsplatz am Brunnen der Lebensfreude ab Freitag (also heute), 11-18 Uhr und Samstag/Sonntag 10-19 Uhr an einem Infostand die Möglichkeit gegeben, sich über die Piratenpartei und deren Programm zu informieren und dort vor Ort seine Unterstützungsunterschrift zu leisten. In anderen Städten sind ebenfalls ähnliche Aktionen geplant.


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Gekoehntoppt!

26 06 2009
Mal was in eigener Sache...
Nachdem Kristian auf mich verlinkt hat, stiegen die Besucherzahlen ein wenig an, wie die Blogoscoop-Statistik zeigt:



Der erste Peak am 24. ist direkt Kris zu schulden bzw. zu verdanken. Seine Verlinkung auf den Hillbrecht Artikel hat bis heute 2260 Aufrufe des Artikels gebracht. Am nächsten Tag wurde ich dann u.a. bei Netzpolitik und später am Tag auch bei blogpilot sowie sehr vielen anderen Blogs mit meiner Analyse des Streitgesprächs zwischen Franziska Heine und der Familienministerin verlinkt. Das resultierte in bisher 1523 Aufrufen dieses Beitrags. Der Server an sich war ziemlich unbeeindruckt vom unerwarteten Besucheransturm. Es dürfte also ruhig noch mehr sein. ;-)

Natürlich hoffe ich, daß einige dieser Besucher ab und an auch so von alleine mal wieder mein Blog besuchen werden! Auf jeden Fall bleibe ich weiter aktiv und weiterhin kritisch. :-)

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Fefe analysiert!

25 06 2009
Fefe analysiert ebenfalls das Interview aus der Zeit. Sehr lesenswert.

Aber das wichtigste kommt ganz am Schluß:

Was für eine schöner Arschtritt für die Bürger. Da seht ihr mal, wie wir hier mit aufmüpfigen Bürgern umgehen, die glauben, sie könnten Einfluß nehmen auf unsere sinnlosen Wahlkampf-Aktionismus-Gesetze! Als sie dann noch "Ausschussberatungen" als "demokratischen Prozess" bezeichnet, will man nur noch eine goldene Merkbefreiung am Bande überreichen. Die Frau muß da weg. Die hat schon mehr Schaden angerichtet als alle ihre Vorgänger zusammen.


Der Schlußfolgerung "Die Frau muß da weg." kann ich mich nur (politisch) anschließen! Wie häufig muss man sich als Wähler von einem Politiker, einem Mitglied der Bundesregierung unverfroren und kaltschnäuzig anlügen lassen, bevor das Konsequenzen hat? Einfach unverständlich. Die Frau ist nicht mehr tragbar. Auch wenn Frau v.d. Leyen nur eine Marionette für andere ist, hat sie sich soweit mit ihren falschen Zahlen und Darstellungen sehr aus dem Fenster gelehnt. Zu weit. Deshalb: die Frau muss da (politisch) weg!


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Jörg Tauss von Vergangenheit eingeholt!

25 06 2009
Ok, ein kleiner reißerischer Aufmacher, aber der stammt von Jörg Tauss persönlich! In dem, nunja, Beitrag von 1995 (laut Tauss), geht es zwar um die Kryptoregulierung, aber lustigerweise hat der Beitrag erstaunliche Parallelen. Kostproben gefällig? Bitte schön:

Die Frechheit, mit der sich hier über das Recht des Bürgers auf Privatsphäre und Erhalt des Fernmeldegeheimnisses hinweggesetzt wird, verschlägt einem fast die Sprache; m.E. versucht die Politik hier, vollendete Tatsachen zu schaffen, bevor die Konsequenzen dem Durchschnittsbürger verständlich werden.

Das oftmals zitierte Argument der "Bekämpfung der organisierten Kriminalität" ist jedenfalls schlichtweg falsch!
Es geht hier definitiv um eine drastische Beschneidung grundlegender Bürgerrechte; die "organisierte Kriminalität" hat sicherlich keine Probleme, geeignete ISDN-Adapter zu kaufen, die in Echtzeit die Telefongespräche und Daten verschlüsseln.


Naja, ok, um ISDN-Adapter geht es nun schon lange nicht mehr. Die Technik hat sich dann doch etwas weiterentwickelt. Die Vorgehensweise der Regierung (damals unter Kohl, also CDU), ist aber noch die gleiche: ein großes Schreckgespenst aufbauen, das einer genaueren Betrachtung nicht standhält. In diesem Fall die organisierte Kriminalität. Heute müssen Terroristen und Kinderschänder herhalten.

Weitere Beispiele gefällig?

Wie so oft trifft ein solches Gesetz wieder ausschließlich den kleinen Mann auf der Straße. -Beispiel gefällig? Am 5.7.1996 verabschiedete die Bundesregierung das sog. "Telekommunikationsgesetz", das -legt man es konsequent aus- einer Abschaffung des Fernmeldegeheimnisses gleichkommt. Die Kosten für die Schaffung der neuen Abhörbehörde und seine eigene Bespitzelung darf der Bürger obendrein noch selber bezahlen.


Na, kommt das auch seltsam bekannt vor?

Oder auch dieses:

Wer auf das dumme Gesülze "Wer nichts zu verbergen hat, der braucht auch keine Kryptographie!" hört, sollte sich selber fragen, warum er seine Post dann nicht prinzipiell nur mit Postkarten erledigt und ob er mit derselben Einstellung nicht auch dem Ausspruch "Wer nichts zu verbergen hat, der darf auch nichts gegen eine ab und an bei ihm durchgeführte Hausdurchsuchung haben!" vorbehaltslos zustimmen müßte.


"Wer nur zufällig auf die Stopp-Seite gerät, hat nichts zu befürchten..."

Noch immer nicht genug? Bitte sehr:

Zugunsten unserer Politiker gehe ich einmal davon aus, daß sie einfach nicht wissen, wovon sie reden -obwohl sie es besser wissen könnten, wenn sie sich denn die Mühe machen würden, die teuren Studien, die sie dazu in Auftrag geben, auch einfach mal zu lesen, wie bspw. die Studie des Bundesinnenministeriums "Internet für die obersten Bundesbehörden".


Dem Bürger etwas verbieten, was man selber gerne nutzen möchte, war nicht nur damals beliebt, sondern auch heute. Das Zugangserschwerungsgesetz verpflichtet nämlich nur privatrechtliche Zugangsanbieter mit mehr als 10.000 Kunden zur Filterung. Das heißt, daß Bundesbehörden, Bibliotheken, Universitäten, Schulen davon ausgenommen sind. (s.a. PDF).

Noch mehr? Nun gut:

Im Dezember 1996 macht die Bundesregierung nun allerdings ernst: Im Hauruckverfahren soll nach einem Bericht des Spiegels das lang dementierte Verbot freier starker Kryptoprogramme nun durchgepeitscht werden.

Getreu dem Motto "wehret den Anfängen!" kann ich deshalb nur jedem raten, jetzt politischen Druck zu machen und "Aufklärungsarbeit" zu leisten!
Was eine kleine Anfrage meinerseits gebracht hat, sei im folgenden aufgezeigt:


Durchpeitschen? Druck machen? Kommt einem auch heute bekannt vor, oder? Allerdings sind wir heute schlauer: Aufklärungsarbeit scheint auch nichts zu nutzen. Die Politiker sind im wesentlichen beratungsresistent, sofern sie nicht in der Opposition sind.

Aber auch damals wurden MdBs angeschrieben. Unter anderem auch Jörg Tauss von dem es heißt:

Jörg Tauss (SPD) hat scheints wenig Zeit, müht sich aber redlich
Seiner Meinung merkt man an, daß er schon eine Weile (privat) in den Datennetzen unterwegs ist: Keine Überwachung und die Erkenntnis der technischen Unmöglichkeiten. Leider steht seine liberale Meinung aber momentan in ziemlichen Kontrast zur kollektiven SPD-Marschrichtung.


Irgendwie hab ich grad einen Flashback... und manches ändert sich auch nach 14 Jahren nicht, denn der Beitrag endet praktischerweise mit einem Ratschlag, der auch heute noch genauso aktuell ist wie damals:

...und wenn alle Stricke reißen?
Dann gibt es immer noch die Verfassungsbeschwerde!

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